Irgendwann zu Beginn des Jahres 2007 hat’s bei mir dann Klick gemacht: Länderspiele und Nationalmannschaft, das brauche ich mir nicht zu geben. Mir ist das zu unemotional, zu sehr Schicki-Micki, zu glatt. Wo sind sie hin, die Grantler und Querköpfe in weiß/schwarz? Abgeschossen von Männern mit Schal. Stattdessen jazzt man 22 stromlinienförmige Kerls hoch, deren Rückgrat aus Gummi ist. Die Generation Philipp Lahm eben.
Und an dieser Stelle ist der Eintracht Frankfurt Fan endlich mal im Vorteil. Er muss nicht, nachdem er 34 Wochen lang mühsam jeden Gegner auspfiff, so tun als sei er nun Fan eben jener, die er vor kurzem noch auspfiff. Nur weil sie im Nationaltrikot aufs Feld traben. Weil wir keinen (deutschen) Nationalspieler haben. Seit Horst Held (ohweia) 1999 – ganze zwei Einsätze bekam der Mann in den wohl traurigsten Tagen Fußballdeutschlands.
Und ich bin froh darüber, dass die SGE derzeit niemanden – außer U21 – abstellt. Dann müsste ich mir nämlich doch die ganzen Nasen namens Flick, Löw, Bierhoff und Zwanziger antun. Sie dürften mich in Vor- und Nachberichten mit ihrem Stuss elenden, ich müsste Bela Rethy oder einem anderen minderqualifizierten Kommentator zuhören, wie er versucht das Spiel zu verstehen. Ich müsste mit ansehen, wie Spieler vom Format eines Christian Träsch, Cacau, Heiko Westermann oder Andreas Beck auflaufen, ihren Marktwert mit jedem Einsatz steigern und – wie Träsch – für Mondpreise von A nach B wechseln.
Nein, das alles bleibt mir erspart. Selbst als Fußballverrückter muss ich mir ja nicht jeden Mist anschauen. Schon gar nicht sauberen und familienfreundlichen Entertain-Fußball. Ein bisschen Dreck darf’s dann halt schon noch sein.
Naja..das Nationaltrainer weniger die Spieler ausbilden (das tun die Vereine), sondern eher das Vorhandene verwalten und “nur” ne gewisse taktische Ausrichtung vorgeben, sollte eigentlich klar sein.
Natürlich muss man dann auch das Glück haben gutes Material vorzufinden.
Aber dass man das auch schön versauen kann, haben ja Argentinien und Frankreich eindrucksvoll bei der WM 2010 bewiesen. Es reicht also nicht ganz demnächst nur ein Hütchen in die Coachingzone zu stellen. Also ich denke, dass Löw seine Aufgabe gut macht.
Ich sehe das ähnlich, die Schal-Schwuchtel hat mich schon immer genervt, genauso wie die ganzen braven Bubis ^^
Aber leider haben wir Nörgler ein ganz ganz großes Problem: die Jungs können kicken!!! Löw hat ne Generation von Spielern, die zwar Schwiegermamas Lieblinge sind, die aber einfach Fußball “spielen” können, und das Ende der Fahnenstange ist da noch nicht erreicht.
Wenn ich mir die Schürrles, Götzes, Özils, Müllers und Co. und deren Alter so angucke, kann da noch einiges kommen. Ich denke wir werden Jogi noch etwas länger “ertragen” müssen, da die Leistungen der Mannschaft einfach stimmen. Dass es nicht an ihm liegt, sondern an der Entwicklung und dem Umdenken im gesamten deutschen Fußball seit dem schlimmen Ende der 90er/Anfang der 2000er, wissen viele, nur: wenn du ne gute Mannschaft hast, dann kannst du als Nationaltrainer auch Hütchen an die Ausßenlinie und vor die Mikrofone stellen (oder auch Klinsmann und sogar Skibbe), du wirst trotzdem Erfolg haben. Den Anteil des Trainers beziffer ich da mal mit weniger als 5 %.
Interressant ist allerdings, dass wir bei allen Offensivtalenten hinten nix Weltbewegendes mehr heraus bringen. In der Abwehr musste man sich nach dem Torhüter immer die wenigsten Sorgen machen. Doch bei aller “Schönspielerei” sollte man nicht vergessen, wie wichtig eine sattelfeste und überzeugende Defensive ist. Sie hat uns schließlich auch den letzten internationalen Titel beschert!
Die wichtigesten Merkmale für IVs z.B. scheinen mittlerweile Spielereröffnung und Passspiel zu sein…scheiß auf Zweikampfverhalten, Stellungsspiel und Kopfballstärke, Hauptsache man kann das Spiel eröffnen? Sorry, das ist für mich der falsche Weg. Ich will da auch keine Sotos-Verschnitte, aber gerade hinten gibts doch einige Kriterien, die wichtiger sind als Alter, Technik oder das Auge für den freien Raum.
Gerade wenn man offensiv gut besetzt ist und viel Kreativität am Start ist, sollte doch die Abwehr in erster Linie gut sein im Tore verhindern.
Kratzen, kämpfen, beißen, das fehlt mir da einfach…genauso wie momentan bei unserer guten SGE (um abschließend zurück zu den wichtigen Dingen zu kommen). Ohne das reicht es sicherlich für die meisten Gegner, aber den Sprung ganz nach oben (oder eben zum EM-Titel), den schafft man garantiert nicht ohne!
LG
Uwe
Mag sein das die Jungs kicken können, aber durch Schönspielerei allein gewinnst du keinen Blumentopf. Wer weiß das besser als wir Frankfurter?
Auch 2012 wird die DFB-Elf wieder leer ausgehen, einfach weil sie sich im entscheidenen Moment ins Hemd machen. Ist mir aber auch egal, hauptsache die EIntracht steigt auf
Und wer sollen dann die Alternativen zu den Jünglingen sein, die angeblich nur schön spielen können?
Auf “Hingesehen” habe ich eine sogenannte “alternative Liste” entdeckt, die dann so aussieht:
Die Nationalmannschaft der Fehlenden
Tor: Roman Weidenfeller (31 Jahre; 238 Bundesligaspiele/kein A-Länderspiel)
Abwehr: Patrick Ochs (27 Jahre; 184 BL/kein A), Maik Franz (30 Jahre; 191 BL/kein A), Andreas Wolf (29 Jahre; 185 BL/kein A), Christian Schulz (28 Jahre; 240 BL/4 A)
Mittelfeld: Sascha Riether (28 Jahre; 186 BL/2 A), Peer Kluge (30 Jahre; 218 BL/kein A), Markus Feulner (29 Jahre; 92 BL/kein A), Christian Tiffert (29 Jahre; 206 BL/kein A)
Angriff: Jan Schlaudraff (28 Jahre; 111 BL/3 A), Stefan Kießling (27 Jahre; 223 BL/6 A)
Quelle: http://www.hingesehen.net/die-fehlende-generation/
Vielleicht mag es bei der EM 2012 wieder nicht für den Titel reichen, aber mit 1-3 von den oben genannten Spielern in der Startelf kannste froh sein, wenn Du überhaupt die Gruppenphase überstehst.
Zu 95% stehen zur Zeit die Besten im Kader. Dass unter diesen keine Grantler und Querköpfe dabei sind, mag vielleicht schade für den Björn sein, aber eine Mannschaft sollte primär schon nach den fussballerischen Fähigkeiten aufgestellt werden bzw. wenn man einen Drecksack dabei haben möchte, dann sollte der aber nicht allzu sehr abfallen und da seh ich z.Zt. – ausser mit Abstrichen Ballack (bzw. ich wüßte nicht, wen ich dafür opfern sollte) – niemanden.
Vielleicht mag die Nationalelf im Moment keine Typen und ein bißchen gesichtslos daherkommen, aber wenn ich nach diesen Kriterien gehen würde, dann hätte ich mich spätestens mit Anfang dieser Saison von meiner geliebten Eintracht lossagen müssen, denn mal ehrlich: Gab es in den letzten 5 Jahren irgendwen, von dem man hätte sagen können “Das ist das Gesicht der Eintracht!”?
Nein..Egomatidis, dieser “Ich-geh-nach-Lautern-Judas-und-komme-wieder-wenn-ich-woanders-nicht-unterkomme-und-es-von-der-Liga-wieder-passt” (war es) nicht. Meier & Köhler? Irgendwie nicht die Typen, mit denen man sich identifizieren kann. Ochs? Der Laberfürst!? Okay..Oka vielleicht aufgrund seiner Treue, intern sicher geschätzt und gehört, extern aber keiner, der ein “Da geht´s lang!” ausstrahlt.
Ich bin trotzdem immer noch Eintracht-Fan, weil ich mich vor gut 25 Jahren als kleiner Junge in dieses Gesamtkonstrukt Eintracht Frankfurt aufgrund seiner Tradition, aus Lokalpatriotismus, der tollen Stimmung und und und… verliebt habe. Das Personal ist und wird immer austauschbar sein und auch wenn mir die handelnden Personen auf und neben dem Feld nicht gefallen, fiebere ich mit.
Ähnlich (aber nicht so exzessiv) verhält es sich bei der Nationalelf.
Deshalb kann ich dieses “Nationalelf doof”-Geschreibsel nie wirklich nachvollziehen.
Wenn´s einen tatsächlich nicht interessiert, wieso schreibt man dann darüber (Man kommt ja auch nicht auf die Idee über Hoffenheim/Bochum/Bayern hier zu schreiben)?
Jemanden nicht leiden zu können ist eine Sache, aber jemanden, der soviel nicht falsch macht, etwas nicht gönnen können, ist schon traurig.
Ein bisschen Dreck?
Die Nationalelf um die Jahrtausendwende war NUR Dreck!