Klick im Kopf

Da soll er sie, die Profis beim Training schwer angekackt haben, der Armin Veh. Gut so, der Mann ist ja auch Mensch und muss Emotionen wie Wut und Frust auch kanalisieren. Die Trainingsinhalte mit Sprints und Kraftübungen schmerzen die Spieler aber wohl mehr als Worte – auch gut und sinnvoll. Straftraining hat man sowas mal genannt bevor die Vereins-PR alles glättete, bevor uns Facebook und Co. alles als heile Welt verkauft haben.

Die Frage wird sein, ob es nun im Kopf tatsächlich Klick gemacht hat bei den Eintrachtspielern. Mehr noch: Wird das Klick im Kopf reichen? Personell wird sich aller Voraussicht nach nichts ändern, gegen Bayern werden so ziemlich genau die auflaufen, die sich gegen Hertha am Fußball versuchten. Die Baustellen, die durchaus weniger im Kopf als im Körper liegen könnten – Stichwort Fitness von Pirmin Schwegler und Carlos Zambrano sowie Tauglichkeit von Bastian Oczipka und Joselu – , bleiben somit offen. Am System, über das solange diskutiert werden wird, bis es annährend Verve und Erfolg der Vorsaison gleichkommt, wird ebenfalls festgehalten. Die Gründe dafür – laut Veh klappt das 4-2-3-1 nur mit Takashi Inui – sind einleuchtend. Und doch werfen sie eine Frage auf: Wie kann es sein, dass man sich in der Transferperiode nicht um einen positionsgetreuen Ersatz/Konkurrenten für den Japaner bemüht, um das System, in dem sich das Team zurechtfand, weiter spielen zu können? Variabilität ist ja gut und schön, auch nötig, aber offenbar hat man mit eigentlichen Inui-Ersatz Stephan Schröck anderes vor. Ersatzmann für Oczipka? Oder doch Stefano Celozzi 2.0, der sich mal hier, mal da verdingt? Jedenfalls wirkt es seltsam, einen klassischen Außenspieler wie Schröck nicht in die Kalkulation 4-2-3-1 einzubeziehen.

Aber das alles ist Theorie. Fakt ist, und das sprach Veh auch an, dass man in jedem System die Grundlagen des Fußballs, Wille und Konzentration, an den Tag legen muss. Lari fari führt im 4-3-3 genauso ins Verderben wie im 4-2-3-1, 4-1-4-1 oder irgendeiner anderen Formation.

Was heißt das also nun für das Spiel gegen Bayern München, was darf, was muss man als Frankfurt-Fan erwarten? Bei allen Bekundungen, dass mans ja wenigstens nur knapp verlieren sollte, da das bereits ein Schritt nach vorne sei, wage ich mich zwei Schritte weiter: Die Eintracht hat sich in eine Ausgangsposition manövriert, die sie unter Druck setzt. Auch gegen Bayern München. Und wenn es einen Spieltag gibt an dem man der Millionentruppe noch etwas abringen kann, dann ist es dieser in der Mitte des Augusts. Einen Punkt benötigt man, entweder jetzt oder gegen Dortmund am 1. September, um einen Mittelfeldplatz anstreben zu können, um mit diesem Bonuspunkt – auch für den Kopf – auf die anderen Bundesligisten aufholen zu können. Denn machen wir uns nichts vor: Wenn wir trotz 0 oder 1 Punkt nach dem August noch zu lange vom angestrebten Mittelfeldrang reden, daran glauben, verpassen wir – ebenfalls im Kopf – die frühe Chance, die Notwendigkeit sich auf etwas anderes, auf den Kampf um den Klassenerhalt einzustellen. Und dann hätten wir uns “das dritte Bein” (Christoph Daum) bereits abgehackt.

About these ads

1 Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge

Eine Antwort zu “Klick im Kopf

  1. Herr Schnitzelmann

    wollten die eigentlich nicht noch jemanden verpflichten?… oder hat Hoffenheim alle ausgemusterten schon verscherbelt?

Diskussion

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s