Tacheles

Wer meinen Blog liest, weiß, dass ich nichtzu Extremen tendiere und weder in unbegrenzte Euphorie noch in Dauer-Jammerei einstimme. Was jedoch gestern in Paderborn geschah, spottet nicht nur jedem Leistungsgedanken. Es setzt mir und meinem Glauben an den Aufstieg auch schwer zu. Ich sage das nicht aus Fatalismus, auch nicht aus einer Laune heraus. Mir macht schlicht und ergreifend ein Trend Sorge, den ich gegen Paderborn gebrochen sehen wollte. Nämlich die Tatsache, dass Eintracht Frankfurt gegen die direkte Konkurrenz alt aussieht (und die Ergebnisse mangelhaft sind).

Führen wir uns das mal in Zahlen und Leistungseinschätzungen vor Augen:

Gegen Fürth gab es am 1. Spieltag zwar einen Sieg (3:2), aber dieser war ebenso glücklich wie der frühen Saisonphase geschuldet. Im Rückspiel trug das Glück ebenfalls rot-schwarz – wir erinnern uns u.a. an Pribs Pfostenschuss zwei Meter vor dem Tor.
Gegen St. Pauli gab es ein Unentschieden und eine Niederlage. Wäre das Hinspiel wie das Rückspiel geendet und vice versa, hätten Spielverlauf und Ergebnis besser übereingestimmt. An der Gesamtausbeute der Eintracht hätte das auch nichts geändert.
Gegen Düsseldorf gab es im Hinspiel einen wackeligen Punkt, im Rückspiel wären anstatt einem eigentlich drei Punkte auf der Habenseite gewesen. Fakt ist: Auch dort gab es nur einen Zähler.
Gegen 1860 Münschen – mit Siebenmeilenstiefeln auf dem Weg ins Aufstiegsrennen – setzte es eine nicht nötige, aber auch nicht unbedingt unverdiente Niederlage.
Gegen Paderborn gab es erst ein scheinbar biederes 0:0 und nun eine 4:2 Klatsche, die noch höher hätte ausfallen müssen.

—> Acht Punkte aus 9 Spielen gegen die direkte Konkurrenz um den Aufstieg in die Erste Bundesliga. Angesichts dieser Ausbeute muss man sich über eine etwaige Zweitliga-Meisterschaft – die ohnehin keiner braucht – schon gar keine Gedanken (mehr) machen.

Ich möchte nicht soweit gehen und aufgrund dieses Nackenschlags in Düsternis versinken. Die Abstände bleiben gering, die direkte Konkurrenz wird sich in den kommenden Wochen auch noch Punkte gegenseitig „stehlen“; wir haben „nur noch“ 1860 München zu spielen. Aber jetzt ist klar, dass wir alle – und ich rede wahrlich von allen ausstehenden Spielen – gegen Teams unterhalb von Rang 5 / 6 gewinnen müssen. Denn 30 Punkte, vielleicht 2,3 weniger,  wird es von jetzt an brauchen, um direkt aufzusteigen.

„Leistungen“ zugrunde gelegt wie jene gegen Paderborn, muss sich aber niemand der Illusion hingeben, dass derart viele Spiele noch gewonnen werden. Armin Veh ist gut beraten, jetzt personell durchzugreifen. Solange es gutging, solange die Gegner die offenkundigen individuellen Schwächen der Abwehrspieler nicht auszunutzen vermochten, hat der Trainer über die mangelnde Qualität hinweg gesehen. Oder hinwegsehen müssen. Jetzt, spätestens jetzt, darf es kein Vertun mehr geben: Der „Abwehrchef“ Gordon Schildenfeld ist nicht mehr tragbar. Er bringt eine Unruhe in die Hintermannschaft, die seine Nebenleute ansteckt und jedenfalls nicht sicherer und besser macht. Das bedeutet nicht, dass nur er schlecht spielt(e), aber während den anderen in der Regel noch etwas gelingt,sie in der Lage sind besser zu spielen, ist Schildenfeld das nicht. War er in Frankfurt zumindest nicht. Er muss aus der Startformation, nachhaltig. Es ist fast egal, wer seine Position übernimmt – sicher ist nur, dass er es nicht mehr sein darf.

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