Monatsarchiv: März 2012

Einzelkritik vs. VfL Bochum

Oka Nikolov: Glanzparade in der 10. Minute … vor dem Anpfiff. Da schoss Torwarttrainer Petz einen Ball Vollspann aus sechs Metern auf den Kasten, Nikolov flog und faustete ihn zur Seite. Einmal schnappte er dem einschussbereiten Inui einen Ball vom Fuß. Ansonsten hätte ein Hydrant im Tor stehen können, die 0 wäre nicht gefährdert gewesen.

Gordon Schildenfeld: Wieder seine üblichen 1,2 Bolzen im Spiel gehabt. Ging gut, weil Bochum ohne Sturm zu spielen schien. Deshalb auch ohne Probleme in der Defensive, wenn er – und sein Nebenmann – sich nicht selbst in die Bredoullie brachten.

Bamba Anderson: Mehr als einen Querschläger ins Nirvana gejagt, sonst in Ordnung. Nicht gefordert, obwohl Bochum doch 3,4 Mal gefährlich vor dem Tor auftauchte. Dann immer genau zwischen ihm und Schildenfeld, weil da die Abstimmung nicht wirklich passte.

Sebastian Jung: Von vorne bis hinten eine konstante partie, Prädikat: solide.

Constant Djakpa: Eigentlich muss man ihn wieder kritisieren. Für manche sinnbefreite Aktion, für manch leichte, aber unsauber geschlagene Flanke. Und dann gelingen ihm zwei, drei Hereingaben á la bonheur und er rennt wie ein Irrwisch den Gegenspielern nach. Dann schließt man den ewig zappeligen Djakpa wieder ins Herz – so auch diesmal. Aber er wandelt stets auf einem schmalen Grat, einem zu schmalen.

Pirmin Schwegler: Unsichtbar ist für einen Defensiven nie Tadel, eher Lob. Er spielte umsichtig, verteilte die Bälle sinnvoll. Manchmal verschleppte er, wo ein Pass nach vorn die bessere Wahl gewesen wäre. Aber alles in allem in Ordnung.

Sonny Kittel: Nein, seine stärkste Szene war nicht die super Torvorbereitung zum 1:0. Auch nicht manches direkte Spiel. Es war in der 14. Minute als er am Mittelkreis einen Bochumer seitlich abgrätschte und den Ball gewann – einen Gegenstoß damit einleitete. Sich nicht zu schade für das Nach-Hinte-Arbeiten zu sein, das macht einen guten Fußballer aus. Kittel zeigte das – bitte mehr von solchen Auftritten, da waren tolle Ideen dabei.

Benjamin Köhler: So sicher wie er derzeit spielt, sah man ihn selten. Alles was er passt, hat Hand und Fuß, ist durchdacht. Da ist oft wenig Spektakel dabei, aber das muss es auch nicht. Solide Partie auf hohem Niveau.

Alexander Meier: Schießt Lionel Messi so ein Tor, ist das den Gazetten Jubelstürme wert. Erzielt es Alex Meier, verschwindet es im Orkus der biederen Berichterstattung. Kurzum: Das war ein Wahsinnstreffer zum 2:0. Technisch höchste Schule. Ansonsten viel unterwegs, viele sinnige Pässe – aber im zweiten Durchgang nicht mehr zu sehen.

Eriwn Hoffer: Die Statistik stimmt, auch viele gute Ansätze. Dennoch in 3,4 Situationen zu eigensinnig, zu lange am Ball wo er hätte abspielen müssen. Trotzdem guter Auftritt von ihm.

Mohammadou Idrissou: Wie er nach seinem Lattenkopfball nachsetzt und den Ball in den eigenen Reihen hält – die Vorraussetzung für sein 1:0 – war super und vorbildlich. Lief viel, grätschte sogar am eigenen 5er einen Bochumer ab. Solange er auf dem Feld stand, war er gut.

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Matthias Lehmann: Unauffällige Partie als er reinkam. Lief Räume zu, machte das gut. Spielte 1,2 gute Bälle nach vorne, sonst eher blass. Wieder mal keine Eigenwerbung, obwohl er nichts falsch machte. Er muss einfach mehr zeigen, das kann er auch.

Heiko Butscher: In 10 Minuten mit zwei guten Defensivaktionen, sonst keine Wertung.

Karim Matmour: 20 Minuten durfte er, gesehen hat man ihn selten. Einmal stark über den Flügel gedribbelt – immerhin.

Armin Veh: Er hat den Kahn auf Kurs gebracht. Durch kluge Entscheidungen und viele richtige Lehren aus mangelhaften Leistungen und Spielen. Die Einstellung auf die Spiele passt, das Team spielt sicher, souverän, routiniert und wann immer nötig mit viel Drang nach vorne und Dampf auf des Gegners Schuhe. Nur, wieder mal, etwas spät mit dem 2. und vor allem 3. Wechsel (bei diesem klaren Spielstand und Spielverlauf, hätte auch ein Butscher noch 5, 10 Minuten mehr bekommen können). Aber wie zuletzt schon: Das ist Kaffeesatzleserei.

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Sendepause

Mir gehts dieser Tage wie so manchem Eintracht-Kritiker: Ich habe Sendepause. Allerdings nicht, weil die Themen ausgehen, sondern weil ich mir die Freiheit gönne, einige Tage in den Skiurlaub zu düsen. Ja, Ski – auch wenns draußen gefühlt bereits 50 Grad Celsius misst. Aber auf 2000+ Meter liegen noch einige Zentimeter Schnee, da will ich dann mal drei Nebensaisons-Tage alle Bretter gerade sein lassen.

Am Freitag, pünktlich zum Heimspiel gegen den VfL Bochum, weile ich allerdings wieder im Block 41 des Ex-Waldstadions. Soll bedeuten: Mir entgeht natürlich auch diese Partie nicht, aber die Einzelkritik am Freitag wird vermutlich nicht, wie gewohnt, wenige Minuten nach Abpfiff bereitstehen. Ich hoffe, ihr könnt das verschmerzen … Was für ein arrogantes Gebabbel von mir, klar könnt ihr darauf verzichten. Im schlimmsten Fall seid ihr sogar froh, dass ich zumindest vorübergehend den digitalen Stecker ziehe 😉

So dann, bis Freitagabend. Auf geht’s meine Eintracht !!!

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Einzelkritik vs. Union Berlin

Oka Nikolov: Musste nichts halten – weil Union knapp drüber oder daneben schoss. Einmal vogelwild beim Rauslaufen, einmal wackelig bei der 5-Meter-Raum-Beherrschung. Geht solider.

Gordon Schildenfeld: Hatte zwei starke Rettungstaten und zwei amateurhafte Stellungsfehler. Wie immer, geht der Puls hoch wenn er in Ballnähe ist. Trotzdem war das in Ordnung heute, weil die Stürmer kaum zum Zuge kamen.

Bamba Anderson: Gute Besserung. Bis zur Gehirnerschütterung umsichtig, zweikampfstark und einfach gut. So, wie man ihn kennt. Hoffentlich kommt er bis Freitag auf die Beine, es tut Not.

Sebastian Jung: Furchtbare erste Halbzeit, bessere zweite Halbzeit. Union war stets über seine Seite gefährlich, fing sich aber noch rechtzeitig.

Constant Djakpa: Rückfall in die unguten Zeiten. Fahrig, lässig, unkonzentriert in der Offensive; aber hinten besser als Jung, zumindest. Hatte viel Freiraum auf links, nutzte sie wenig oder ungenügend in der Ausführung.

Pirmin Schwegler: Bärenstarke Partie. Er ist wieder da. Nicht nur wegen der Torvorbereitung, sondern weil er im Mittelfeld auch schon im ersten Durchgang der mit Abstand Beste war.

Sebastian Rode: Schlimmes Spiel. Seine Vorbereitung zum 4:0 war sahnig, sonst war sehr viel Schatten in seinem Spiel.

Benjamin Köhler: Die Torvorbereitung zum 1:0 steht symbolisch für ihn: Er ist technisch stark und hat die Übersicht, die vielen abgeht. Gutes Spiel, wenngleich nicht so auffällig wie zuletzt.

Alexander Meier: Unnachahmlich, seine Schusstechnik. Wenn er abzieht, brennt die Luft – das zweite Tor war ein Geschenk, das erste blitzsauber, den machen wenige. Ansonsten solide, laufstark und erste in Halbzeit zwei wirklich im Spiel.

Eriwn Hoffer: Hat er fein genetzt, den Kopfball. Der Sprint vor dem Führungstor war sehr stark. Ansonsten war vieles mehr als okay. Weiter so.

Mohammadou Idrissou: Ist dem Team wieder eine echte Hilfe. Körperlich auf der Höhe, stets anspiel- und vor allem laufbereit. Der Pass auf Hoffer vor dem 1:0 war weltklasse.

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Heiko Butscher:  Was ist mit ihm los? Auf links furios begonnen, dann Bank und jetzt Not-IV. Obwohl das die Position war, die er in Freiburg drei Jahre lang spielte, wackelte er bedenklich. Scheinbar hat Veh sehr früh erkannt, dass Butscher in ein Formtief gefallen ist. Aber er hat Chancen auf die Starelf, da Djakpa wieder rückfällig wird.

Karim Matmour: 20 Minuten durfte er, gesehen hat man ihn nur einmal: Beim Torjubel von Alex Meier als er die Hände über den Kopf zusammenschlug und gegen den Pfosten trat, weil er das 4:0 machen wollte. Sicher nicht überzubewerten die Szene, aber das hätte nicht sein müssen.

Armin Veh: Warnt, mahnt, trifft die richtigen Entscheidungen – er macht das schon sehr gut. Das Team war nach dem 2:0 befreit, zuvor schleppten sie einen Rucksack mit. Wusste ja jeder, wie groß der Schritt sein könnte, der gemacht wird. Er erreicht die Mannschaft und er hat die richtigen Worte parat. Auch in den Analysen. Guter Mann, sehr guter Mann.

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Cassandra

Wie haben eigentlich St. Pauli, Düsseldorf und Paderborn am Wochenende gespielt? Also jene Teams, die so viel besser sind als die Eintracht? Ach, nicht gewonnen und die Gegner in Grund und Boden dominiert? Okay, dann bleibts im Internet gewöhnlich ja leise. Lob für die Eintracht oder ein kurzes „hm, die Anderen sind vielleicht doch nicht so viel besser wie wir“, nein, sowas tippen die Fan.Finger nicht. Aber wehe, die anderen Klubs gewinnen und die Eintracht lässt mal Punkte – dann bahnt sich der Zorn den digitalen Weg. Zum Glück wird uns die Tirade nächster Teil heute Abend erspart bleiben.

Also meine Eintracht, setzt heute ein weiteres Ausrufezeichen gegen Union Berlin – und zeigt all den Dauer-Cassandren mal den Mittelfinger 😉

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Eine Homage an klare Ansagen

Also ich mag sie ja, Charaktere, die klare Worte nutzen. Die Rückgrat besitzen, die knorrig sind, granteln und im Zweifel eher unzufrieden denn zufrieden sind. Das gilt sowieso für das normale Leben, aber genauso für den Profisport. Mir waren im Fußball zum Beispiel diese Typen in Ballonseide am Spielfeldrand stets sympathischer als die sportiven Bankkaufleute eines Schlages Ottmar Hitzfeld. Nicht aus nostalgischen Gründen, sondern weil das auf mich einfach authentischer wirkte. Und ich streiche das Wort deshalb durch, weil heute jeder Hampelmann (vorwiegend übrigens solche in Anzügen mit Krawatten) meint, in PR-Seminaren Authentizität erlernen und als Marke etablieren zu können. Schließlich ist es heute schon viele Sendeminuten wert, wenn jemand mal öffentlich eine nicht ganz unbrauchbare Sprechblase entleert. Ich will von irgendwelchen Nachwuchs-Politik, Jura und Wirtschaftsnasen gar nicht erst sprechen. Bleiben wir beim unverfänglichen Fußball.

Eine Aufgabe für meine Leser: Ich stelle mal drei Zitat-Paare nebeneinander und jeder Mitleser soll ehrlich beantworten, welche Aussage in ihm mehr Sympathie auslöst.

1.
„Die kommende Partie ist für uns ein echtes Sechs-Punktespiel“

vs.
„Das ist ein Spiel wie jedes andere: Es gibt drei Punkte, wie in einer Saison 34 Mal“

2.
„Beide Teams haben taktisch sehr diszipliniert gespielt“
vs.
„Wir haben schlecht gespielt, der Gegner war aber auch nicht besser“

3.
„Wir wollen kompakt stehen“
vs.
„Und wer der Gegenspieler aufs Klo geht, werden wir ihn auf die Toilette verfolgen“

Auflösung: Die jeweils ersten Aussagen stammen von jedem x-beliebigen Trainer á la Thorsten Fink oder Michael Skibbe, die jeweils Letzteren von Thomas Schaaf, Jose Mourinho und Otto Rehhagel.

Wie oben bereits geschrieben, bin ich bei denken, handeln und reden stets auf der Seite dieser Vertreter. Nicht, dass sie vor Floskeln gefeit wären. Doch bedienen sie sich in aller Regel einer klaren Sprache. Kein verschleierter Firlefanz, sondern klare Ansagen. Das schätze ich – und damit bin ich glaube ich nicht alleine. In meinem Berufsstand mögen sich viele pikiert fühlen, wenn ihnen der Gegenüber auch mal kontra gibt, ihnen aufzeigt, dass sie Blödsinn schreiben/senden.

Der Bogen zur Eintracht, ihr erkennt ihn: In dieser Tradition steht – ich sage zum Glück – der aktuelle Frankfurt-Trainer Armin Veh. Offenbar lässt es ihn nicht kalt, dass regelmäßig Autoren Beiträge veröffentlichen, in denen sie falsche Schlüsse ziehen. Nicht um Meinungen geht es dabei, sondern um (fehlerhafte) behauptete Kausalitäten, die da draußen in der Welt wirklich Leute glauben lässt, der Fußballsport funktioniere so. Das Team gewinnt souverän, also kann das ja jetzt so weitergehen. Um nicht zu sagen: es muss. Das dient dann als Messlatte und in den Foren, Blogs und auf Facebook und Twitter schäumen dann wieder tausende Nutzer vor Wut, wenn die Kausalität ausgeblieben ist.

Ich ufere aus. Kurz: Das hier ist eine Homage an die Trainer, die den Mund aufmachen und klare Sprache an den Tag legen. Heißen sie nun Veh, Schaaf oder LilaLaunebär.

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Meine Meisterschaft

Bei Comunio habe ich dieses Jahr so viel Pech, wie es nur geht. Bis vor drei, vier Wochen Spitzenreiter – dann passierte folgendes: Schwere Verletzung Lars Bender, schwere Verletzung Marko Arnautovic, Rote Karte Paolo Guerrero, Suspendierung Sejad Salihovic. Plus einiger Nebensächlichkeiten wie Ausfällen/Suspendierungen von Pogatez und Wiese.

Kurz: Aus komfortabler Führung wurde Rang #3 mit zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenersten. Und weil ich seit fünf Jahren jedes Jahr Dritter oder Vierter in der 15er-Liga werde, benenne ich mich in Greuther Fürth um. Womit auch der Bezug zur Zweiten Bundesliga und unserer Eintracht hergestellt wäre …

Was ist neu?
1. Stefan Aigner ist nun unser, juchhausasa!
2. Schwegler spricht auch im zwölften Monat von seinen Vertragsverhandlungen, ohne das etwas passiert ist.
3. Wir schlugen einen Achtligisten mit 6:1 – unter erschwerten Bedingungen, wenn man sich die Aufstellung ansieht:

Kessler – Korkmaz, Amedick (33. Hoffer), Bellaid, Butscher – Lehmann, Abu – Matmour, Caio, Kittel – Friend.

Genau drei taugliche Kicker im Team – da sind sechs Butzen schon eine Marke. Und das Gegentor erklärt sich somit auch. Ob Martin Amedick eigentlich der neue …. gabs das eigentlich schonmal, dass ein Spieler partout nach / in Halbzeit eins ausgewechselt wird?

Aber sonst alles schön, gelle?!

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Stefan Aigner zur Eintracht

Stefan Aigner (1860 München) , 13 Scorerpunkte bisher, kommt zur Eintracht, der Vertrag gilt für beide Ligen !

Meine Meinung: Sehr guter Transfer.

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