Monatsarchiv: April 2012

Unschöne Schönheit

Aufstieg – kein tolles letztes Spiel, aber wer das erwartete, ist wohl selbst schuld. Vor so einer Kulisse wäre es sicher angebracht gewesen, etwas mehr zu zeigen als lari-fari-Kick. Wobei ich nicht finde, dass die Eintracht schlechter war asl 1860 – nur haben die zwei Tore geschossen.Aber seien wir ehrlich: Das erste Spiel nach Erreichen eines Ziels ist grundsätzlich keine Schönheit. War immer schon so. Vor einigen Jahren stieg der FC Köln mal nach 29, 30 Spieltagen auf – und verlor alle restlichen Partien. Spannungsabfall. Nicht schön, aber wohl menschlich. Und Profis sind eben auch nur Menschen. Immerhin gab es Freibier und das Wetter war super, ebenso wie die Choreografie. Ist doch auch was 🙂

Dass wieder ein paar Leute keine Grenzen anerkennen wollten: Leider mittlerweile auch normal. Da ich zuletzt für einen fankritischen Beitrag ja Prügel bezog, belasse ich es jetzt einfach mal dabei – zumal es nüchtern betrachtet nur zwei, drei Minuten mit ebenso vielen Schlägern waren, die das Fest in den Abgrund zu reißen drohten.

Ein Lob gilt den Organisatoren der Waldtribüne nach dem Spiel. Sie haben sich da etwas einfallen lassen und sich mutig vor eine riesen Menge Zuschauer gestellt. Dass einiges bisweilen etwas anstrengend war – die kreischende Stimme der engagierten jungen Dame – darf man glaube ich als gutgemeinte Kritik äußern. Schließlich spielt da auch eine gehörige Portion Nervosität mit und alle Tage veranstaltet man so eine Show auch nicht.

Gespannt und nervös muss man vor allem im Hinblick auf das noch bevorstehende Auswärtsspiel in Karlsruhe sein. Davor graut mir – und das sagt viel über die Verfasstheit dieser Szene aus. Hoffentlich bleibt es friedlich, von beiden Seiten aus. Hoffentlich macht die Polizei einen so guten Job wie in Frankfurt am Sonntag. Hoffen, das wird erlaubt sein.

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1860 München oder 1860 Liter Bier?

Mensch, das wird eine Gaudi! Die goldene Ananas gilt es zu schälen, genüsslich lehnt man sich in die Sitzschalen des Waldstadions, singt und lacht ein wenig – und unten rennen 20 Leute hinter dem Ball her, während zwei sich schon bei Anpfiff nach dem Abpfiff sehnen werden. Entspannter Fußballnachmittag, anyone? Wir dürften, gefühlt zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte, den Prototypen dessen im Spiel gegen die Münchner vor Augen haben.

Wir reden uns ein, dass die Zweitligameisterschaft wichtig sei, die Blau-Weißen testen derweil einiges Personal für die kommende Saison. Das klingt nicht gerade nach alles-oder-nichts-Duell. Zum Glück. Bleibt uns Fans die Freude auf eine Saisonabschlussfeier samt Aufstiegsparty, die hoffentlich einen schönen und friedlichen Schlussstrich unter eine überlebenswichtige Saison ziehen.

Ich jedenfalls werde es genießen – obwohl mir heute die Preise für die Verlängerung der Dauerkarte ins Haus flatterte. Sie nehmen es von den Lebendigen. Dabei stirbt man doch in jedem Eintracht-Spiel aufs Neue … Ach, was solls. Der Überweisungsträger ist schon ausgefüllt 😉

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Reste(K)rampen

Es bleibt ja nicht aus, irgendwann über die Zukunft zu sprechen. Monatelang stand ich virtuell auf der Bremse, gebetsmühlenartig wiederholte ich, dass alles Perspektivgequatsche solange Unsinn ist, bis der Weg klar ist: Liga eins oder Liga zwei. Diese Kreuzung ist überschritten, der Weg ist jetzt (so gut wie) sicher.

Was uns von nun an für die kommenden dreieinhalb Monate begleiten wird sind – zum Glück durch vierwöchiges fussballerisches Grundrauschen im Sommer gestört – Gerüchte und Spekulationen. Das gute alte „wer kommt / wer geht“ steht bald wieder bevor. Und die Namen, die nun von der Gehaltsliste verschwinden werden, sind zum Teil jene, die der geneigte Eintracht-Fan am liebsten schon seit drei Jahren dort nicht mehr sehen würde. Bellaid, Caio, Korkmaz, Tzavellas. Flankiert von Spielern, die man noch seltener wahrnahm: Schmidt, Titsch-Rivero, Kessler, Friend, Clark.

Das sind die neun de-facto Zukunftslosen. Dazu gesellt sich eine Reihe ausgeliehener Spieler (Hoffer, Anderson) und solchen, mit Einjahresverträgen (Idrissou, Djakpa, Matmour), bei denen die Eintracht über die Zukunft oder die Qualität eben jener entscheiden darf – zumindest theoretisch, zumindest solange, bis Geld bezahlt werden muss. Und das wäre bei den Genannten der Fall, bei manchem mehr, bei manchem weniger. Der Ausgang der Entscheidung(en) ist offen.

Dennoch: 14 Profis stehen zumindest theoretisch auf der Abgangsliste. Natürlich werden nicht alle 14 auch den Verein verlassen – aber eine zweistellige Zahl werden die Abgänge im Sommer 2012 ziemlich sicher zur Folge haben.

Stellt sich die Frage, wie es mit Zugängen aussieht – dort ist die Lage schließlich weniger überschaubar. Stefan Aigner ist der erste und einzige, der neu auf der Payroll der Eintracht auftauchen wird. Bleibt noch vorneweg ein Dutzend vakanter Positionen. Allen voran in Sturm, Abwehr und Tor. Und das, in einem äußerst eingeschränkten Fanggebiet. Das Geld liegt, Banken hin, Banken her, in Frankfurt nicht auf der Straße und der Radius, in dem man wird fischen können, beschränkt sich auf Rang 16 in Liga eins bis Rang sechs in Liga zwei. Das goldene Kalb wird man dort nicht finden. Und doch könnte, je nachdem welcher Klub ab-/aufsteigt der eine oder andere gute Spieler in Zukunft das schwarz-rote Trikot (alternativ das Weiße) tragen.

In Internetforen ist der Wunschzettel schon bekrizzelt: Michael Rensing fürs Tor, alternativ Thomas Kraft. Mit Kevin Trapp von Kaiserslautern könnten viele ebenfalls leben. Und dort endet der Konsens auch schon. Denn an guten Torhütern mangelt es nicht; selbst der ewige Oka hat diese Saison nochmal einen Sprung gemacht (siehe schnelles Abwerfen). Solange man die Finger von 1,80 Meter „großen“ Keepern wie Tobias Sippel hält, ist alles gut.

Sicher kommt mancher auf die Idee, den vor knapp einem Jahr gehandelten Slawomir Peszko (FC Köln) zu verpflichten. Doch ist es nicht nur das skandalnudelige, das einen dringend vom Kauf abhalten sollte, sondern auch das Sportliche: Viel Schatten, wenig Licht – selbst als es beim Effzeh noch gut lief. Milivoje Novakovic geistert bestimmt früher oder später auch als Gerücht herum. Er wird aber (glücklicherweise) nicht zu bezahlen sein. Der slowakische eiskalte Killer, von ihm sollte man auch die Finger lassen. Christian Eichner als Linksverteidiger wurde vor zwei, drei Jahren bereits in Frankfurt gehandelt – doch bekam er nie einen Fuß auf den Boden, obwohl er eineinhalb Saison Stammspieler in Köln war.

Für Verstärkungen im Sturm muss man sich bei Kaiserslautern erst gar nicht umsehen. Nicht mal zwei Dutzend Tore in 34 Spielen sind kein Fundament, auf dem man jemanden als gute Offensivkraft verkaufen kann. Christian Tiffert, die Eintagsfliege des FCK, ist zudem Mittelfeldspieler – da drückt der Frankfurter Schuh erstmal am wenigsten. In der Defensive gäbe es vielleicht einen, Jan Simunek, aber der ist gerne mal verletzt. Ein (ch)riskantes Spiel. Das Wortspiel bietet sich da ja geradezu an, da eben jener Brasilianer die Vorzüge der Autostadt im Boulevard nun doch wieder geringschätzte und die Frankfurter Tribüne doch schöner ist als die Wolfsburger. Nein, bitte keinen Chris mehr.

Das Potential ist bei Hertha BSC sicher größer. Da gibt es den einen oder anderen, dem auch das Eintracht-Trikot stehen würde. Pierre-Michel Lasogga als Stürmer – aber da werden ganz andere Kaliber zuschlagen aus Liga eins. Dasselbe gilt für Adrian Ramos, den aber auch sehr divenhaft auftretenden Kolumbianer. Leute wie Raffael, den launenhaften Mittelfeldmann und seinen Skandalo-Kollegen Patrick Ebert, den wird man sich in Frankfurt nicht antun wollen. Und was wäre mit’m Iron Maik Franz? Den werden einige sicher wieder fordern – das wird sich die Eintracht aber sicher nicht nochmal leisten. Er hatte seine (Treue)-Chance. Ansonsten gibt die Hertha-Defensive auch nichts her; Ottl wollte nie her und wie Niemayer spielt er eine Position, die in Frankfurt besser besetzt ist.

Ich machs kurz: So richtig viel stärker werden wir nicht, wenn wir uns vornehmlich im Absteiger-Sortiment bedienen. Im Tor gerne, sonst sollte man mal anderswo anklopfen und im besten Falle Leute ausgraben, die noch nicht jeder kennt. Einen, der einschlägt wie die Vasoskis, Liberopoulos und Co. – das wäre doch mal was. Vielleicht stößt man intern ja überdies eine Reform an und beauftragt künftig Leute, die nicht in den 70er und 80er Jahren aktiv waren 😉

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Testfahrt im Stadtwald

Vor der großen, mind. 105 Minuten langen Party am kommenden Sonntagnachmittag stellt sich die Frage, ob man in diesem – dem einzig verbleibenden nicht wettbewerbsverzerrenden Spiel – nicht ein, zwei Wagnisse eingehen möchte. Julian Dudda, Alexander Hien, Erik Wille, Elia Soriano, Anthony Jung wären fünf Leute, die man nun gefahrlos testen könnte. Zumal Benny Köhler ausfällt und die Entscheidung, ob man bspw. Karim Matmour, Bamba Anderson oder Erwin Hoffer weiterverpflichtet oder nicht, gefallen sein dürfte.

Es wäre eine Möglichkeit, zumal gegen einen der starken Gegner aus der zweiten Liga, diese jungen Spieler unter echten Wettlkampfbedingungen zu testen. Nicht gegen Neu-Isenburg, Zeilsheim oder eine andere Schoppentruppe zwischen Mai und August, sondern jetzt, gegen gestandene Profis. Schaden kann es wahrlich nichts mehr. Zumal die Zweitliga-Meisterschaft bestenfalls ein mediales Ding ist. Schön zu haben, aber keiner brauchts – siehe Liga Pokal.

Der (Erkenntnis)Gewinn durch einen Test besagter junger Spieler wäre zumindest wertvoller als ein nicht-existenter Titel.

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Wir müssen das regeln

Nach dem mein Beitrag vom Wochenende recht hohe Wellen schlug, möchte ich nicht verleugnen, dass die Wortwahl zu grob war. Dafür entschuldige ich mich nochmals, Pauschalisierungen sind eigentlich gar nicht meine Sache.

Doch ich stehe zur Kernaussage, das, egal wie viele Leute Pyros gezündet, Sitzschalen geworfen oder die Fäuste haben fliegen lassen, es dieser unser Verein ist, der ganz nah am Punktabzug steht. Und deshalb schiebt mancher Fan – ich zumindest – regelrecht Panik. Weil nichts und niemand verhindern kann, dass der Eintracht solche Sanktionen die Füße wegziehen. Außer jenen Pseudo-Revoluzern, die Feuerwek außerhalb von Silvester für unglaublich cool halten. Kein Alex Meier, ja nicht mal ein zweiter Messi könnte auf dem Rasen irgendetwas regeln, wenn auf den Rängen alles so weitergeht wie bisher: Feuerchen brennen, Feuerzeuge und Bierbecher fliegen etc.

Es ist, und darin liegt die Schwierigkeit, auch nur bis zu einem gewissen Punkt die Schuld der aktiven Täter. Das mögen sogar recht wenige sein, wie viele Szenekenner zurecht stets wiederholen. Doch sie können sich auf eine jolende Menge verlassen, die ihnen im Falle des Pyrofalles frenetisch die Stange hält. Nein, ich erwarte keinen Heroen, der den Tätern auf die Gondel haut. So mutig wäre, zumal gegenüber oftmals Betrunkenen, weder ich noch andere. Doch ein Pfeifkonzert gegen die „eigenen Leute“ wäre eine ebenso einfache wie symbolhafte Geste. Denn wer nicht pfeift, nicht den Kopf schüttelt, nicht den Mittelfinger zeigt, macht sich mit diesen Leuten gemein. Das kann nicht im Sinne von Eintracht Frankfurt, nicht im Sinne des Images und nicht im Sinne einer Fangruppe sein, die von sich selber viel hält.

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@rotundschwarz und Beve

Ich habe mich hinreißen lassen. Zu einem emotional bösartigen, aber im Kern meines Erachtens eben doch richtigen Beitrag. Mir wurde die Freude an diesem tollen sportlichen Erlebnis genommen, zumindest die Freude dadurch gedämpft, dass irgendwelche Leute wieder mal Pyros und Bengalos zünden (und dem Verein schaden) und danach es weiter heiß hergeht obwohl es ein Grund zum Feiern ist. Zum friedlichen, un(!)provokanten Feiern.

Aber anstatt sich einfach nur zu freuen, explodieren diese verdammten Feuerwerkskörper wieder. Mit dem Resultat, dass es wieder dicke Vereinsstrafen hagelt und JEDE Verfehlung mehr diesen (!) Verein einen Schritt näher an Punktabzüge bringt. Der DFB würde dies übrigens auch tun, wenn es in diesem Fall nicht krass in den sportlichen Verlauf zu einer Unzeit eingreifen würde. Aber was ist mit dem Saisonstart 2012/2013? Oder irgendwann sonst? Nur diese Leute sind daran schuld, dass vielen Fans – die ohne den ganzen Pyro-Pobanz und fliegende Fäuste auskommen – Spaß, Freude und Achtung an dem Sport, Spiel und Aufstieg verloren geht.

Ich weiß nicht, wie es in eurem Umfeld aussieht. Aber  wer behauptet, diese Typen täten dem Image der Stadt, des Vereins, des Sports gut, der hat eine Meise. Ich sehe es einfach schon lange nicht mehr als ein Minderheitenproblem an. In einer gewissen Schicht, Altersschicht, ist diese Attitüde schon lange mehrheit und opportun. Daher auch meine drastischen Worte. Müssen nicht gefallen, tun sie mir im Nachhinein auch nicht so sehr, aber für mich ist halt ein Punkt erreicht an dem ich mir dem Differenzieren einfach an Grenzen gekommen bin. Sorry.

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Einzelkritik vs. Alemania Aachen

Oka Nikolov: Einmal gut pariert, einmal daneben gegriffen – mehr war da nicht. Der ewige Oka hielt die Null, das war gut für die Tabellenführung.

Bamba Anderson: Routiniert, abgeklärt, ballsicher. Ein Ausrutscher, das kann passieren. Wieder mal der sicherere Innenverteidiger.

Gordon Schildenfeld: Bolzen nach 10 Minuten, eine gute Rettungsaktion in der 70. Minute. Sonst war das in Ordnung, ohne das es Anlass gebe, dass der große Leistungssprung noch kommen wird.

Sebastian Jung: Trieb auf rechts das Spiel gut an, zählte zu den besseren Frankfurtern, weil er einer der wenigen war, die auch im ersten Durchgang laufen wollten.

Heiko Butscher: Ruhig und ohne Fehler, aber ebenso ruhig nach vorne. Da geht mehr. Passabel.

Matthias Lehmann: Viele Stockfehler, einige missglückte Abspiele. Später viel besser, gute Pässe und umtriebig. Alles in allem noch okay.

Sonny Kittel: Unauffällig, konnte keine Impulse setzen. An ihm lief das Spiel fats komplett vorbei.

Benjamin Köhler: Phlegmatisch im ersten Abschnitt, im zweiten Durchgang besser – vor allem, weil er die Schnörkel wegließ und klare Pässe spielte.

Sebastian Rode: Als einziger auch in der ersten Halbzeit mit so etwas wie Lauffreude. Lief diesmal allerdings auch oft wie Falschgeld umher, fing keine Bälle ab, reagierte zu oft. Trotzdem war er bei den besseren Spielern.

Alex Meier: Zwei sehr gute Schüsse, zwei Mal unglücklich abgeblockt. Sonst kaum zu sehen, einer seiner weniger guten Auftritte.

Mohammadou Idrissou: Zwei weitere Tore, viel gelaufen. So liest sich ein gutes Arbeitszeugnis.

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Armin Veh: Die Sprech-Chöre gegen Ende des Spiels sagen alles über seinen Stellenwert in Frankfurt und für dieses Projekt Wiederaufstieg. Sein Charakter, sein Können, seine Ausstrahlung – sie waren maßgeblich. Daumen hoch

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