Monatsarchiv: Mai 2012

Baustellen

Nach meinem bewusst ketzerischen Beitrag zum Thema Transferpolittik der Eintracht (danke LajosD., dass du schon den Wecker für mich stellst *g*) lege ich mit einer Kleinigkeit nach: Der AS Monaco wird Georgios Tzvalles nicht verpflichten. Wenig überraschend für all jene, die ihn spielen haben sehen. Überraschend aber wohl für die Eintracht-Verantwortlichen. Und gleichsam eine Baustelle mehr. So langsam dämmert einem dann doch, dass noch viele Blinde in Frankfurt vorbeischauen müssen, damit wieder Platz im Kader verfügbar ist und Tzavellas sowie Ricardo Clark ihrem Job nochmal aktiv irgendwo nachgehen dürfen.

Was macht eigentlich die Stürmersuche? Nachdem die Frankfurter Rundschau mir jetzt den Zweitliga-Offensiven Inui als Stürmer verkaufen wollte, war ich doch gleichsam irritiert wie verängstigt. Ich brauche sicher keinen Lakic oder einen Zidan im rot-schwarzen Dress, aber einen 1,63 Meter Japaner für vorne drin? Um Himmels Willen. Als Backup für Alex Meier? Das wäre vernünftig. Aber für bis zu zwei Millionen Euro? Keinesfalls. Dann sollten sie den Betrag sogar lieber in einen Hoffer investieren – von Bamba Anderson für die Defensive rede ich gar nicht erst.

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Jung? Hungrig? Deutsch?

Ich frage das jetzt mal bewusst provokant: jung, hungrig, deutsch, haben – pardon, hatten – wir das nicht zu zwei Dutzend in der eigenen U23 Eintracht Frankfurts? Und doch vergeht kein Tag, an dem nicht einer der Leistungsträger (immerhin Rang 3 in der Regionalliga) zu einem anderen Verein wechselt. Nicht, dass jemals ein vermeintliches Talent aus Frankfurt andernorts den Durchbruch geschafft hätte, aber wäre der Verein angesichts klammer Kasse nicht gut beraten, wenigstens zwei, drei Jungs zu halten? Nein? Ok, dann leg ich mich wieder hin. Weckt mich, wenn wir stattdessen viele hunderttausend Euro für Zidan, Lakic, einen Brasilieroafrikanasiaten oder andere Wankelmütige ausgegeben haben.

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Das Deichmann-Problem

Vor wenigen Tagen war ich genötigt, einen unliebsamen Weg zu beschreiten. Es steht schließlich bald eine Hochzeit an, und auch der Trauzeuge darf dann nicht in Eintracht-Trikot, sondern in feinem Zwirn und passendem Schuhwerk (Stollen ausgeschlossen) erscheinen. Auf den stets bevölkerten Einkaufsstraßen der Stadt also führte es mich vorbei an jenen Läden, die es mittlerweile überall gibt – hinein in den gefühlt einzigen Schuhladen der Republik: Deichmann.

Da saß ich also. Auf einem jener engen, unbequemen Schemel, die es braucht um den gemeinen Straßenschuh gegen edlere Treter der Marke A, B, C bis Z zu tauschen. Man sollte nicht meinen, wie schwer es ist, die passenden Schuhe zu finden. Optisch, nun gut, da bin ich kompromissbereit. Rieker, Gabor oder doch Victory? Der Hersteller könnte mir egaler nicht sein. Beim Preis wird es dann schon kribbeliger. Zehn, meinetwegen 20 Euro machen den Unterschied nicht aus. Da sagt man sich eben: Muss halt jetzt mal sein, die behälste auch eine Weile und gibst ja nicht ständig so viel aus. All das lässt sich also vergleichsweise unkompliziert umschiffen. Doch ein Faktor quält den Schuhkäufer und entpuppt sich schnell als das grundlegende Problem: Welcher Schuh passt? Aus welchem schlupfe ich nicht mit der Ferse hinaus? Bei welchem drückt es nicht auf dem Spann oder  vorne?

Und so gingen die Minuten dahin. Geschlagene 90 Minuten – ein ganzes Fußballspiel – verbrachte ich in diesem  klimatisierten, riesigen Laden, hinten links im Eck, dort, wo die Inhaber generös zehn Quadratmeter für Herrenschuhe freigeräumt hatten. Mittlerweile waren dutzende und aberdutzende jüngere und ältere Frauen bereits mit grün-weißer Plastiktüte aus dem Geschäft stolziert, manche mit, manche ohne Schuhkarton. Einige ließen sich die Pflegeprodukte oder Einlagen andrehen, andere lehnten ab. Nur ich schien keinen Meter voran zu kommen. Zumindest nicht, ohne dass es irgendwo drückte, das verfluchte Leder. Pardon, Kunstleder. Oder was auch immer es für ein Material war. Krokodil?

Ein Südafrikaner also? Sean Dundee? Nein. Solche Gedanken schossen mir in den Kopf. Und plötzlich verharrte ich wieder in der Eintracht-Welt. Dort sind Bruno Hübner und die Prototypen einer Scouting-Abteilung ja ebenfalls im großen Deichmann auf Schuhsuche. Und sie werden dieselben Probleme haben wie ich: Vorne drücken die Schuhe, die sie besitzen – alleine deshalb muss was Neues in den Schrank. Es darf aber nicht zu viel kosten. Und im Gegensatz zu mir, der genügsam durch den Laden stapfte und einfach nur etwas kaufen wollte, das nicht wehtut, stellen die Eintracht-Funktionäre Ansprüche. Jung, also möglichst ungetragen, soll der Schuh sein. Schnell darin laufen soll man können – spricht also eher für die Jogging- und nicht für die Abendgarderobenabteilung. Wenn er in heimischen Landen produziert und schonmal ab Werk probegelaufen wurde, wäre das wünschenswert. Und billig muss er zudem sein. Riecht eigentlich nach second-hand-Ware. Doch die Crux an all dem: Es liegen gar keine Schuhe im Regal. Während ich mich also vor Auswahl kaum retten konnte, müssen die Verantwortlichen bei Eintracht Frankfurt erstmal ein Geschäft finden, in dem die Regale voll sind. Nach Möglichkeit eines, wo nicht nur Bückware ausgestellt ist.

Doch wie man so hört, fallen Leute gerne auf Fälscher rein. Besonders ausgeprägt ist dieses Handwerk übrigens in Ägypten. Und welcher flinke Schuh damit gemeint sein könnte, dürfte klar sein. Zumindest ist Mohammed Zidan Stand heute der einzige Stürmer, der auf dem Bundesliga-Basar herumsteht.

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Die Lachnummern in Schlips und Kragen

Der DFB, diese Sportgerichtsbarkeit ist eine Lachnummer. Das – die Vorfälle bei Düsseldorf vs. Hertha – wären die Gelegenheit gewesen, ein Exempel zu statuieren. Irgendeines – und sei es ein Punktabzug für Düsseldorf nach Aufstieg plus Geisterspiel plus, plus, plus. Stattdessen sorgen die Anzugträger dafür, dass sich ab jetzt jede noch so dumme Fangruppe auf diesen Präzedenzfall wird berufen wollen/können. Und ganz ehrlich, es gibt keinen Grund, wieso man irgendwen jetzt noch sanktionieren sollte. War ja ein positiver Platzsturm, eine positive Rauchbombe, ein positiver Bengalo – und solange sich niemand faktisch (<–juristisch also körperlich) verletzt, ist alles schön.

Wie Juristen denken, konnte man schon in den Live-Tickern wunderbar verfolgen. Da wird sich um Spitzfindigkeiten gerangelt. Was nun genau Angst ist, ob man dafür weinen, Tränen in den Augen haben muss. Um Halb-Angst,  um die Frage ob ein Co-Trainer auch Anweisungen an Spieler gibt. Das ist doch alles latte. Es geht darum, dass im Fußball binnen kürzester Zeit ein Spiel kippen kann. Siehe ManCity Meisterschaft vor wenigen Wochen. Die waren ergebnistechnisch tot, kamen in 3 Minuten ins Spiel und waren plötzlich Champion. Bayern/ManU-Syndrom. Kann man ausschließen, dass es bei Hertha – und ich bin wahrlich kein Fan dieses Vereins – nicht so gelaufen wäre? Nein, kann man nicht. Und da man auch den Weltuntergang nicht ausschließen kann, reicht das alleine nicht für eine Entscheidung pro Wiederholungsspiel. Aber das man Düsseldorf gänzlich aus der Verantwortung nimmt, ist geradezu skandalös. Eine Seite der Medaille übrigens, die in all den Wochen noch gar nicht beleuchtet wurde. Wo sind die Stimmen, die mal Fortuna an die Kandarre nehmen? Lese ich nichts von. Mir persönlich ist es völlig schnuppe, was mit Hertha BSC passiert. Sich in die Liga klagen ist lachhaft, ohne Zweifel. Und trotzdem: unter den o.g. Umständen vollziehe ich den Schritt nach. Düsseldorf kann ich zugegeben so sehr leiden wie Zahnweh, das ist wahr, aber auch da soll es mir nur recht sein wenn die Fallertruppe in Liga 1 ihre Grenzen (Grasnarbe) aufgezeigt bekommt. Mir geht es einfach nur darum, dass da jemand weiß gewaschen wird, der in den Dreck gefallen ist – und da nicht mit irgendeiner Sanktion um die Ecke zu kommen (siehe oben) ist grotesk. Das hat ja nicht mal mehr salomonische Züge, dieses Urteil. Das hat schon Züge von Hexenjagd – lustigerweise im einzigen Moment, wo es wirklich mal gefährlich war auf dem Platz. Denn das, was vormals in Köln, Frankfurt und Berlin geschah, war zwar wilder und noch dümmer – aber letztlich waren es dort die superdummen paar Dutzend. Diesmal reden wir von Hunderten, wenn nicht sogar von einer vierstelligen Anzahl auf dem Platz. Nicht, dass sie so randalierten wie die Hooligans und Hirnheimer aus Frankfurt, Köln und Co. Aber doch möchte ich denjenigen sehen, der, wenn hunderte Typen auf ihn zurennen, davon nicht beeindruckt ist. Profisportler hin oder her: auch die sind Menschen und können ihre ebenso menschlichen Reaktionen nicht ausschalten.

Der DFB ist eine Lachnummer. Und das werden viele viele Chaoten den Verband spüren lassen. Und, so leid es mir tut, sie werden gut und recht daran tun. Wobei: Es wird auch dann wieder darauf ankommen, welcher Verein beteiligt ist. Es gibt nämlich solche und solche Angeklagten und es gibt solche und solche Opfer. Ein Schelm, wer Böses denkt 🙂

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Ästhetik einmal anders

„Schöner Fußball“, ich kanns nicht mehr hören. Wer bestimmt denn, was schön ist? Leute, die beim Laufen in der Kreisliga über ihre Füße gestolpert sind, oder in ihren Betriebs- und Freizeitkick-Mannschaften über Kurzpässe philosophieren. Oder eben Holländer wie Johann Cruyff. Irgendein Stehgeiger Netzer´scher Prägung aus den 70ern, der meint, er wolle keine Titel gewinnen wenn er so spielen müsse, wie Chelsea London das tue.

Erstens ist das ein wohlfeiler Kommentar eines alten Mannes und zweitens zeugt es von null Ahnung. Ein Team hat so zu spielen, wie es seine Resourcen hergeben und wie es als Mannschaft am besten harmoniert. Drehen wir die ganze Ästhetik-Diskussion doch einmal um: Der perfekte Fußball ist, 90 Minuten kein Tor zu kassieren und in der 91. Minute selbst eines zu schießen. Chealsea, AC Mailand, Griechenland: Disziplin und der Glauben an die Stärke sowie Geschlossenheit sichern den Erfolg. Wenn jedes Team so spielt, wie es das am besten kann, hat es Erfolg. Die Sommer- und Strandfußballer feiern auch Siege. Medial werden sie dann mit Hybris aufgeblasen. Siehe Dortmund. Und wenn eben jene Einschaltquoten-Teams die Grenzen ihrer Herrlichkeit aufgezeigt bekommen, werden sie zu Opfern bösartigen Spiels und die Sieger zu hässlichen Entlein degradiert. Schon irgendwo eine Zeile in deutschen Sportgazetten gelesen, die Chelsea Londons Leistung würdigt und mal anspricht, dass sie ihrer Linie von Beginn bis Ende der Saison treu blieben und sogar nach personellem Engpass konsequent ihr Spiel spielten? Und am Ende Champions League Sieger wurden. Nein. Stattdessen (geheucheltes) Mitleid mit Bayern München.

Schöner Fußball. Was für ein Blödsinn. Ein Konstrukt, eine der Konsumgesellschaft angepasste Ästhetik. Wir finden das gut, was wir gut finden sollen. Viel Spaß beim Lemmingsein, so dann. Meine Comunio Mannschaft wird jedenfalls im 5-4-1 auflaufen und meine Jugendmannschaft weiter mit vielen, vielen Defensiven und drei schnellen Offensiven sowie einem großgewachsenen Stürmer spielen. Ein Hoch auf die Abwehr! 🙂

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Wie im echten Leben

Ich find das einfach faszinierend. Wenn ich mich so mit manchem Eintracht-Fan unterhalte oder durch die Anonymität des Internets lese, werden die amüsantesten Vergleiche gezogen und Maßstäbe gesetzt. Nein, mit Bayern und Dortmund oder Schalke müsse man sich nicht messen. Aber an Werder Bremen müsse man sich orientieren, das sei ein Mittelklasseklub. Oder dem VfB Stuttgart. Mittelklasseverein. Dass beide Teams in den vergangenen 5,10, 15,20 Jahren doppelt und dreifach so viel erreicht haben wie die Eintracht, ja, nicht mal abgestiegen sind, und in der Regel internationale Pokalwettbewerbe spielten: egal.

Auch wenn ich damit mal wieder nicht auf Linie liegen werde, aber unsere Fixsterne tragen andere Namen. Kurz- wie mittel und langfristig. FC Nürnberg. Hannover 96. FSV Mainz. Und letztlich – in Abwesenheit – FC Köln und Hertha BSC Berlin. In diesem Eck werden wir uns einfinden. Es ist ja kein Geheimnis, dass es schnell geht mit den Pauschalverurteilungen: Tiefstapelei, nicht ambitioniert genug etc. Nunja, keinem Spieler war es je verboten, alle 34 Spiele zu gewinnen. Geäußerte bzw. geplante Zielvorgaben sind nicht dasselbe, wie das, was tatsächlich zu erreichen ist. Dortmund hat, genauso wenig wie Hannover und Gladbach, das letztlich Erreichte zur Maxime erklärt – aber im Kämmerlein genau daran gearbeitet. Es geht doch einzig und alleine darum, den Druck nicht größer werden zu lassen als nötig – vor allem in diesem Haifischbecken Frankfurt, wo es nur Tal der Tränen und Himmelspforte gibt.

Kurz: Natürlich kann es für einen Mittelklasseverein wie Eintracht Frankfurt einzig und alleine darum gehen, im Mittelfeld zu landen. Das muss irgendwann der Normalzustand sein. Ausreisser nach oben (und unten) sind jederzeit möglich. Wie im echten Leben.

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Abhaken

Alexander Baumjohann? Um Himmels Willen. Da hoffe ich doch inständig auf die Richtigkeit der HR-Meldung und der Bruchhagen´schen Aussagen, dass der junge Mann nicht nach Frankfurt, zumindest nicht zur Eintracht, wechselt. Das fleischgewordene one-hit-wonder des 21. Bundesligajahrhunderts darf ruhig weiterhin von seinem halben guten Jahr leben und Umfelder verrückt machen. Nee, ehrlich jetzt: Wer nach ein paar Monaten Mönchengladbach meint, er könne bei Bayern München aufspielen, sich dann herabwürdigen um bei Schalke aber wenigstens Stammspieler zu sein … nein, da interpretiere ich einen gewissen Charakterzug hinein, der mir persönlich ganz quer liegt. Also: Weiter im Spekulationstext, bitte 😉

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