Ästhetik einmal anders

„Schöner Fußball“, ich kanns nicht mehr hören. Wer bestimmt denn, was schön ist? Leute, die beim Laufen in der Kreisliga über ihre Füße gestolpert sind, oder in ihren Betriebs- und Freizeitkick-Mannschaften über Kurzpässe philosophieren. Oder eben Holländer wie Johann Cruyff. Irgendein Stehgeiger Netzer´scher Prägung aus den 70ern, der meint, er wolle keine Titel gewinnen wenn er so spielen müsse, wie Chelsea London das tue.

Erstens ist das ein wohlfeiler Kommentar eines alten Mannes und zweitens zeugt es von null Ahnung. Ein Team hat so zu spielen, wie es seine Resourcen hergeben und wie es als Mannschaft am besten harmoniert. Drehen wir die ganze Ästhetik-Diskussion doch einmal um: Der perfekte Fußball ist, 90 Minuten kein Tor zu kassieren und in der 91. Minute selbst eines zu schießen. Chealsea, AC Mailand, Griechenland: Disziplin und der Glauben an die Stärke sowie Geschlossenheit sichern den Erfolg. Wenn jedes Team so spielt, wie es das am besten kann, hat es Erfolg. Die Sommer- und Strandfußballer feiern auch Siege. Medial werden sie dann mit Hybris aufgeblasen. Siehe Dortmund. Und wenn eben jene Einschaltquoten-Teams die Grenzen ihrer Herrlichkeit aufgezeigt bekommen, werden sie zu Opfern bösartigen Spiels und die Sieger zu hässlichen Entlein degradiert. Schon irgendwo eine Zeile in deutschen Sportgazetten gelesen, die Chelsea Londons Leistung würdigt und mal anspricht, dass sie ihrer Linie von Beginn bis Ende der Saison treu blieben und sogar nach personellem Engpass konsequent ihr Spiel spielten? Und am Ende Champions League Sieger wurden. Nein. Stattdessen (geheucheltes) Mitleid mit Bayern München.

Schöner Fußball. Was für ein Blödsinn. Ein Konstrukt, eine der Konsumgesellschaft angepasste Ästhetik. Wir finden das gut, was wir gut finden sollen. Viel Spaß beim Lemmingsein, so dann. Meine Comunio Mannschaft wird jedenfalls im 5-4-1 auflaufen und meine Jugendmannschaft weiter mit vielen, vielen Defensiven und drei schnellen Offensiven sowie einem großgewachsenen Stürmer spielen. Ein Hoch auf die Abwehr! 🙂

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Ästhetik einmal anders

  1. mein lieber Björn, ich stimme Dir uneingeschränkt zu !
    Gruß aus dem Osten des Kreis MR-BID
    LajosD.

Diskussion

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