Monatsarchiv: September 2012

Einzelkritik vs. SC Freiburg

Kevin Trapp: Er fischte einen Distanzschuss, der ohne sein Eingreifen passgenau im Winkel gezappelt wäre. Beim 0:1 hat er viel Pech, sonst nicht gefordert.

Carlos Zambrano: Hängte zum Schluss Guede noch einen Platzverweis an, nach einem bösen Fuß-voran-Tritt. Alles in allem in Ordnung, vor dem 0:1 unglücklich. War aber, wie sein Nebenmann, selten gefordert. Nach vorne musste er den Ball öfter treiben als es ihm lieb gewesen sein dürfte.

Bamba Anderson: Lief ein, zwei Mal im 16er ganz stark die Stürmer ab, gewann viele Kopfballduelle – und trotzdem beschwört er durch manches, siehe Ausrutscher vor dem 0:1, Gefahr herauf. Musste sich immer wieder als halber Spielmacher betätigen und mit nach vorne gehen, weil im ersten Abschnitt viel zu wenig Bewegung im Mittelfeld herrschte.

Sebastian Jung: Warf sich in jeden Luftkampf gegen Caliguri, denn mit dem langen Ball auf den linken Offensivflügel versuchten es die Freiburger oft. In Laufduellen gewohnt bissig, zu oft aber zu unentschlossen nach vorne.

Bastian Oczipka: Defensiv erneut mit sichtbaren Schwächen im Stellungsspiel und Zweikampfverhalten. Offensiv gebremst, wie das ganze Team. Alles in allem durchschnittlich – gleichwohl seine Ecken, wie vor dem 2:1, wirklich gut sind.

Pirmin Schwegler:  Sichtbar zu einem würdigen Kapitän gemausert hat er sich seit geraumer Zeit, doch was er spielerisch bietet in diesen Wochen, ist schon Abteilung Feinkost: Defensiv stabil und resolut, grätschend wie stellungsspielend. Technisch sehr gut und umsichtig, befreite sich aus so mancher kniffeligen 1 gegen 3 Situation.

Sebastian Rode: In der Arbeit nach hinten fast mühelos, nach vorne aber reichlich wild. So kennt man das aber von dem Irrwisch. Das Umschaltspiel über ihn lief heute längst nicht so gut wie in den vergangenen Wochen; holte sich trotzdem viel Beifall bei der Auswechslung ab.

Stefan Aigner: Brauchte sehr lange um ins Spiel zu finden, ab Mitte der zweiten Halbzeit war er drin und dann der bessere Flügelspieler. Keine großen Szenen – aber die braucht es auch nicht immer.

Takashi Inui: Er ist also doch nur ein Mensch, das lässt sich nach diesem schwachen Auftritt sagen. Die Großchance zum 1:0 auszulassen und eine ähnliche Situation später zu vertendeln, können passieren. Ansonsten war er sichtbar aus dem Spiel, die Freiburger hatten ihn voll im Griff.

Alexander Meier: Bester Frankfurter, und das nicht nur wegen des Weltklassetors zum 1:1 und des Siegtreffers. Schon im vorherigen Spielverlauf der einzige, der auch mal Bälle in den Lauf der Mitspieler probierte.

Erwin Hoffer:  Ihm gelang herzlich wenig, einige Ballannahmen erinnerten an die Bezirksoberliga. War bemüht, rannte Bällen hinterher – aber das ihn die Auswechslung nach dem 0:1 traf, war wenig überraschend.

—————

Karim Matmour: Nach seiner Einwechslung kam endlich etwas mehr Zug ins Offensivspiel. Belebte die Zentrale spürbar, auch wenn er nicht direkt zum Abschluss kam. War besser im Spiel als Hoffer.

Martin Lanig / Stefano Celozzil: Kamen zu spät, um sie bewerten zu können.

Armin Veh: Mit der Manndeckung der Freiburger rechnete er vermutlich nicht, wie das Team brauchte er 45 Minuten um das Freiburger Spiel zu durchschauen. Daher wirkte – unabhängig vom 0:1 – das Offensivspiel im zweiten Durchgang auch besser. Vor allem die Hereinnahme von Matmour zahlte sich aus, der jene Geschwindigkeit und jene Laufbereitschaft ins Team brachte, die zuvor sichtbar fehlte.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge

Alles auf Plastik

Am vergangenen Dienstag, so gegen 21.30 Uhr, ging eine Sitzschale im Stadion zu Bruch. Zwei Reihen vor mir freute sich ein Fan derart, dass er auf den Sitz stieg, hüpfte und plötzlich mit beiden Beinen durch das Plastik krachte. Da stand er nun, die kurzen Ärmchen in die Höhe gereckt und starr vor sich hin jubelnd, Sekunden nach dem 3:3 Ausgleich durch Bamba Anderson.

Nicht mal eine Woche später stellen sich daher zwei Fragen: Wird die Sitzschale ausgetauscht, das Malheur beseitigt worden sein? Und gelingt der Eintracht ein – vielleicht gar drei – weiterer Punkte gegen den Abstieg? Oder kommt die Diva zum Vorschein, die nach einem glanzvollen Auftritt die Ernüchterung folgen lässt?

Selbst ernüchtert befände man sich ja auf Wolke 6. Aber wer hat schon etwas dagegen, (fast) ganz oben zu stehen? Apropos oben: Ich schaue mir das Spiel wieder aus halber Höhe an. Und wenn es für den Sieg nötig ist, krache ich meinetwegen diesmal durch das Plastik.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge

Verspätete Schritte nach vorn

Es gibt im Leben eines jeden diese Weggabelungen, Entscheidungen, die Türen auf und zu gehen lassen, die zu dem einen oder anderen Ausgang der Dinge führen. Manchmal, und nie weiß man es vorher, schubst einen der Sturz, der sich so bitter, so schmerzhaft anfühlt, in die Richtung, die einem auf den besseren Pfad für das weitere Leben leitet. Ein Schritt rückwärts, zwei Schritte nach vorn? So abgedroschen diese Weisheit auch klingt: Im Leben eines Menschen wie auch im Falle von Eintracht Frankfurt steckt viel Wahrheit darin.

Im Rückblick wirkt der Abstieg wie eine Befreiung. Durch den Niedergang änderte sich das Setting, die Strukturen bröselten, ein ganzer Verein war zur kritischen Selbsreflexion gezwungen. All das änderte nichts am Sturz und am Schmerz, doch ist das – wie meine Großmutter so etwas einst nannte „An sich selbst riechen“ – die Basis für die Häutung, wie die Frankfurter Rundschau kürzlich titelte.

Im Rückblick hat mancher Fan vielleicht das Gefühl, dass man so eine Entwicklung wie die aktuelle sowohl früher als auch billiger hätte haben können. Das halte ich für einen Trugschluss. Der Mensch lernt erst nach Verletzungen, Kollektive ebenfalls. Da hilft es auch nicht, dass ein bekennender Mahner in der Führungsriege des Vereins stand – vielleicht, weil seine Aussagen oft als Unkenrufe geschmäht wurden und man taub wurde dafür, dass irgendwann wirklich der Gefahrenpunkt erreicht ist. Aber all das ist Vergangenheit. All das ist ein nettes Gehirnjogging – und die Mannschaft tut derzeit alles dafür, die Vergangenheitsbewältigung imnu abzuschließen.

Apropos Mannschaft: Gegen den SC Freiburg werden einige unter den 45 000 ins Stadion pilgern, die eine Erwartungshaltung haben. Und zwar jene, dass nach der Gala gegen Dortmund das vorgeblich kleine Freiburg mal eben besiegt wird. Dabei wissen wir ja ganz genau, woher der alte Divenname stammt. Die Großen ärgern, die Kleinen aufbauen. Das Missverständnis: Am Sonntag treffen zwei Kleine aufeinander, auch wenn sich das aktuell anders anfühlt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge

Ein linkes blaues Auge

Vielleicht erlebten die 51 500, die am Dienstagabend in das Stadion im Stadtwald Eintritt fanden, die außergewöhnlichste Stimmung und das nervenaufreibenste Spiel seit Jahren. Ich erinnere mich an den 1:0 Sieg gegen Bayern München im Frühjahr 2007, wo es ähnlich laut, emotional und kämpferisch zuging. Fünfeinhalb Jahre später bebte das Stadion, zumindest für die 40 000, 45 000 bekennenden Eintracht-Fans, wie selten zuvor. Was nach dem 2:2 abging, als 15- bis 75-Jährige aufsprangen, auf die Plastikstühle kletterten, sich im Stehblock die Massen an die Geländer schoben vor Freude, als überall gehüpft, gesprungen, geschrien und geweint wurde – da war wohl klar, dass an einem besonderen Abend eine besondere Mannschaft in rot-schwarz auf dem Feld steht.

Besonders in vielfacher Hinsicht. Über den Spielstil ist schon viel gesagt und geschrieben worden, über den Offensivdrang, den Mut, den Kampf, die Leidenschaft. Auch über Bastian Oczipka und mögliche Nationalmannschaftsambitionen. Doch wurde spätestens gegen Borussia Dortmund -sicher kein Irgendwer im Profifußball – die Defensivschwäche des Neuzugangs sichtbar. Im Zweikampf beim Rückwärtsgang fehlt ihm die Robustheit, die Cleverness. Sein Stellungsspiel offenbart große Mängel, in zwei Szenen deckte er gar die Seitenauslinie ab und machte somit die Mitte für Blasczykowski sperrangelweit auf – es waren Auslöser für Trapp-Paraden. Es wird kein Zufall gewesen sein, dass Bastian Oczipkas Seite jene war, die der BVB konsequent für seine Angriffe nutzte. Während Sebastian Jung die rechte Abwehrseite auch deshalb dichthalten konnte, weil darüber so gut wie kein Angriff vorgetragen wurde, schwamm die Nummer 6 phasenweise wie ein Seepferdchen-Anwärter.

Das 0:1, das Billiardtor, fiel über links und der Torschütze konnte doch recht problemlos die Lücken nutzen, die nach dem langen Diagonalball von rechts entstanden. Die Hereingabe nach dem 0:2 schoss Pisczek ebenfalls von der linken Grunndlinie – und selbst das 2:3, wo Götze Bamba Anderson austanzt, ist ein langer Ball auf die linke Seite, während Oczipka jenseits der Mittellinie stand.

Ja, das letzte Gegentor ist der Spielweise des Teams geschuldet. Wer Harakirifußball spielt, muss zwangsläufig hinten offen stehen. Das kommt sicher Oczipka und seiner Philosophie entgegen. Dass er an diesem Dienstag offensiv nicht ins Rollen kam – die Torvorbereitung zum 3:3 ausgenommen – , ließ die Schwächen offensichtlicher zum Vorschein treten als zuvor.

Was sollten die Lehren aus diesem Spektakel sein? Eigentlich vor allem eine: Nach dem erkämpften 2:2, wie schon beim Spiel gegen Hamburg nach dem 3:1, muss die Mannschaft im Mittelfeld resoluter, auf den defensiven Außenbahnen näher beisammen und in der Innenverteidigung konsequenter, stabiler stehen. Drei Minuten nach dem erlösenden 2:2 sofort das 2:3 zu kassieren, im Grunde das zweite Gegentor durch einen vermeidbaren Ballverlust in der Vorwärtsbewegung (Inui, ebenfalls auf links), darf nicht passieren.

Ja, der Nervenkrieg hat seinen Reiz und vieles, sehr vieles an und in diesem Team ist derzeit phänomenal. Niederlagen wird man ihr in Zukunft verzeihen wie selten zuvor. Doch da alle, allen voran das Trainerteam, nach Verbesserungen streben, werden sie genau daran arbeiten müssen. Gelingt es dieser Mannschaft, in den Situationen, in denen es nötig ist – und davon gibt es in jedem Spiel welche – auch mal 10, 20 Meter tiefer zu stehen, abwartender und damit kräfteschonender, ökonomischer zu agieren, kann Eintracht Frankfurt eine richtig große Überraschung in dieser Spielzeit gelingen; irgendwo zwischen 9 und 7. Wer auch nur mit dieser Perspektive rechnete, und mehr als eine Perspektive ist ja noch lange nicht, war ein Thor. Aber einer, der gerne immer und ewig recht haben darf und soll!

2 Kommentare

Eingeordnet unter Beiträge

Einzelkritik vs. Borussia Dortmund

Kevin Trapp: In den zwei, drei Situationen in denen er gefordert war und etwas machen konnte, war er auf dem Posten. An den Gegentoren schuldlos, in der Schlussphase zwei, drei Mal mit guter, wichtiger Strafraumbeherrschung.

Carlos Zambrano: Er wackelt bedenklich, wenn er nicht gerade resolut seinen Gegenspieler im Griff hat. Er wandelt zwischen Genie und Wahnsinn; die Frage ist, ob das auf Dauer gutgehen kann.

Bamba Anderson: Sein Tor brachte das Stadion zum Kochen, beim 2:3 nicht mal der Hauptschuldige – da verlor Inui den Ball in der Vorwärtsbewegung. Aber in der 85. Minute passierte ihm ein haarsträubender Fehler, der beinahe alles eingerissen hätte. Viel unterscheidet ihm in Bezug auf Genie und Wahnsinn nicht, nur wandelt er seltener am Rand des Platzverweises.

Sebastian Jung: Starker Auftritt in der Defensive, hielt seine Seite fast komplett dicht. Offensiv mit ein paar Unkonzentriertheiten, jedoch alles in allem wirklich gut.

Bastian Oczipka: Das Gegenteil von Jung. Wenn man ganz kritisch ist, gehen die ersten beiden Gegentore zu großen Teilen auf seine Kappe; vor allem sein defensives Stellungsspiel ist mangelhaft. Muss sich nach hinten dringend steigern, es hatte einen Grund, wieso Dortmund 90 Minuten über seine Seite versuchte zum Erfolg zu kommen. Offensiv lange blass, in der entscheidenden Phase dann mit Verve und zwei, drei guten Flanken – eine bereitete das 3:3 vor.

Pirmin Schwegler:  Auf die Gefahr hin mich im Zwei-Wochen-Turnus zu wiederholen: Klasse Partie vom Kapitän. Sagte ich gegen Hamburg, er habe das beste Spiel gemacht seit er in Frankfurt spielt, setzte er nun einen drauf bzw. bestätigte das. Aggressiv im Zweikampf, warf sich in jedes Duell, lief Pässe ab und eröffnete das Spiel mit guten Pässen. Eine Nummer 27 in dieser Verfassung ist der Pirmin Schwegler, den ich lange hoffte zu sehen.

Sebastian Rode: Es war ein typisches Rode-Spiel. Ackerte wie ein Gaul, giftig und stets bemüht. Auch offensiv mit einigen sehr starken Szenen – leider blieb so manches im Ansatz, vor allem sein Passspiel in Halbzeit eins war schwach. Kann er besser – aber alleine schon als Antreiber ein Pfund, auf das die SGE nicht verzichten kann.

Stefan Aigner: Irgendwie fliegt er stets unter dem Radar, dann taucht er auf, knallt einen Schuss ins Netz, bereitet das nächste vor und avanciert zu einem der wichtigsten Akteure. Das ist nicht zum ersten Mal so, aber einfach seltsam.

Takashi Inui: Einen richtig Großen nannte ich ihn nach dem HSV-Spiel, gegen Nürnberg bestätgite er das und gegen Dortmund lieferte er sein Meisterstück ab. Es ist nicht nur so, dass er eine famose Technik und Torgefahr ausstrahlt, er geht in der Defensive den Bällen nach, stochert sie sich zurück. Defensivarbeit eines so starken Offensiven – das adelt und macht einen Star aus. Und ich lege mich fest: Bleibt er fit, wird Takashi Inui diesem Verein sehr bald sehr viel Geld bringen; und vorher den Fans viel Spaß bereiten.

Alexander Meier: Unauffälliger als einige Teamkameraden, aber mit einem enormen Laufpensum. Ging in der zweiten Halbzeit auf jeden ballführenden Dortmunder Defensiven, selbst auf Weidenfeller. Einmal mit Pech beim Abschluss, einige gute Pässe und Kopfbälle ohne Ende. Trotzdem: Für ihn ein eher mittelmäßiger Auftritt.

Erwin Hoffer:  Nach zwei Minuten eine starke 1 gegen 1 Szene, zwei, drei gute Torschüsse und vor allem – obwohl er viel in der Luft hing – immer wieder mal mit Spitzen gegen die starke BVB-Innenverteidigung. Das war schon in Ordnung so.

—————

Karim Matmour: Sollte die Geschwindigkeit gegen die Innenverteidiger-Kanten nochmal erhöhen, das gelang ihm nicht schlecht nachdem er für Hoffer kam. Wich bei Ballgewinn auf die Außen, spielte schnell ab. Erfüllte seinen Part gut, legte einmal stark nach hinten ab.

Martin Lanig / Sonny Kittel: Kamen rein, grätschten und rackerten – und nahmen Zeit von der Uhr. Auch das ist enorm wichtig, in manchen Phasen.

Armin Veh: Was auch immer er in der Kabine zum Team sagte, wie auch immer er es schaffte, aus einem ärgerlichen und unnötigen Zwei-Tore-Rückstand diese Wende herbeizuführen: Weiter so.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge

Ein Päckchen im Stadtwald

Heute verschone ich euch mal mit meinen Bedenken rund um das Ergebnis, das ich tippen soll. Die Quote – und die Aussicht auf Rang 1 in der virtuellen wie realen Tabelle – sind zu verlockend, um nicht auf Sieg des Teams des Herzens zu gehen.

Andererseits bin ich mir ziemlich sicher, dass am Dienstagabend ab 20 Uhr ein Päckchen geschnürt wird. Für den einen oder anderen. Denn sollten beide Mannschaften den Stil beibehalten, wird ein Mittelfeldspiel so gut wie nicht stattfinden und viele viele Torabschlüsse werden zustande kommen. Das ist zumindest die Lehre aus den bisherigen Eintrachtspielen: Vorne oft Möglichkeiten generieren, hinten aber die Räume sperrangelweit offen lassen und auf Kevin Trapp hoffen. Die Frage – und Hoffnung – wird sein, ob/dass man gegen Dortmund es überhaupt schafft, in der Offensive regelmäßig gute Abschlüsse hinzubekommen. Jedenfalls wird es mehr noch als in den bisherigen Partien darauf ankommen, dass die Außen und die 6er näher und besser am Gegenspieler stehen als zuvor.

Und sollte sich kurz vor 22 Uhr alle Hoffnung aufgelöst haben, den nächsten Coup und die nächsten Punkte zu landen, ist das auch nicht schlimm. Unabhängig von der Spielweise, unabhängig vom Ergebnis – den Luxus, gegen einen Topgegner verlieren zu dürfen, konnte sich die Eintracht viele Jahre lang nicht mehr so entspannt leisten, wie heute. Ein viele Tore schweres Päckchen sollte sie, wenn es nach mir geht, aber nicht bekommen. Lieber den Dortmundern eins hinstellen, dass sie im schwarz-gelben Bus gen Westfalen hieven dürfen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge

Gesamtkritik vs. Nürnberg

Ja, die Eintracht ist tatsächlich so stark, wie es die Tabelle aussagt. Das erste Aufeinandertreffen mit einem ebenfalls formstarken Gegner in der Saison – und das Team spielt die Partie über weitere Strecken clever, diszipliniert und unbeeindruckt von den frühen Verletzungen runter – und gegen die bei Standards sehr starken Nürnberger darf man auch mal ein Gegentor kassieren.

Das offene Visier macht optisch viel her. Zu einem Team, das lange oben mitmischen kann – und es wäre ja vermessen sowas überhaupt nur anzustreben – fehlt jedoch eine funktioniernde Defensivarbeit. Denn diese kommt noch zu oft zu kurz, zu oft schnellen die Bälle an den 6ern und Außenmittelfeldspielern vorbei in die Spitze. Resultat: Die Abwehr steht, wenn der Gegner nach vorne marschiert, sehr schnell und sehr stark unter Druck. Was etwa Bastian Oczipka reitet, in der 88. Minute in zwei Gegenspieler zu dribbeln anstatt zurückzuspielen, damit einen brandgefährlichen Konter einleitend, bleibt sein Geheimnis. Dass man gegen einen am Ende anrennenden Gegner auch mal Torschüsse abbekommt, ist logisch. Einiges geschieht aber noch zu leichtfertig und naiv.

Daher sage ich: Wenn es Armin Veh gelingt, ein paar Prozent vom Harakirifußball abzubeißen, das Team, wenn der Spielverlauf es erfordert tiefer und enger stehen zu lassen, gehe selbst ich Skeptiker davon aus, dass diese Mannschaft von Eintracht Frankfurt DAS Überraschungs-Team der Saison werden kann.

So oder so: Was aktuell in Frankfurt passiert, das ist der Wahnsinn. Diese Mannschaft macht einen Spaß, den man rund um den Main seit gut und gerne 20, 25 Jahren nicht mehr hatte. Nur eine Bitte: Nicht anfangen und auf das zu schielen, was Ende der 80er / Anfang der 90er möglich war.

3 Kommentare

Eingeordnet unter Beiträge