Monatsarchiv: Dezember 2012

Der Zankapfel

Wie Jahre fühlt es sich an, dabei ist es ist erst sechs Monate her, dass der vielleicht größte Fehleinkauf, sicher aber das größte Missverständnis der Vereinsgeschichte Eintracht Frankfurt verlassen hat: Caio. Am Tag, als Alexander Meier bei http://www.bundesliga.de zum bundesweit besten Spieler der Hinrunde 2012 gewählt wurde (42 Prozent, zum 2.-Platzierten Mario Götze mit 25 Prozent), bietet sich eine Suche nach dem Karrierestatus des Brasilianers an. In der ersten brasilianischen Liga lief er für EC Bahia, knapp dem Abstieg entronnen, sechs Mal auf. Eine Partie absolvierte er seit August von Beginn an, selbst die spielte er nicht über 90 Minuten. Eine Torvorlage gelang ihm. Sein Vertrag endet am Montag. Seine Zukunft dort ist offen.

Es gibt wohl keinen, der es Caio nicht gönnt, dass er in Südamerika wieder so spielt, wie auf den unsäglichen Youtube-Videos, die monatelang rumgereicht wurden und offenbar Grundlage der Vertragsunterzeichnung seitens Frankfurt waren, zu sehen ist. Wenn Caio, der Fußballer, nicht so sehr der Charakter/Typ, für eines gut war, dann die Erkenntnis, dass sich Qualität stets gegen Optik durchsetzt. Oder anders gesagt: Das Alexander Meier der beste deutsche Fußballer anno 2012 ist und sein ehemalige Mannschaftskollege selbst bei einem Fast-Absteiger am Zuckerhut nur Teilzeitkraft ist.

Neuen Rutsch ins gute Jahr, oder so!

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DER Spieler der Hinrunde

Seid ihr so gut und hievt unseren Alexander Meier auf den Thron? Danke!

http://www.bundesliga.de/de/spielerdesspieltags/2012/spielerderhinrunde.php

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Frohes Fest

Ich wünsche allen Lesern meines bescheidenen Blogs schöne, nervenschonende Weihnachtstage und ein gutes Ankommen in 2013. Wenn ihr auch nächstes Jahr dann und wann auf http://www.eintrachtinside.wordpress.com vorbeischaut, freue ich mich – unabhängig davon, wohin die Reise unseres Vereins des Herzens geht!

Frohes Fest und guten Rutsch,

Björn Wisker

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WSV

Abgeben will die Eintracht also nur den unglückseligen Rob Friend. Das ist weder eine Neuigkeit, noch Überraschung. Seltsamer ist da schon, dass über einen Constant Djakpa schon gar nicht mehr gesprochen wird. Es gibt ein paar wenige Eintrachtspieler, die seit Monaten gar nicht mehr vorkommen in den Köpfen – Djakpa gehört dazu. Er ist meilenweit entfernt von einer Einsatzchance, stand in 18 Spielen einmal im Kader, ohne eine Minute auf dem Feld zu erscheinen. Es gibt zum Jahresende 2012 so einige Chancenlose in der Mannschaft. Zwei, drei sind darunter, die auch in der Rückrunde kein Spiel absolvieren werden. Erwin Hoffer, an dem der Verein wochenlang in Neapel baggerte. Vadim Demidov hat nur dann eine Chance, wenn Heiko Butscher zum Wechsel / Karriereende genötigt wird (wofür es angesichts seiner Leistungen keinen Grund gibt) und selbst der Evergreen Benjamin Köhler dürfte kaum mehr auf 90 Minuten in 17 Spielen kommen.  Dazu das große Fragezeichen hinter Dorge Kouemahas Leistungsvermögen.

Eines ist jedenfalls klar: Sollte es für irgendeinen der Genannten ein Angebot geben, wird die Eintracht ihn verhökern. Die Kasse ist klamm, der Kader immernoch breit genug um jene zu verkaufen, die so gar keine Rolle mehr zu spielen scheinen. Armin Veh wird wissen, ob und welche Spieler auch von diesen dafür sorgen, dass der Konkurrenzkampf qualitativ hochwertig bleibt – es fällt einem im Fall Djakpa und Hoffer jedenfalls schwer, das sie dazuzählen.

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Innere Klausur

Ich gehe dann mal in Klausur. Tue es also dem Trainer-Manager-Sportdirektor-wasauchimmer gleich. Es deutet sich ja eine äußerst geruhsame Winterpause an, mit einem Neuzugang namens Marco Russ und ein, zwei sportlich folgenlosen Abgängen. Verlängert wird kein Vertrag, weder Spieler noch Trainer, und vor dem 18. Spieltag werden wir alle wieder schlotternd vor dem Fernseher oder im Stadion sitzen und hoffen, dass die Eintracht jetzt nicht von jedem Gegner ausgerechnet wurde und das wirksame Gegenmittel gefunden ist. Für vier, fünf Punkte bis zum Klassenerhalb wird es aber reichen – so wagemutig gebe ich mich zum Jahresausklang einfach mal.

Frohes einträchtliches Fest!

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(K)eine Bilanz

Während im Fernsehen die Jahresrückblicke laufen, jeder sich bemüßigt fühlt etwas zu 2012 zu sagen, würde ich mich am liebsten einer Bilanz verweigern. Was soll man denn analysieren nach einem souveränen Aufstieg, 30 Punkten in der Hinrunde, schönem Fußball und einem Team, dass alles versucht einer ganzen Region das Skibbe-Gift auszusaugen?

Nein, das alles spricht für sich. Dank eines Trainers der alten Schule, einem Menschen, der das Wort Charakterkopf verdient, der sich nicht verbiegt, nicht verbiegen lässt und nicht auf modernen Fußballlehrer macht, der das Spiel neu zu erfinden vogibt. Armin Veh hat über den sportlichen Erfolg hinaus etwas geschafft, ja, geschaffen, das selbst in den besten Phasen der vergangenen gut 7,8 Jahre keinem gelang: Er hat dafür gesorgt, dass Spieler von Eintracht Frankfurt Anerkennung bekommen. Jahrelang musste so mancher Leistungsträger mit Anfeindungen, bestenfalls mit Ignoranz leben. Nun schallen Sprechchöre durch das Waldstadion, es werden auch mal einzelne gefeiert, die sich besonders verdient gemacht haben und verdient machen.

Alexander Meier mag für viele „der beste Meier aller Zeiten“ sein, wie es seit Wochen postuliert wird. Dabei hat sich an seiner Leistung und Leistungsfähigkeit nichts verändert. Er spielt, wie er immer schon spielte- trifft, wie er immer schon traf, passt, wie er immer schon passte. Der Unterschied ist, dass mittlerweile Akteure um ihn herum spielen, die ihm zuarbeiten, die ihn unterstützen und nicht alle läuferische und torschießerische/Vorlagentechnische Arbeit auf ihn abladen. Das ist der Unterschied., der Unterschied zu den Vorjahren. Wer das erkennen wollte, konnte das seit 2005 so ziemlich jedes Jahr beobachten. Und trotzdem ist es eine Genugtuung und immerhin eine späte, aber mehr als verdiente Wärme und Zuneigung, die der Nummer 14 zuteil wird. Denn noch etwas ändert sich nicht: Trifft Meier, spielt er gut, hat das Team Erfolg. Und vice versa. Das macht seinen Stellenwert deutlich.

Pirmin Schwegler schlug zwar nie die Feindseligkeit entgegen, unter der ein Meier oder Benjamin Köhler litt, jedoch gab es ihm gegenüber eine gewisse Kälte. Vor allem die kaugummizähen Vertragsgespräche muteten seltsam und überheblich an. Mittlerweile kann man nur zu dem Urteil gelangen, dass Schwegler nicht nur 100%ig akzeptiert und sportlich offenkundig unersetzbar ist. Auch, dass er ein wahrer Kapitän geworden ist. Jemand, der früh den Niedergang erahnte, und jemand, der das neu gewonnene Potenzial der Mannschaft erkannte.

Eintracht Frankfurt im Jahr 2012 ist eine Erfolgsgeschichte. Und das, was man seit 2005 hoffte und sich zum Ziel setzte: Ein unangreifbarer Erstligist zu werden und zu bleiben, ein Team, das seinen Platz – mit Ausreißern nach oben wie nach unten – im gehobenen Mittelfeld finden wird, kann mit dem nun herrschenden Geist erreicht werden. Es ist eine eine Hinrunde einer Saison gespielt, jedoch weht ein neuer Wind durch den Frankfurter Stadtwald. Einer, der Niederlagen verzeiht, weil die sportliche Situation es zulässt, die man sich erarbeitete. Das, und das ist wahrhaft neu, gab es seit vielen Jahren nicht mehr.

Fröhliche Weihnachten und einen gutes Ankommen im Jahr 2013 – das kein verflixtes werden wird.

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Einzelkritik vs. VfL Wolfsburg

Kevin Trapp: Einmal musste er eingreifen, in der 84. Minute. Es ist das erste Spiel, in dem man ihn kaum bewerten kann. Und das ist ein gutes Zeugnis.

Carlos Zambrano: Wirkt wesentlich ruhiger an Butschers Seite, kompromisslos und mit viel Übersicht im Spielaufbau.

Heiko Butscher: Es ist kein Zufall, dass mit ihm eine spürbare Stabilität in die Innenverteidigung kam und kommt. Nicht nur wegen der 70-minütigen Überzahl bombensicher.

Sebastian Jung: War im ersten Abschnitt noch der schwächste Frankfurter, hatte große Schwierigkeiten mit Schäfer. Danach wesentlich besser, schaltete sich nach vorne ein und hatte defensiv alles im Griff.

Bastian Oczipka: Ein Stellungsfehler in Halbzeit eins, sonst sicher – auch, weil er nicht mehr als Außenstürmer auftritt, sondern seine Rolle besser versteht. Das war in Ordnung heute.

Pirmin Schwegler: Perfekter Freistoß vor dem 1:0 und wieder mal das Kopfballpendel in der Luft. Gewinnt fast jeden Zweikampf, schaltete Diego vollständig aus.

Sebastian Rode: Trieb das Team vor sich her, die Pille sollte immer wieder in Wolfsburgs Hälfte. Im Abschluss einmal zu zögerlich, einmal zu hektisch. Die Zweikämpfe sind seine Sache, degradierte Diego zum Statisten.

Stefan Aigner: Seitdem er vermehrt vier, fünf Meter in die Zentrale rückt und eher auf einer Achterposition spielt, hilft er dem Team wieder wesentlich mehr. Starke Torvorlage zum 2:0, ein Fuchs in manchen Situationen.

Takashi Inui: Er spielt viel ökonomischer als zu Beginn der Runde und macht endlich auch mal die leichten Dinge anstatt die schwierigen – deshalb ist er wieder besser.

Alexander Meier: Wenn Spitzenleistungen zur Normalität werden, passt nur noch das Prädikat spitzenklasse. 11 Tore für einen Mittelfeldspieler – das sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Olivier Occean: Wieder etwas verbessert, weil er sich reinhaut, ackert und jetzt die Bälle sehr gut ablegt. So, wie für die Jung-Chance. Außerdem Opfer eines unabsichtlichen, aber bösen Fouls.

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Armin Veh: Jetzt kann er das Team sogar zur radikalen Souveränität erziehen. Das I-Tüpflechen auf eine Hinrunde, die ihm und dem Team in Frankfurt niemand vergessen wird.

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