Bescheiden nach Zufriedenheit streben

Weihnachtsfeier. Das steht heute ab 19 Uhr bei mir, bei uns im Medienhaus an. Buffet, Musik, ja, auch Alkohol. Das Klischee des stets trinkenden, besorgten und zynischen Journalisten wird sich an diesem einen von 365 Tagen im Jahr dann doch mal in voller Blüte entfalten.

So, wie hoffentlich das Spiel der Eintracht gegen Werder Bremen am Folgetag. Während ich meinen sicherlich fürchterlichen Kater, jene mit 30 Jahren wahrlich nicht mehr leicht zu verkraftende Mixtur aus Alkohol und Schlafmangel, auskurieren werde, rennen die Frankfurter im Waldstadion gegen den Trend an. Den Trend, dass es seit einigen Wochen vorbei ist mit der Herrlichkeit. Als Aufsteiger auf Rang 5, 24 Punkte auf der Habenseite – wer könnte da meckern? Überragend, nennt Armin Veh diese Ausbeute, diesen Zwischenstand. Wer würde ihm widersprechen? Na? Ja, wir Eintrachtfans. Denn seien wir ehrlich: In uns drin ist dieses Murren, dieses leise „verdammt, es könnte mehr sein, dieses Jahr könnte es zu einem echt dicken Ding reichen“-Gefühl. Man erinnert sich an die blassen Auftritte gegen all die mauen Teams aus dem unteren Tabellendrittel und rechnet im Kopf nach, wo man stehen könnte, wenn man in den Partien halbwegs so druckvoll und engagiert aufgetreten wäre, wie gegen die vermeintlichen Größeren, Stärkeren. Zu viel Konjunktiv ist das alles. Es ist, wie es ist. Wir sollten uns einen Gefallen tun und diesem dem Kapitalisten innewohnende Verlangen nach immer mehr, immer schneller, immer weiter nicht erliegen. Zufriedenheit, Bescheidenheit – und zugleich Strebsamkeit. Das schließt sich nicht aus. Es ist vor allem aber nerven- und kräfteschonender.

Mal sehen, wie viel Kraft ich morgen habe werde, wenn der Alkohol und die schweren Augenlider mir den Blick auf die Eintracht im Kampf gegen den Trend erschweren werden.

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