Einzig die Improvisation

Position zu beziehen, das ist mir im Fall einer möglichen Verpflichtung Srdjan Lakics glaube ich gelungen. Was mir trotz aller Skepsis und Ablehnung aber nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass der Kroate mittlerweile 29 Jahre alt ist. Alt(er) möchte ich keineswegs als Makel verstanden wissen, im Zusammenhang mit diesem Spieler ist das aber ein paar Worte wert:

Seit 2006 – dem ersten Jahr nach dem Wechsel aus Kroatien ins Ausland – absolvierte er für vier Vereine 71 Spiele, erzielte währenddessen neun Tore. Wertung: eine eher magere Ausbeute. Einzig in Kaiserslatuern funktioniert er – vor allem in Liga zwei – bei einer Bilanz von 43 Treffenr in 86 Spielen. Nun vertrete ich die These, dass es Spieler(typen) gibt, die nur in einem Pool richtig schwimmen können. Sie sind keien One-Hit-Wonder, allerdings bringen sie nur an einem bestimmten Ort Leistung, Faktor Nestwärme. Lakics persönlicher Erfolg war mit dem FCK verbunden, eineinhalb Jahre lang durfte er ohne weiteres als Spitzenstürmer bezeichnet werden. Sein Griff nach Geld, der Wechsel nach Wolfsburg in der Blüte seiner Formstärke, ruinierte erst die Nestwäre, dann den Ruf, dann die Form, dann das Vertrauen.

Lakic, das zeigt ein Blick auf seine persönlichen Erfolge, war seinerzeit, Mitte der 2000er, zu gut für die kroatische Liga. Bei drei Vereinen schoss er mindestens ein Dutzend Tore, das erschien mühelos. Bei Hertha BSC bekam er drei Jahre kaum ein Bein auf den Boden, bei Heracles Almelo in Holland lief es für ihn besser (28 Spiele, 7 Tore), bevor er in Kaiserslautern auf seinem Zenit und ebenso schnell im Abgrund war (Wolfsburg, Hoffenheim). Es fällt schwer zu erkennen, wo die sportliche Leitung Eintracht Frankfurts den Glauben hernimmt, dass ausgerechnet der charakterlich alles andere als einfache Kroate das Sturmproblem lösen könne. Schon gar nicht perspektivisch. Wieso also Srdjan Lakic leihen/kaufen, wenn es vielleicht sinniger wäre, einen weniger gestandenen, um nicht zu sagen belasteten (aber wohl teuren) Profi zu verpflichten? Soufian Benyamina (22) vom VfB Stutthart II, etwa. Die Schwaben bilden regelmäßig gute Spieler in der Jugend aus – und da die Eintracht in der eigenen Nachwuchsabteilung offensiv krankt, der Profikader mit Occean, Hoffer, Kouemaha und Matmour mehr zusammengeliehen und improvisiert ist, könnte das ein Schritt sein. Andererseits dürfte genau die bisherige Improvisation der Grund dafür sein, wieso man Srdjan Lakic im Visier hat – nur ob’s was nützt … ? Mir fehlt der Glaube. Aber wer ist schon so verbohrt und lässt sich nicht gerne eines Besseren belehren?

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Einzig die Improvisation

  1. Pingback: Der Kelch ist angekommen | Eintracht-Inside

  2. DuKennstMich ;)

    Bei welchen Vereinen wurden diese 71 Spiele absolviert???

Diskussion

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