Auf drei Outs folgt ein Homerun

Wer stolpert nicht so alles durch die Manege während einer Vorführung im Zirkus. Trapetzkünstler als die filigranen Attraktionen, Löwen und Elefanten für das beeindruckend Animalische. Und einem armen Teufel kommt stets die Rolle als Clown zu.

Auf die Eintracht übertragen ist es nicht schwer zu ahnen, wer derzeit welche Rolle in diesem Bild übernehmen würde. Da ist zum einen die Mannschaft, mancher Spieler etwas mehr als der andere, als Künstler. Die Tiere könnten im Guten für Armin Veh (aggressiver Löwe) und im Schlechten für die Fans (dappige Elefanten) stehen. Was noch fehlt, ist der Clown-Darsteller. Doch kommt man nicht umhin, sich in dem zu weiten, bunten Kostüm mit Blume auf der Brust aktuell Bruno Hübner vorzustellen. Der waschechte Südhesse ist seit geraumer Zeit bemüht, so einige Transferfehlgriffe zu korrigieren. Böse Zungen würden behaupten: seine Fehlgriffe. Nur gibt es angesichts der bärenstarken Aufstiegssaison sowie überragenden Hinrunde in der Bundesliga keinen Grund für Fundamentalkritik.

Trotzdem kommt der Betrachter nicht umhin, viel Ärgerliches an der Personalplanung zu erkennen. Sicher, man kann argumentieren, dass in jedem Verein, bei jedem Unternehmen, Enttäuschungen durchgezogen werden, dass sich Fehler nicht vermeiden lassen. Doch der personelle Ärger, den sich die Eintracht zuletzt auflud, wird irgendwie hausgemacht. Mit Rob Friend wurde vor eineinhalb Jahren ein Spieler verpflichtet, dessen Tauglichkeit von gefühlt jedem in Frankfurt in Zweifel gezogen wurde. Dass der Kanadier jedoch derart abgesäbelt werden würde, wie er es zu spüren bekam, ahnte nicht mal der größte Skeptiker. Und doch ändert das nichts am Befund: Die über Ablöse und Gehalt mordsteure Verpflichtung eines solchen Stürmers, war zum Scheitern verurteilt. Das Resultat ist viel verbranntes Geld. Ein ähnliches Urteil muss über die Verpflichtung von Dorge Kouemaha gefällt werden. Ein langzeitverletzter Sportler, der schon zu Zeiten als er – bei anderen Klubs – in Form war, nicht mit Höchstleistungen durch die Decke ging. Beide Missverständnisse scheinen sich nun in Wohlgefallen aufzulösen; eine Tatsache, die Erwin Hoffer für sich persönlich sicher gerne auch annehmen würde wollen. Der Österreicher, das dritte stürmende X im schwarz-roten Dress. Friend, Kouemaha, Hoffer – im Baseball-Jargon wären sie wohl die drei Outs für den Schläger. Zwei sind nun de facto draußen, einer muss notgedrungen bleiben.

Dass Trainer Armin Veh nun grummelt und zürnt ob der ausgedünnten Offensivabteilung, ist in Teilen verständlich. In Großteilen jedoch nicht. Schließlich erkannte er selbst, dass die Besagten den, seinen Anforderungen nicht gerecht werden. Wozu sie auf der Gehaltsliste mitschleppen? Für den Konkurrenzkampf taugen sie offenkundig auch wenig, sonst würde im Frankfurter Sturmzentrum kein algerischer Außenmittelfeldspieler auflaufen (müssen). Dass sich der Übungsleiter nach einem neuen Stürmer sehnt, erklärt sich weniger durch die Abgänge, als viel mehr dadurch, dass exakt kein Offensiver mehr zur Verfügung steht.

Was bleibt, ist das Warten auf den Homerun. Und der Optimist vergisst währenddessen einfach, dass es auch noch ein viertes Out gibt, das den Namen Olivier Occean trägt.

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