Auf der Kippe

Auf der Gefühlsebene läuft der Großteil dessen ab, was der Mensch erlebt, wahrnimmt. Er kann wissen, Wissen anhäufen, und doch wird es vor allem seine Intuition sein, die ihn leitet. Und weil das so ist, ich nicht aus meiner Haut, meinem  kritischen Naturell kann, stelle ich mir bereits Fragen. Etwa jene: Kippt in und um Frankfurt die Stimmung?

Anzeichen dafür gibt es. Dass die Eintracht in ein altes, vergessen geglaubtes Muster zurückfällt – das Zögern bei dringend nötigen Neuverpflichtungen bei gleichzeitigem Ausdünnen des Kaders – ist alarmierend. Der wirtschaftlich, sportlich und imagetechnische Bärendienst der zündelnden und jolenden Auswärtsfahrer, die damit verbundende Spaltung des Fanlagers, hüllt die Gefühlswelt mit dunklem Rauch ein. Dass der Eindruck, den das Team während des ersten Rückrundenspiels hinterlies, nicht so inspiriert und couragiert anmutete wie zuletzt; auch das trägt ein Schärflein zur Skepsis bei. Und die Hängepartien um Sebastian Rode und Sebastian Jung, die Tendenz, die diese Personalentscheidungen anzunehmen scheinen, verstärken die Sorge. Seiner klaren Worte, dem spürbare genervten Augenrollen des Trainers, wird er sich beim Schmieden seiner Zukunftspläne erinnern – es ist ja nicht das erste Mal, dass er an der Kruste kratzt.

Das allgemeine Grummeln ist nicht laut vernehmbar, weil jeder ob des überragenden Hinrundenergebnisses weiß. Trotz oder gerade wegen der wahnsinnig guten sportlichen Ausgangsposition nerven die selbstständig aufgemachten Baustellen. Das Spiel, das Ergebnis gegen die Nummer 16 der Bundesligatabelle könnte all das Gesagte zerstreuen. Oder befeuern. Allem Anschein nach, steht die Stimmung in Frankfurt jedenfalls auf der Kippe. Sollte es Armin Veh gelungen sein, das Team von diesem ganzen Zenober abzuschirmen und die Erfolgsspur so zügig wieder befahren werden, bin ich sehr, sehr optimistisch für den weiteren Saisonverlauf. Geht es ob der Umstände in die Hose, wird man sich vermutlich vorerst wieder mit der Normalität anfreunden müssen. So oder so: 40 Punkte müssen erstmal erreicht werden. Ich wäre sehr erleichtert, wenn heute drei zukommen würden. Aber wem geht das nicht so, der mit Herz und Seele Eintracht-Fan ist?

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