Der richtige Verein

Die Kollegen der Frankfurter  Rundschau haben in einem Nebensatz einen Aspekt angesprochen, der ebenso richtig wie wichtig ist. Es geht dabei um Sebastian Rode. Nicht zum ersten Mal fiel auf, dass er wesentlich schwächer spielt, sobald Pirmin Schwegler als Nebenmann fehlt. Fehlpässe, Ballverluste, mehr verlorene Zweikämpfe, wenig Zug nach vorne: Zunehmend drängt sich der Eindruck auf, dass die körperliche Präsenz des Schweizers auch die sportliche Präszenz Rodes bedingt. Denn Schwegler bringt das mit, was Rode noch sichtbar fehlt: Ruhe, Umsicht, Cleverness. Das ist selbstverständlich eine Alters- und Erfahrungssache – aber unabhängig davon darf man die Personalie Sebastian Rode dann doch etwas erden, sie ein Stück weit nüchterner einschätzen, als das in den vergangenen Monaten geschah. Keine Frage: Seine Spielweise ist erfrischend, der Einsatz passt immer, er wirkt wie ein technisch beschlagener, schneller Maik Franz ohne dessen Allüren; Prädikat Publikumsliebling ist da sozusagen vorprogrammiert.

Dennoch: Es gibt keinen Anlass, dem Hype oder gar Verlust-Hysterie anheimzufallen. Und eben weil Sebastian Rode einen zwar zielstrebigen, doch  aber eben auch demütigen, bodenständigen Eindruck macht, wird er selbst merken: Eintracht Frankfurt war, ist und bleibt für ihn die richtige Adresse. Für Sebastian Jung gilt übrigens Ähnliches; zumal es doch sehr beruhigt, dass sein Ersatzmann Stefano Celozzi ihn recht problemlos zu vertreten schien. Ein Leistungsabfall auf rechts war jedenfalls nicht zu bemerken.

Für Eintracht Frankfurts Spieler stellen sich nun die Weichen. In den kommenden sechs bis acht Wochen wird mancher Farbe bekennen müssen. Die Ergebnisse werden für jeden sichtbar machen, in welche Richtung der Pfeil ausschlägt: Verbleib oder Wechsel. Ein warnendes Beispiel sollten ihnen all jene Ex-Frankfurter sein, die anderswo scheiterten. Seien es die Patrick Ochse, Marco Russe oder viele, viele hochgehandelte Talente, die mittlerweile nicht mal mehr in Liga zwei oder drei spielen. Aus Vereinssicht ist aber auch klar: Kommt ein Konkurrent mit Unsummen um die Ecke, darf man das keinesfalls ablehnen. Und auszuschließen ist es nicht, dass irgendein Klub einen Betrag aufrufen wird, der Eintracht Frankfurt fast im Alleingang ein, zwei Jahre Misserfolg vorfinanziert.

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