Der Klassenerhalt ist geschafft

Irrtümer fühlen sich mitunter richtig gut an. Umso leichter fällt das Mea Culpa in Bezug auf Srdjan Lakic, beziehungsweise dessen Verpflichtung. Dabei sind es nicht mal seine beiden Tore beim Sieg in Hamburg, die eine Entschuldigung nötig machen. Viel mehr die Tatsache, dass er eine Vielzahl Bälle mit dem Körper gut abschirmte, sie ablegte, einfach am Spiel sehr aktiv teilnahm. Kurz: Eintracht Frankfurt spielte 20. Spieltag erstmals mit einem Stürmer, der diese Bezeichnung verdient. Aber die Kirche muss man trotzdem im Dorf lassen. Es ist keine fünf Jahre her, dass ein gewisser Martin Fenin mit einem Hattrick in und gegen Berlin begann. Danach kam lange nicht mehr viel. Srdjan Lakics Einstand verlief jedenfalls perfekt.

Perfektion. Das ist das Stichwort. Was Eintracht Frankfurt im ersten Abschnitt in Hamburg auf den Rasen legte, war schon ziemlich nah dran an diesem Prädikat. Das Team wirkt in der Spielanlage bereits deutlich reifer, die Naivität der ersten Wochen und Monate, das bedingungslose Anrennen, legt die Mannschaft immer mehr ab. Das Spiel wird ökonomischer, durchdachter. Peu a peu entwickelt das Team die Fähigkeit, verschiedene Gänge, verschiedene Geschwindigkeiten und Taktiken umzusetzen. Den Gegner auch mal vorrücken lassen, im Vertrauen auf eine stabile Defensive. Gerade die Viererkette hat dazu gelernt. Selbst ein nach wie vor im Stellungsspiel defizitärer Bastian Oczipka interpretiert sich nicht länger als Außenstürmer und hält seine Flanke sichtbar dichter als in 2012.

Welche Erkenntnis drängt sich nach diesem Spiel auf? Erstens, das man mit 36 Punkten den Klassenerhalt eigentlich sicher haben dürfte. Mit dieser Punktzahl stieg seit 2003 (Bochum) kein Team mehr ab (Mönchengladbach holte in der Saison der Schande 2010/2011 so viele Punkte, landete auf Rang 16 vor der Eintracht und gewann die Relegation). Dementsprechend gelöst war die Stimmung unter den Spielern und Verantwortlichen nach Abpfiff. Jedem war anzusehen, dass er ob dieser Tatsache weiß.

Die kommenden Wochen wird sich die Öffentlichkeit begierig darauf stürzen, dem Verein neue Ziele anzudichten, ihn festzulegen auf das Ziel internationaler Startplatz. Ab sofort beginnt die Drucksituation, oder besser: es beginnt ein neuer Druck. Denn mit einer Anspruchshaltung, einem „jetzt gibt es etwas zu verlieren“ ist noch etwas schwieriger umzugehen als die Hatz auf ein Minimalziel erfolgreich zu beenden.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Der Klassenerhalt ist geschafft

  1. Herr Schnitzelmann alias Einstein

    Hoffe nur, das Lakic es besser macht als Fenin… es wäre schon schön, wenn es nicht die letzen beiden Tore unserer Leihgabe wären.
    Es würde der Eintracht auch gut zu Gesicht stehen, wenn endlich ein Stürmer im Kader wäre, der den Namen verdient.

    Wir werden sehen, was die Eintracht daheim gegen Nürnberg leistet u. ob Lakic seine gute Leistung wiederholen kann.

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