Gutes Zeichen, perfekter Zeitpunkt

Kleinkinder-Hysterie, nur das kann einem einfallen wenn man sich am Freitag durchs Internet wühlte. Jede Silbe, die Armin Veh während der Pressekonferenz sagte, wird seziert. Da spricht er von „man kann der Eintracht nur für den Transfer gratluieren“ und sofort wittern einige Schnappatmer, dass sein Abgang nach der Saison fix sei. Nicht, dass das unwahrscheinlich wäre – aber Armin Veh ist nicht der Typ, solche Dinge in kryptischen Nebensätzen zu äußern.

Bezeichnender ist, dass die Verpflichtung des Freiburgers Jan Rosenthals, die an diesem Tag verkündet wurde, zur Nebensächlichkeit degradiert wurde. Durch die Interpretationsfreude der Fans. Absurd. Kaum ein Kommentar war in so manchem Form darüber zu lesen, dass dort ein sehr guter Spieler verpflichtet worden ist. Einer, der vielleicht sogar schon vor zwei, drei Jahren dem Team gut zu Gesicht gestanden hätte. Ein Mann, der Alexander Meier entlasten kann – so dass dieser nicht gefühlt alles alleine machen muss, vom Spielaufbau bis zum Abschluss. Und er könnte ihn vielleicht sogar mittelfristig beerben; vier Jahre Altersunterschied liegen zwischen ihnen, Alex Meier wird sicher noch zwei, drei Jahre auf seinem seit Jahren sehr guten Niveau spielen können. So oder so: Jeder müsste eigentlich mittlerweile erkannt haben, dass das Problem der Eintracht in der fortschreitenden Saison die Breite des Kaders ist. Hinter Nummer 11, 12 reißt es spürbar ab mit der Qualität. Zumindest mit jener, die erste Elf aufmischen, ihr Druck machen und Ausfälle vergessen zu machen. Ein Spieler wie Jan Rosenthal taugt allemal für die Startformation – jedenfalls gibt es keinen Grund ihn geringer zu schätzen als etwa der in Bewertungen doch gerne auch sanft angefasste Takashi Inui.

Abseites aller Veh-Jung-Rode-Spekulationen ist der Transfer Jan Rosenthal ein sehr gutes Zeichen zu einem perfekten Zeitpunkt. Wieso? Weil es einen Wink in Richtung des Weges gibt, weil frühzeitig eine Personalie – siehe Stefan Aigner vergangene Saison – geklärt ist und weil so in zwei Richtungen etwas signalisiert wird. Erstens in Richtung Trainer, dass Aktivität herrscht, das man – glaubt man Vehs Worten – ihm einen Wunsch bereits erfüllt hat. Und zweitens in Richtung des Teams, gerade was die Offensive angeht: Seid euch nicht zu sicher, Jungs. Gut, der letzte Punkt ist in etwa so überinterpretiert wie die Kollegen, die in jedem Halbsatz Armin Vehs eine Offenbarung erkannt haben wollen 😉

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