Zerrer und Gezerrte

Kaum jemand im Bundesligageschäft, so meine Meinung, nervt mehr als Thomas Tuchel. Und doch muss ich dem Mainzer Trainer Respekt zollen. Er äußerste sich gestern klar, deutlich und mit einer gebotenen Aggressivität in Richtung Schalke 04. Er werde nicht wechseln, er bleibe in Mainz, er erwarte vielmehr, dass die Schalker Verantwortlichen die Personal-Spielchen samt Gerüchtestreuung einstellen. Prompt lugte der kleine Horst Heldt aus dem Gebüsch hervor und dementierte das Interesse an Tuchel.

Ein Leichtes für Heldt – unterstellt man, dass er mit Armin Veh nur noch über den Zeitpunkt und den öffentlich kommunizierbaren Lösungsweg grübelt. So ziehen die Tage ins Land, zwei weitere, an denen Vorstand, Trainer und wer weiß wer noch in Frankfurt über Perspektiven sprechen möchten; bevor am Wochenende der Hammer fällt. Quälend lang zieht sich das Gezerre nun schon hin, es fühlt sich auf einer anderen Ebene beinahe wie der längste Abstieg der Fußballgeschichte an. Scheint der Ausgang doch gewiss zu sein.

Überraschen würde Armin Veh so ziemlich jeden, sollte er doch bei der Eintracht verlängern. Zu unklar scheinen derzeit die Gründe, was jetzt möglich ist, das es vor zwei, drei Wochen noch nicht war. Im Gegenteil: Die Verhandlungsposition wäre für Veh Mitte Februar ideal gewesen, er hätte seine Forderungen – die persönlichen wie strukturellen – besser, stärker vertreten können. Wieso er das nicht tat? Weil er nicht verlieren kann. Veh zockt, provokatisch gesprochen, um ein Schalke in Frankfurt; erreicht er das, oder etwas Ähnliches, nicht, wechselt er zum Original.

In der Vergangenheit war oft von der Überzeugungskraft Bruno Hübners zu lesen. Davon, dass er seine Gegenüber umgarnen kann. Das ist eine gute Eigenschaft, sie spricht für ihn und seine Arbeit.  Aber in den Dreck schmeissen muss man sich in Frankfurt nicht mehr; so viel sollten die Eintracht-Verantwortlichen aus dem Abschenk-Marathon der vergangenen Wochen gelernt haben. Weder in Bezug auf Armin Veh, noch bei den Verhandlungen mit den  vermeintlichen Sternchen Sebastian Jung und Sebastian Rode.

Fiel übrigens jemandem auf, dass Löw und die Badengang trotz dreier Absagen im Defensivbereich keinen Sebastian für die müden Nationalkicks nachnominierte? Nur eine Randnotiz.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Zerrer und Gezerrte

  1. Adeler

    So wie die Sebastians in letzter Zeit gespielt haben, haben die auch keine Nachnominierung verdient!

Diskussion

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