Die Dominosteine fallen

Was von den Methoden der Bild-Zeitung und von der Hektik des Online-Journalismus zu halten ist, führte die Causa Armin Veh in Perfektion vor. Recherche? Kronzeugen für Aussagen, namentlich zitiert? Abwarten vor Rausjauchzen der Meldung? Iwo. Und schon nimmt eine Geschichte Fahrt auf, die keine Geschichte ist. So ruinieren jene, die sich für die Avantgarde der Branche halten, die Glaubwürdigkeit nachhaltig. Das ist bitter und langfristig eine Gefahr für die freiheitliche Gesellschaft – auch wenn das bei Sportberichterstattung recht weit hergeholt wirken mag. So oder so: Ich lobe mir etwa die Kollegen der Frankfurter Rundschau, die zwar auf die vermeintlichen Neuigkeiten reagieren und auch ihren Teil der Spekulation verbreiten mussten (das ist normal, kein Grund zur Schelte), letztlich aber doch abwarteten und in  durchaus klassischer Printdenke das veröffentlichten, was gesichert, was belegt war. Dafür mein Dankeschön.

Nur Stunden nach der Vertragsverlängerung Armin Vehs fällt nun der nächste Dominostein im Personalkonzept der Eintracht: Sebastian Jung will nun seinen Kontrakt ebenfalls verlängern. Angeblich um zwei Jahre, die Klausel – 2,5 Millionen Euro Ablösesumme im Sommer 2013 – wird gestrichen beziehungsweise zeitlich verschoben und angehoben, wie aus informierten Kreisen zu erfahren ist. Nach Angaben des Spielerberaters habe von Beginn an das meiste für einen Verbleib in Frankfurt gesprochen – trotz zahlreicher anderer Angebote. Tja, was soll man dazu sagen? Schlussendlich sprach offenbar nicht genug dafür, mit dem Gezocke schon früher zu enden. Den Verein stürzte auch das in einen vermeidbaren Trouble – da kann man noch so sehr auf Profiseite stehen und von normalen Vorgängen und Verhandlungen sprechen. Die Unruhe, die dieser ganze Vertragskram in den Verein trug, schadete allen – das sieht man nicht zuletzt an den Resultaten und der Spielweise der einzelnen Akteure.

Jetzt sollten alle Beteiligten, allen voran die Sebastians und auch der Trainer, all jene Prozente investieren, die sie in den vergangenen 6,7 Wochen durchaus haben vermissen lassen. So könnte eine Saison, die aus dem Traum zu kippen droht, noch gerettet werden. Jetzt liegt es an ihnen allen, ihre eigenen Ansprüche, ihre eigens eingeforderten Perspektiven sich selbst zu verwirklichen. Der Verein kann und konnte nur so viel unternehmen; jetzt müssen Siege auf dem Sportplatz her. Alles andere ist nur Gelaber.

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