Worte über

Jaja, heute ist wichtig. Das schreibt a) jeder und b) trifft es auf 34 von 34 Spieltagen zu. Und weil das so ist, möchte ich mich heute mal etwas ganz anderem widmen. Etwas das, und ich weiß, dass hier 99,9 Prozent der Eintracht-Fans aussteigen, mit dem SC Freiburg zu tun hat.

Dieser Verein, mit noch viel bescheidenerem Budget und angenehm demütigen Umfeld, zeigt den achso traditionsreichen und ambitionierten Vereinen seit Monaten, wie das so geht mit dem Fußballspielen. Sie spielen ihren Stiefel runter, aus einer festen Defensive über Konter UND Kombinationsfußballer. Max Kruse ist einer, Jan Rosenthal – kommende Saison bei der Eintracht – und andere zählen maßgeblich dazu. Natürlich ist es dem Eintracht-Fan, der immernoch glaubt, dass Yeboah, Okocha und Co. geradeso gut genug für den Klub seien, bei weitem nicht ausreichend. Spieler von Freiburg? Igitt, das muss ja Magerkost sein. Ist schließlich Breisgau, nicht Brasilien (Caio).

Wieso möchte ich also über Freiburg schreiben? Ganz einfach, weil mich ihr Schicksal – so man es denn so nennen möchte – betroffen macht. Die Mannschaft spielt einen, vielleicht mit den reifesten und komplettesten Fußball zwischen Rang vier und 18. Und der Fluch des Erfolgs wird diese Truppe zerpflücken, viele Spieler werden Freiburg verlassen. Und dem Vernehmen nach wird Frankfurt maßgeblichen Anteil an der Demontage des SCF tragen. Rosenthal ist fix, bei Johannes Flum – einem super Fußballer – und Marco Caligulir soll die SGE ebenfalls mit im Rennen sein. Die Konkurrenz also gezielt dezimieren? Das war mal Bayern-Taktik, Stichtwort Michael Wiesinger. Okay, der Vergleich mag hinken. Und trotzdem ist dieses „die Großen fressen die Kleinen“ ebenso nervig wie bedauerlich. Und dabei ist Frankfurt nicht mal ein Großer, es ist ein etwas mittelmäßigerer Klub als Freiburg. Und das reicht schon. Die bittere Note des Profisports, jeder geht dorthin, wo er mehr Euros einstreicht und eine scheinbar rosigere sportliche Perspektive sieht. Letzteres ist ein vorgeschobenes Argument, eine Schutzbehauptung. Schließlich könnte jeder Spieler selbst dafür sorgen, dass die Perspektive – ein wunderbar schwammiger Befriff, übrigens – im Heimatverein besser wird.

Und so wird es sich fügen, dass die Eintracht auch ihre scheinbar Besten verlieren wird an die mehr-als-Mittelmäßigen. Vielleicht, und das wäre schon bemerkenswert, nicht im kommenden Sommer. Aber sehr bald. Das Fressen oder Gefressen-Werden, es mag zum Geschäft gehören. Mögen muss man es trotzdem nicht. Ich ticke zu romantisch? Okay, mag sein. Juckt mich aber nicht. Für mich ist der SC Freiburg, gerade angesichts der Kontinuität und der finanziellen Mittel, das Nonplusultra anno 2012/2013. Und dürfte ich es mir aussuchen, würde der SCF mindestens gemeinsam mit, wenn nicht sogar vor der Eintracht ins internationale Ziel einlaufen. Eintracht sechs, Freiburg fünf: Ich würde das hier und heute kaufen. Mal sehen, was Fürth dazu sagt – heute jedenfalls kann, nein, muss die Frankfurter Mannschaft einen, ihren Weg aufzeigen.

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