Monatsarchiv: April 2013

Für und Wider eines Königstransfers

Peng! Und schon taumeln neue Namen durch die City. Daniel Ginczek (St. Pauli / ausgeliehen von Dortmund) und Edgar Prib (Greuther Fürth) seien heiße Kandidaten für den Eintracht-Kader anno 2013/2014. Und bei den Meldungen, die man gestern lesen konnte, tut mancher so als sei es seit Wochen und Monaten klar, dass Frankfurt an denen Interesse habe. Vor allem wird mit Ablösesummen hantiert, die sich gewaschen haben. Zwei Millionen sollen es bei Prib – einen Außenmittelspieler des vermutlich schlechtesten Bundesligisten mit oder seit TB Berlin – sein, einen Ginczek (Zweitligastürmer im dritten Jahr) als Stürmer gebe es nicht billiger. Rechnet man Johannes Flum, dessen Wechsel ja wohl fix ist dazu, mit zwei Millionen Euro dazu, hat sich das Transferlimit der Eintracht mal so eben weitestgehend erschöpft. Dann wird auch Didier Ya Konan (Hannover) genannt, dessen Vertrag in Niedersachsen auch noch ein Jahr läuft und für den man vorneweg ebenfalls zwei, drei, vier Millionen plus investieren würde dürfen.

Womit man bei acht, neun, zehn Millionen + wäre. Und der Maßgabe, Sebastian Rode behalten zu wollen; einem Spieler, der seinen Abgang quasi bekanntgegeben hat und der vielleicht die Hälfte jener Transfersumme alleine gegenfinanzieren würde. Ist das realistisch? Ich sage: nein. Dass sich im Kader mehr als nur Kosmetisches tun wird, zumal, falls Europa wirklich erreicht werden sollte, ist klar. Die Frage wird sein, welche Rolle Geld spielt. Aufstockung der Investitionsmittel hin oder her, einen zweistelligen Betrag wird die Eintracht kaum ausgeben können um sich – vor allem in der Breite – zu verstärken. Denn fast alle oben genannten Spieler dürften Schwierigkeiten haben, die nötigen fünf, zehn Prozent mehr Leistungsvermögen ins Team zu katapultieren. Am ehesten noch Ya Konan, der seine Klasse und Tor-/Scorergefahr seit Jahren beweist. Spieler wie Flum und Rosenthal machen hingegen vor allem die Breite deutlich stärker, ein Ginczek wäre – trotz allen Talents und Klasse – ein gewisses Risiko. Und Prib? Einer, der sich mit einem durchwachsenen Inui und starken Aigner um die Außenbahnposition streiten würde. Also doch eher Breite. Das alles für jeweils zwei Millionen Euro +? Schwerlich vorstellbar.

Einen Königstransfer wird die Eintracht benötigen, um sich in der nächsten Saison im Mittelfeld halten, in der oberen Tabellenhälfte behaupten zu können. Von dem, was eventuell in Europa wartet ganz abgesehen. Wobei, und so viel ist wohl jedem klar, ein Königstransfer a) maßgeblich vom internationalen oder nicht-internationalen Qualifitkationsrang abhängt und b) selbst dann keine Unsummen bezahlt werden können. Und auch nicht sollten. Aber einen „Mister-X-Prozent-mehr“, jemanden, der das Team qua Präsenz, der seine Mitspieler schlicht noch etwas besser macht, den braucht es.

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Etwas mehr als gar nichts, ist etwas

Wie wichtig es ist, Urteile nicht live zu fällen, sondern abzuwarten, konnte jeder Eintrachtfan am Sonntagnachmittag erkennen. Wenn er denn wollte. Das 0:0 in Mainz, es schien die Rückrunde wiederzuspiegeln: sich irgendwie zum Ende hangeln und hoffen, dass die Konkurrenz sich im selben Tempo durch die Wochen schleppt. Also war das erste Fazit vieler, dass man den Elfmeter nicht verwandelt habe, den der 31. Spieltag bis Sonntag, 15.30 Uhr der Eintracht auf den Punkt legte. Als dann Schalke gegen den HSV aber aufdrehte und sich abzeichnete, dass die Eintracht einen Zähler auf die Heerscharr der Häscher gewonnen hat, musste man das Urteil schon deutlich relativieren. Ein Auswärtspunkt – so ganz gar nichts ist das schließlich nicht.

Selbstverständlich kann man nicht davon sprechen, den Elfmeter verwandelt zu haben. Alleine schon,weil der Auftritt (lange) phasenweise sehr bedächtig, träge und lustlos vorgetragen wurde. Ein bisschen Augsburg-Reloaded mag da mancher gewittert haben, und wenn die Mainzer das reguläre Tor nicht aberkannt, einen möglichen Elfmeter zugesprochen bekommen hätten … das Prädikat dumm aus der Wäsche schauen und nichts dazugelernt haben, die Eintracht hätte die Definition davon neu erfunden. Das ist die Negativinterpretation des Gezeigten. Eine positivere Sicht, und die ist mindestens ebenso zuässig, bemüht das Wort clever. Bis auf die beiden angesprochenen Szenen und einen Kopfball, den Nikolov halten musste und gehalten hat, stand das Team gut. Zugelassen hat man ebenso wenig, wie man abfeuerte. Auswärts. Gegen eine Mannschaft, die unberechenbar ist und gerne überfallartig abgeht auf des Gegners Tor. Man erinnere sich nur ans Hinspiel, wie Mainz die Eintracht herspielte. Nein, für Miesepetrigkeit im Anschluss an so eine Big-Point-Chance gibt es nach diesem Wochenende mal keinen Grund. Das war in Ordnung. Aber auch nicht mehr.

Die Bilanz gegen die direkte Konkurrenz, so viel lässt sich von dieser noch lange nicht beendeten Saison schon sagen, fällt jedenfalls dürftig, eher schlecht aus. Die vergeigten Märzwochen („Das Rumgeeier“), sie lasten bis heute auf der Saison. Mönchengladbach, Stuttgart, Hannover, mit Abstrichen Freiburg  – ein positvieres Ergebnis aus diesen Spielen hätte gereicht, um nicht wöchentlich vor Himmel oder Hölle zu stehen.

Eines ist angesichts dieses Saisonverlaufs klar: Vor 17.23 Uhr am 34. Spieltag, dem Heimspiel gegen eines der auswärtsstärksten Teams der Liga (Wolfsburg), wird alles noch zu verlieren sein. Oder alles zu gewinnen. Es ist eine Geisteshaltung, welcher Sicht- und Gefühlsweise man sich anschließen möchte.

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Einzelkritik vs. FSV Mainz 05

Oka Nikolov: In einer Situation gefordert und dort hellwach. Sonst beschäftigungslos.

Marco Russ: Machte Zambrano vergessen, räumte alles mit Biss und Verve ab. Sauberer Kopfball nach einer Ecke, knapp drüber. Eine Weiterverpflichtung rückt immer näher, sollte sie zumindest angesichts seiner bisherigen Leistungen.

Bamba Anderson: Gewohnt umsichtig und abgeklärt, gut beim Kopfballspiel und im Aufbau. Hielt die 0, freute sich mit seinem Nebenmann nach Abpfiff darüber sichtbar.

Constant Djakpa: Starkes Startelfdebüt, hielt die Flanke so dicht wie Oczipka seit Monaten nicht. Ein Abspielfehler hinten, das kann in 90 Minuten mal passieren. Nach vorne mit zwei guten und mehreren weniger guten Flanken. Alles in allem: Sollte seinen Stammplatz nun sicher haben.

Stefano Celozzi: Defensiv meist in Ordnung, aber nur hohe und vor allem halbhohe Bälle in die Spitze. Das war arg wenig. Hätte besser für Jung zentral spielen sollen.

Sebastian Jung: Als er dann auf seiner angestammten RV-Position ran durfte, so ab Minute 65, wurde er besser. Eine Stunde lang im Mittelfeld verschenkt und wirkungslos.

Sebastian Rode: Mit Djakpa bester Frankfurter, weil immer bissig und schnell. Verursachte allerdings einen Fast-Elfmeter. Verlor, wie gewohnt, viele erkämpfte Bälle postwendend, aber er brachte immerhin mal Schwung rein. Hatte die Großchance zum Siegtor. Nutzte sie nicht, die Abschlusschwäche eben.

Stefan Aigner: Blass bis schwach. Vertendenlte zwei, drei Bälle in der Vorwärtsbewegung Höhe Mittellinie; sowas endet auf dem Niveau gerne mal mit einem Gegentor. Offensiv nicht in Erscheinung getreten. Überfällige Auswechslung.

Takashi Inui: Siehe Aigner. Ohne Impulse, blieb diesmal sogar ein ums andere Mal nach verlorenen Bällen stehen, das kannte man zuletzt nicht mehr, da ging er wenigstens hinterher.

Marc Stendera: Eine Halbzeit auffällig, vor allem bei Standards. Als das im zweiten Durchagng nicht mehr fruchtete und es davon weniger gab, war er nicht mehr zu sehen. Vorwurf daher? Nein.

Alexander Meier: Wird sich die 65. Minute herbeigesehnt haben, als er endlich nicht mehr Stürmer spielen musste. Bis dato abgemeldet, ohne Chance in Zweikämpften. Trotzdem beste Chance nach Direktabnahme aus 14 Metern. In der Endphase kurbelte er nochmal mit, aber von Minute 40 bis 64 ging bei ihm gar nichts mehr, da trabte er orientierungslos umher. Halbfit passts eben selbst bei ihm nicht.

Srdjan Lakic:

Olivier Occean:

Martin Lanig:

Armin Veh: Zu früh, zu offensichtlich war man mit einem Punkt zufrieden. Celozzi auf rechts, Jung in die Zentrale – das ging daneben. So erlahmte die Offensive noch mehr, als das eine Positionierung Meiers als Mittelstürmer schon erahnen ließ. Der Doppelwechsel Occen und Lakic für die Außen war angesichts der Leistungen des Mittelfelds folgerichtig und mutig zugleich. Danach wurde es mal zwingender, das Team packte etwas mehr zu. 0:0 in Mainz? Schwer zu bewerten. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Vieles der Einordnung hängt vom Ergebnis des Abendspiels ab.

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Murmeltier

Durch die Ergebnisse des bisherigen Spieltags liegt der Ball für die Eintracht mal wieder auf dem Elfmeterpunkt. Und wir wissen ja, wie das endet. Noch vier Stunden bis zum Anpfiff, Herrschaften. Bis dahin: Sonntag genießen, ab 15.30 Uhr ist er sowieso wieder dahin, der Tag.

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Transfer-Darwinismus

Diese Woche ist transfertechnisch wahrlich grotesk. Das nächste Kapitel, exklusiv, hier auf diesem Link. Da werden die Milliönchen ebenso hin und hergeschoben wie die Spieler selber. Jahrmarkt, oder Sklavenhandel – nur fürstlich vergütet. Irgendwie raubt einem das, zumal bei den Summen, echt die Lust an diesem Geschäft; denn die hässliche Fratze offenbart sich dieser Tage wirklich wieder vollends.

Wie gut, dass Eintracht Frankfurt sowas nicht macht … Naja, von wegen. Wir rauben und plündern eben bei denen, die für uns als die Kleinen gelten. Fressen oder gefressen werden, Darwin und Kapitalismus sind auf ihren Ebenen völlig deckungsgleich. Juchhu. Zum Glück ist am Wochenende auch wieder Kreisliga, da lässt sich die Illusion von Fußballschmutz wieder tanken, um sich den Spaß am Spiel zurückzuholen; trotz allen Augenschmerzes im Nachklang.

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Gute Leute, schlechter Stil

Johannes Flum also. Ich habe ja schon vor Wochen geschrieben, dass ich den Transfer begrüße, weil der Mann ein richtig Guter ist. Kann so ziemlich alles spielen, im Mittelfeld sowieso, gar in der Innenverteidigung. Er stürmte sogar mal für Freiburg in zwei, drei Spielen dieser Saison. Flexibilität galt jahrelang – zu Unrecht – als Manko. „Kann nichts richtig“, wurde von manchen gesagt. Heutzutage ist sie en vogue und auch die Claqueure jedes Trends finden nun Gefallen an der Vielseitigkeit. Ergo sollten mit Johannes Flum viele zufrieden sein. Wenn es nach sportlichen Gesichtspunkten geht, jedenfalls.Aber das tut es bekanntlich nicht, in Frankfurt schon gar nicht.Da erwartet man wöchentlich den Überflieger, 17 Jahre jung oder wenigstens exotisch klingend, um Hoffnungen in Person X projizieren zu können. Ein Caio in gut, sozusagen. Und dann kommen Hübner, Veh und Co. mit einem Flum um die Ecke. Das muss für einige wieder mal schwer zu ertragen sein.

Mein Problem mit der Personalie ist ein fussballethisches, wenn es so etwas gibt. Ich finde es gelinde gesagt frech, dass sich Frankfurt hervortut im Leerkauf des SC Freiburg. Eine Mannschaft, die über die Erwartungen gut, ja, herausragend spielt, steht vor dem Exodus. Fairness? Mag ja eine romantische Forderung sein, aber mir drückt es in der Magengrube wenn ich sehe, wie heuschreckenhaft gerade die Eintracht über den SCF, direkten Konkurrenten, herfällt. Man darf auch den einen oder anderen Zweifel haben, ob gute Spieler wie Jan Rosenthal und Johannes Flum wirklich die Klasse des Teams so sehr anheben, dass sie eben nicht nur Breite sondern auch Spitze im Kader erhöhen. Ersteres leisten sie auf jeden Fall. Ob man, wie im Fall von Flum wirklich einen kolpotierten Betrag von zwei Millionen Euro investieren muss … ein bisschen kauen darf man da als Eintrachtanhänger schon, wenn man für die Finanzen in den vergangenen Jahren derart sensibilisiert worden ist.

Summa sumarum: Sowohl mit Jan Rosenthal, zumal ablösefrei als auch Johannes Flum, mit Bauchschmerzen nur aufgrund der hohen Ablösesumme bin ich als Neuzugänge sehr zufrieden. Sie verbessern die Mannschaft, werden manchem Stammspieler Beine machen und sich selbst hinein spielen in die Startformation. In der Breite des Kaders besser zu werden ist wichtig, wer dafür noch Beweise brauchte, konnte sie in der Rückrunde zuhauf sammeln. Was jedoch unbedingt mal gelingen muss ist die Investition in ein, zwei Profis, die das Team nach vorne bringen. In der Spitze, und das nicht nur sprichwörtlich auf den Sturm bezogen. Von Perspektive und Talent alleine kann das Team sich nicht unter den ersten acht, neun Mannschaften festkrallen. Dazu benötigt es diese 10 Prozent mehr Klasse, individuelle Klasse neben Alexander Meier.  Da man mit Rosenthal einen Halbstürmer á la Meier holen konnte, mit Flum einen zentral Defensiven (und wie gesagt flexibel Einsetzbaren), stehen für das Vorhaben „mehr Qualität in der Spitze“ vor allem Sturm, linke Außenbahn defensiv wie offensiv sowie die Innenverteidigung im Fokus. Und dafür, liebe Eintracht, bitte nicht nur in Freiburg schauen – nicht nur der Ehtik wegen.

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Koan Geld

37 Millionen von Bayern München für Mario Götze. Und 0 Euro für Sebastian Rode? Irgendwie würde das perfekt zum Dasein von Eintracht Frankfurt passen. Die Einen bekommen quasi dreis bis vier Bundesliga-Abstiege finanziert, die anderen bilden für umme die Leut‘ aus und quälen sich jährlich von Klassenerhalt zu Mittelfeldplatz zu Klassenerhalt. Der Mühsal lässt grüßen. Was würde ich darum geben, wenn die Eintracht einmal einen Spieler nach England – oder meinetwegen Bayern – verhökert und sich auf einen Schlag saniert bzw. finanziell so aufstellen kann, um mal nicht bei jedem Transfergerücht zusammenzucken zu müssen.

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