Zwischen Ansporn und Warnung

Typisch Eintracht Frankfurt wäre folgendes Szenario: Nach einem phasenweise überragenden Spiel gegen Bayern München, vor allem einer Leistungsbereitschaft, die ihresgleichen anno 2012/2013 sucht(e), zieht man gegen den FC Augsburg kollektiv die Handbremse an – und bleibt punktemäßig auf der Strecke.

Es gibt vermutlich keinen Fan, der sich diese Frage nicht stellt: Wieso wird eine Bereitschaft und ein Wille wie gegen den Rekordmeister nur gegen eben jenen gezeigt? Es war das Kontrastprogramm zum arroganten und genervt-glücklichen Auftritt in Fürth, nur sechs Tage zuvor. Scheinbar geschwächt, ohne drei Leistungsträger am Start, drehte ein Team am Schwungrad, dem man solch eine Darbietung kaum zugetraut hätte. Schließlich wird nicht erst seit gestern über eine angeblich mangelnde Breite im Kader debattiert.

Und nun also das dritte bayerische Team binnen drei Wochen vor der Flinte. Dass drei Punkte herausspringen müssen, um weiter auf dem übervollen Europa-Zug mitzureiten, ist unstrittig. Augsburg, da vertue sich niemand, spielt mittlerweile einen gepflegten und gefährlichen Fußball. Dass die Dortmund mal nebenbei zwei einschenken und auch sonst (abermals) vom hässlichen Entlein zum zumindest deckweißen Schwan geworden sind, ist kein Zufall. Da lauert Gefahr in Schwaben, und wenn die Eintracht wieder so eine malade Leistung abliefert wie in Fürth, flattert die Europafahne bald überall, nur nicht in Frankfurt.

Vielleicht dient der Mannschaft ja ausgerechnet der auch von mir zuletzt immer wieder kritisierte Sebastian Jung als Vorbild. Kaum war die Vertragsentscheidung klar, explodierte ein Vulkan in ihm. Er schaltete nicht nur den Bayernflügel komplett aus, er warf sich mit Verve (und Kapitänsbinde am Arm) in jeden Zweikampf. Kein Milimeter anders darf es am kommenden Wochenende aussehen. Nicht mehr die lasche, träge, pflichtbewusste Traberei wie in Franken vor kurzem. Das Bayern-Gesicht muss das Team nun bis Mitte Mai zeigen, auch wenn die Krafttanks sicher nicht voller werden und nicht jede Woche eine derart robuste Leistung aufs Feld gelegt werden kann. Aber bitte, Eintracht, jetzt einfach mal den Fuß auf dem Gaspedal halten. Gegen die direkte Konkurrenz wurde (leider) so viel abgeschenkt, dass man sich selbst in Zugzwang beförderte, keine Punkte mehr liegenlassen zu dürfen.

Jetzt gilt`s, jetzt ist die Zielgerade in Sicht. Ab sofort gibt’s nur noch direkte Konkurrenz und unteres Mittelfeld der Tabelle. Bislang lief das zu oft schief gegen eben jene Kontrahenten, das als Warnung. Aber Bayern muss der Ansporn sein; und mehr als das: Die Leistung muss die Messlatte sein. So lassen wir nämlich nur noch wenige Punkte liegen.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge

Diskussion

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s