Nichts erwarten

Sie kamen nicht in die Zweikämpfe. Das muss ich hören, lesen im Nachklapp zu dieser Niederlage in Augsburg, die sich vom Spielverlauf anfühlte wie jenes belächelte 2:9 des Hamburger SV gegen Bayern München. Ohne Witz: Es hätte fünf, sechs Dinger geben können, ja müssen gegen die Eintracht. Und dann liest/hört man solche Zitate (in diesem Fall von Sebastian Jung). Wie kann man nicht in Zweikämpfe kommen?! Ganz einfach: In denen man sie nicht will, nicht sucht, sich nicht an ihnen regelrecht aufgeilt. Schon ist das Problem, die Essenz extrahiert: der Wille fehlt. Im Gegensatz zum Gegner, der, wie seit Monaten alle SGE-Kontrahenten einfach mehr investieren, in jeder Hinsicht.

Und dann hört man Bruno Hübner von einer Schülermannschaft sprechen. Armin Veh davon, dass man nicht gekämpft habe. Ja mein Gott Leute, was passiert denn da zwischen Montag und Samstag? Liegt das mit dem mangelhaften Kampfeswillen vielleicht daran, dass man pro Woche fünf Mal 65 Minuten trainiert, gerne mal ein, zwei Tage Extra-Freizeit einschiebt und genießt? Selbst in Zeiten, in denen die Ausbeute 12 Punkte aus 12 Spielen lautet? Das  Belohnungssystem im Hirn kann ja gar nicht mehr wissen, wann es gilt Endorphine auszuschütten und wann nicht.

Ich Naivling dachte doch tatsächlich, dass nach dem Top-Auftritt gegen Bayern und all dem elenden Rumgeeiere, das vorneweg vier, fünf Punkte und ein, zwei Tabellenränge gekostet haben dürfte, jetzt der Vorwärtsgang wieder eingelegt und die Zeichen der Zeit erkannt worden sind. Verdammt noch eins, ich bin 30 Jahre alt und habe diesen Verein immer wieder versagen sehen – wie konnte ich diesmal schon wieder vom Positivtrend ausgehen?! Am Ende ist wahrscheinlich genau das der Fehler: Man darf sich von diesen Mannschaften, wer auch immer da rot-schwarze Hemdchen spazieren trägt, einfach Nichts erwarten. Emotionslos, roboterhaft die Spiele schauen und die Ergebnisse abnicken – und wenn am Ende etwas Gutes dabei herausgekommen ist, wie der Aufstieg, jolend ausrasten und sich freuen. Im Vorfeld sollte nur eine Parole gelten: die emotionale Narkotisierung.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Nichts erwarten

  1. SO traurig und doch gleichzeitig so dermassen treffend das es schon beinahe weh tut..

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