Gute Leute, schlechter Stil

Johannes Flum also. Ich habe ja schon vor Wochen geschrieben, dass ich den Transfer begrüße, weil der Mann ein richtig Guter ist. Kann so ziemlich alles spielen, im Mittelfeld sowieso, gar in der Innenverteidigung. Er stürmte sogar mal für Freiburg in zwei, drei Spielen dieser Saison. Flexibilität galt jahrelang – zu Unrecht – als Manko. „Kann nichts richtig“, wurde von manchen gesagt. Heutzutage ist sie en vogue und auch die Claqueure jedes Trends finden nun Gefallen an der Vielseitigkeit. Ergo sollten mit Johannes Flum viele zufrieden sein. Wenn es nach sportlichen Gesichtspunkten geht, jedenfalls.Aber das tut es bekanntlich nicht, in Frankfurt schon gar nicht.Da erwartet man wöchentlich den Überflieger, 17 Jahre jung oder wenigstens exotisch klingend, um Hoffnungen in Person X projizieren zu können. Ein Caio in gut, sozusagen. Und dann kommen Hübner, Veh und Co. mit einem Flum um die Ecke. Das muss für einige wieder mal schwer zu ertragen sein.

Mein Problem mit der Personalie ist ein fussballethisches, wenn es so etwas gibt. Ich finde es gelinde gesagt frech, dass sich Frankfurt hervortut im Leerkauf des SC Freiburg. Eine Mannschaft, die über die Erwartungen gut, ja, herausragend spielt, steht vor dem Exodus. Fairness? Mag ja eine romantische Forderung sein, aber mir drückt es in der Magengrube wenn ich sehe, wie heuschreckenhaft gerade die Eintracht über den SCF, direkten Konkurrenten, herfällt. Man darf auch den einen oder anderen Zweifel haben, ob gute Spieler wie Jan Rosenthal und Johannes Flum wirklich die Klasse des Teams so sehr anheben, dass sie eben nicht nur Breite sondern auch Spitze im Kader erhöhen. Ersteres leisten sie auf jeden Fall. Ob man, wie im Fall von Flum wirklich einen kolpotierten Betrag von zwei Millionen Euro investieren muss … ein bisschen kauen darf man da als Eintrachtanhänger schon, wenn man für die Finanzen in den vergangenen Jahren derart sensibilisiert worden ist.

Summa sumarum: Sowohl mit Jan Rosenthal, zumal ablösefrei als auch Johannes Flum, mit Bauchschmerzen nur aufgrund der hohen Ablösesumme bin ich als Neuzugänge sehr zufrieden. Sie verbessern die Mannschaft, werden manchem Stammspieler Beine machen und sich selbst hinein spielen in die Startformation. In der Breite des Kaders besser zu werden ist wichtig, wer dafür noch Beweise brauchte, konnte sie in der Rückrunde zuhauf sammeln. Was jedoch unbedingt mal gelingen muss ist die Investition in ein, zwei Profis, die das Team nach vorne bringen. In der Spitze, und das nicht nur sprichwörtlich auf den Sturm bezogen. Von Perspektive und Talent alleine kann das Team sich nicht unter den ersten acht, neun Mannschaften festkrallen. Dazu benötigt es diese 10 Prozent mehr Klasse, individuelle Klasse neben Alexander Meier.  Da man mit Rosenthal einen Halbstürmer á la Meier holen konnte, mit Flum einen zentral Defensiven (und wie gesagt flexibel Einsetzbaren), stehen für das Vorhaben „mehr Qualität in der Spitze“ vor allem Sturm, linke Außenbahn defensiv wie offensiv sowie die Innenverteidigung im Fokus. Und dafür, liebe Eintracht, bitte nicht nur in Freiburg schauen – nicht nur der Ehtik wegen.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Gute Leute, schlechter Stil

  1. Herr Schnitzelmann

    Ein Stürmer wäre gut, einer, der auch nach dem ersten Spiel noch in der Lage ist, Tore zu schießen.
    Mir spuckt schon länger der Name Ya Konan im Kopf rum, der hat könnte unseren Sturm nach vorne bringen.
    Von Helmes will ich nichts hören, der Junge hat nämlich das Chris-Problem, er ist eigentlich ein Guter, kann es aber kaum zeigen, weil immer verletzt!

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