Etwas mehr als gar nichts, ist etwas

Wie wichtig es ist, Urteile nicht live zu fällen, sondern abzuwarten, konnte jeder Eintrachtfan am Sonntagnachmittag erkennen. Wenn er denn wollte. Das 0:0 in Mainz, es schien die Rückrunde wiederzuspiegeln: sich irgendwie zum Ende hangeln und hoffen, dass die Konkurrenz sich im selben Tempo durch die Wochen schleppt. Also war das erste Fazit vieler, dass man den Elfmeter nicht verwandelt habe, den der 31. Spieltag bis Sonntag, 15.30 Uhr der Eintracht auf den Punkt legte. Als dann Schalke gegen den HSV aber aufdrehte und sich abzeichnete, dass die Eintracht einen Zähler auf die Heerscharr der Häscher gewonnen hat, musste man das Urteil schon deutlich relativieren. Ein Auswärtspunkt – so ganz gar nichts ist das schließlich nicht.

Selbstverständlich kann man nicht davon sprechen, den Elfmeter verwandelt zu haben. Alleine schon,weil der Auftritt (lange) phasenweise sehr bedächtig, träge und lustlos vorgetragen wurde. Ein bisschen Augsburg-Reloaded mag da mancher gewittert haben, und wenn die Mainzer das reguläre Tor nicht aberkannt, einen möglichen Elfmeter zugesprochen bekommen hätten … das Prädikat dumm aus der Wäsche schauen und nichts dazugelernt haben, die Eintracht hätte die Definition davon neu erfunden. Das ist die Negativinterpretation des Gezeigten. Eine positivere Sicht, und die ist mindestens ebenso zuässig, bemüht das Wort clever. Bis auf die beiden angesprochenen Szenen und einen Kopfball, den Nikolov halten musste und gehalten hat, stand das Team gut. Zugelassen hat man ebenso wenig, wie man abfeuerte. Auswärts. Gegen eine Mannschaft, die unberechenbar ist und gerne überfallartig abgeht auf des Gegners Tor. Man erinnere sich nur ans Hinspiel, wie Mainz die Eintracht herspielte. Nein, für Miesepetrigkeit im Anschluss an so eine Big-Point-Chance gibt es nach diesem Wochenende mal keinen Grund. Das war in Ordnung. Aber auch nicht mehr.

Die Bilanz gegen die direkte Konkurrenz, so viel lässt sich von dieser noch lange nicht beendeten Saison schon sagen, fällt jedenfalls dürftig, eher schlecht aus. Die vergeigten Märzwochen („Das Rumgeeier“), sie lasten bis heute auf der Saison. Mönchengladbach, Stuttgart, Hannover, mit Abstrichen Freiburg  – ein positvieres Ergebnis aus diesen Spielen hätte gereicht, um nicht wöchentlich vor Himmel oder Hölle zu stehen.

Eines ist angesichts dieses Saisonverlaufs klar: Vor 17.23 Uhr am 34. Spieltag, dem Heimspiel gegen eines der auswärtsstärksten Teams der Liga (Wolfsburg), wird alles noch zu verlieren sein. Oder alles zu gewinnen. Es ist eine Geisteshaltung, welcher Sicht- und Gefühlsweise man sich anschließen möchte.

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