Vendetta gegen Fortuna

Wie oft das Wort Schlüsselspiel in den vergangenen Wochen, ja Monaten benutzt, bemüht und missbraucht wurde, grenzt schon an Absicht. Und das war so leicht, weil eine Karawane von 5,6,7 Mannschaften um zwei internationale Plätze ringt, ergo jede zweite Woche eine Partie gegen einen mehr oder weniger direkten Konkurrenten gespielt wird. Wenn also angesichts der Ausgeglichenheit zwischen Rang 5 und 10 de facto jedes Aufeinandertreffen ein Schlüsselspiel ist, was bedeutet das für all die anderen Partien im Laufe einer Saison? Etwa das Spiel von Eintracht Frankfurt im Waldstadion gegen Fortuna Düsseldorf. Drei Punkte gibt es Gerüchten zufolge in jedem der 34 Ligaspiele, so also auch am Samstag.

Diese sind nicht mehr und nicht weniger wert als jene aus vermeintlichen Schlüsselspielen. Zumal, und das lehrt die Saison 2012/2013 wie kaum eine andere zuvor, zwischen 5 und 10,11,12 alles möglich ist, jeder gegen jeden Punkte gewinnen oder verlieren kann. Und ist er in dieser Woche erfolgreich, stolpert er in den darauf folgenden Woche. Es wird also darauf ankommen, wer sich gegen die hinteren Mannschaften möglichst schadlos gehalten und gegen die Topteams Punkte gehamstert hat.

Für Eintracht Frankfurt beginnen nun, auf der Zielgeraden der Bundesligasaison, die Wochen des Schadloshaltens. Die Bilanz gegen die direkte Konkurrenz ist mau, die Ergebnisse gegen die ersten Vier lesen sich durchaus gut (7 Punkte gegen Dortmund, Schalke, Leverkusen und Bayern) und nun entscheiden die Auftritte gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel darüber, wie sensationell die Aufstiegssaison endet. Nichts, und da werden sich Opti- und Pessimisten unter den Fans einig sein, wäre ärgerlicher, frustrierender und deshalb wahrscheinlicher als Rang 7. Hätte ein Spiel, das Pokalhalbfinale zwischen Freiburg und Stuttgart auch nur eine etwas andere Wendung genommen, wären die ersten zehn Minuten so gelaufen, wie das restliche Spiel – dann wäre selbst die 7 keine verflixte Nummer. Für welches Team auch immer, das dort am Ende steht.

Fortuna Düsseldorf, mitten drin im Abstiegskampf und voller aggressivem Tatendrang, wird ohnehin nicht mal so nebenbei bespielt und besiegt. Das lehren die bisherigen Partien gegen die Truppe des Unsympathen Norbert M. Angesichts der schwindenden Kraft, der Verletzungsproblematik und des Drucks, gefühlt doch alles verlieren zu können (flankiert von einem Mannschaftskapitän Primin Schwegler, der sich wieder als Mr. Kokettierer profiliert), droht ein Ritt auf der Rasierklinge. An diesem und den nächsten beiden Samstagen. Aber erstmal muss das 31. Schlüsselspiel absolviert, müssen drei Punkte erarbeitet werden. Nichts wünscht man sich als Eintracht-Fan mehr – und wenn man nebenbei Vendetta gegen Düsseldorf nehmen würde, hätte in Frankfurt niemand etwas dagegen.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge

Diskussion

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s