Spielen. Aber auf was?

Jetzt kann uns nichts mehr stoppen! Dieses Gefühl trage ich seit dem Heimsieg gegen Düsseldorf, vor allem seit dem Hamburgremis am Sonntag in mir. Und doch ahne ich, dass es wieder knüppeldick für meine Nerven kommen wird am 33. Spieltag. Beschwingsein? Das geziemt sich für einen Eintrachtfan eben nicht. Zu oft erweckte etwas einen schönen (An)Schein, um dann doch dunkel zu enden.

Was wird also passieren beim Spiel gegen die Bremer Wundertüte? Ein, zwei Gegentore für Frankfurt; darauf würde ich schonmal wetten. Und auf der Habenseite? Da gebe ich die Prognose erst ab, wenn entschieden ist ob Alexander (Fußballgott) Meier spielen kann oder nicht. Überhaupt scheint an der Personalie die Durchschlagskraft des Teams zu hängen, in diesem wie in all den anderen Jahren zuvor. Es ist kein Zufall, dass die Mannschaft dann druckvoll und forsch nach vorne spielt, wenn Meier auf dem Platz, viel mehr: als offensiver Mittelfeldspieler auf dem Rasen steht. Und nun ist sein Einsatz in Norddeutschland ungewiss. Und somit Verlauf und Ausgang der Partie, um es mal überhöht auszudrücken.

Irgendwann in der Winterpause schrieb ich, dass die Eintracht in eine Situation kommen könnte, seinerzeit sogar schon war, in der es etwas zu verlieren gibt. Der Jäger wird zum Gejagten und dieses Gefühl ist ein gänzlich anderes als frech und befreit aufspielen zu können. Bislang hat sich das Team unglaublich gut und leidenschaftlich aus dieser Affäre gezogen. Und doch steigt mit jedem Spiel, das das Unmögliche wahrwerden lassen kann, der Druck. Weniger der von außen, sondern der im eigenen Kopf.

Denn wie muss es sich für einen Meier, Nikolov, auch Jung oder Schwegler anfühlen plötzlich vor dieser Pforte zu stehen? Eben noch von Trainerimitat Michael Skibbe zu Tode diletiert, warten womöglich bald Auslandsreisen in der Europaliga, mit das Höchste, was ein Profifußballer anstreben kann.

Und dann warten da noch zwei Bundesligaspiele, aus denen man einen Sieg holen muss. Oder die man beide nicht verlieren darf. Wie oft werden die Spieler den Kicker-Tabellenrechner bereits bemüht haben, wie häufig abgewägt haben, welche Spielstände zu was reichen könnten. Wie soll man angesichts all dessen mal so eben unbekümmert im Weserstadion auflaufen und Akteur bleiben, derjenige, der unverkrampft sein Schicksal in die eigenen Hand nimmt und auf Sieg, auf Punktgewinn spielt?

Man sollte diese Gemengelage als Fan nicht unterschätzten. Bremen wird eine Aufgabe, zumal sie ebenfalls noch nicht dem Abstieg, der Relegation jedenfalls entronnen sind. Es treffen dementsprechend zwei Teams aufeinander, die beide etwas zu verlieren haben – was auch immer das für den Spielverlauf bedeuten wird.

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