Pirmin, es nervt

Und jährlich grüßt das Murmeltier: Pirmin Schwegler wiegt sich im Geschäft Fußballbundesliga, seinen Marktwert testet er, kokettiert mit einem Vereinswechsel. Zu Wolfsburg…  Wieso ich mit dem Schweizer nie so richtig warm wurde, wieso ich ihn als Kapitän in der Regel eher distanziert, jedenfalls wenig emotionalisiert wahrgenommen habe, liegt genau an diesem Gehabe. Keine klare Position, eine Aussage so, die nächste so – immer das Fähnchen in so einem Wind, das man keinem so richtig auf die Füße tritt, ganz Individualist sein, ganz auf sein eigenes Fortkommen fixiert sein kann. Alle Türen offen halten, so nennt man das floskelhaft. Und das ist nirgendwo eine gern gesehene Eigenschaft.

Profifußball ist keine Liebesbeziehung, von dieser Romantik muss sich ein Fan jedes Jahr aufs Neue verabschieden. Aber wenn die Anforderungen an den Verein, an die Mannschaft doch erfüllt scheinen – die Stichworte Ambitionen/Ziele/Entwicklung, Erfolg als solcher – ist es für den Außenstehenden wahrlich schwer, andere Gründe für einen Vereinswechsel zu finden als Mammon, Geld, Cash. Und selbst da setzt es bei mir jedenfalls aus: Ein Sportler, nennen wir ihn Pirmin Schwegler, der sicher siebenstellig verdienen wird, der per annum Einkommensmillionär ist, strebt nach der was? Der zweiten, dritten, vierten Millionen pro Jahr? Verzeiht, aber mir als bestenfalls Normalverdiener erschließt sich einfach nicht, was an Lebensstandard – sagen wir – bei zwei Millionen pro Jahr geht, was mit 1,X nicht gehen soll.

Ja, ich rechne Pirmin Schwegler ihm hoch an, dass er nach dem Abstieg nicht den Verein verließ, den Schaden reparierte. Ja, ich weiß um seine immer wieder guten Leistungen und ja, ichweiß dass nicht sicher ist, dass er tatsächlich zu Wolfsburg wechseln wird. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass nicht grundlos – ziemlich sicher von Beraterseite – Details zum Vertrag, Summen gestreut werden. Und das wird nicht ohne Schweglers Einverständnis geschehen. Marktwert testen, eben. Ergo hält der Schweizer alle Karten in der Hand, beeinflußt die Diskussion maßgeblich. Klare Absage in Richtung Alloffs und Wolfsburg? Iwo! In der Rolle des Taktikers fühlt sich Schwegler offenkundig wohl, nicht zum ersten Mal.

Zwei Spieltage vor Ende der Saison geht es für Eintracht Frankfurt aber um mehr als diesen Nebenkriegsschauplatz. Es mag gut möglich sein, vielleicht ist es sogar schon fix, dass das „Prunkstück Mittelfeld“ ab Juni zerbröselt. Dass Schwegler die kolpotierten drei, vier Millionen bringt. Dass Rode einen noch höheren Betrag in die Vereinskasse spült. Könnte sich Frankfurt solche Summen entgehen lassen? Schwerlich. Schwegler für die drei Millionen und Russ ablösefrei zur Eintracht – das dürfte der Deal sein, der Wolfsburg vorschwebt. Mal sehen, in wie vielen Wochen wir Vollzug für irgendein Szenario vermeldet bekommen. Oder vielleicht passiert ja auch gar nichts.

So oder so: Pirmin Schweglers Gehabe nervt. Bitte aufhören damit. Jetzt und in Zukunft, wo immer die sein wird.

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