Purzelbaum

Ich gebe jetzt einfach mal den devils advocate: Wie bewerten wir die Saison denn, wenns am kommenden Samstag Rang sieben wird? Ich vernehme derzeit nämlich ungewöhnlich viele Stimmen, die sich mit diesem Szenario gar nicht, viel mehr aber mit den Aussichten auf Platz 5/4 beschäftigen.

Ich behaupte einfach mal, dass es denen genauso geht wie den Eintrachtspielern in Bremen: Sie sind sich nicht darüber bewusst, welche riesen Chance man dort versiebte. Es ist ja nicht nur so, dass durch das erduselte Remis Europa mächtig wankt, was schlimm genug ist. Angesichts von Schalkes Aussetzer gegen Stuttgart hätte man aber nun Trümpfe in der Hand gehalten, hätte wahrhaft keinen Druck vor dem Wolfsburgspiel gehabt. Denn: Europa wäre dann nicht nur sicher gewesen. Die Frage wäre dann eine luxuriöse gewesen, und zwar welche Form von Europa; CL oder Uefa-Cup. DAS war die einmalige Möglichkeit, die nun dahin ist.

Verpasste Möglichkeiten, liegengelassene Punkte gab es zuhauf. Man kann sich die Rechnerei sparen. Gegen Bremen war meiner Ansicht nach jedenfalls deutlich mehr, war Europa drin – wenn man sich nicht derart unsinnig angestellt hätte in den ersten 20, 30 Minuten. Gut, das Ding ist vorbei, so oder so. Da hilft alles Wehklagen nichts.

Doch während nicht wenige durchaus optimistisch in den letzten Spieltag gehen, bin ich zum ersten Mal in dieser Saison wahrhaft niedergeschlagen, fatalistisch. Verärgert war ich trotz aller Sensationszüge der Saison auch mehrmals, zugegeben. Aber jetzt spürte ich einen richtigen Schlag in die Magengrube, wie zuvor vielleicht nur beim Schlachtfest in Augsburg. Es würde zu Eintracht Frankfurt passen, nach 33 Spieltagen auf einem internationalen Platz nach dem 34. aus diesen Rängen herauszupurzeln. Dann wäre da das nächste Kapitel des Leidens im Buch des Vereins, über das man sich Jahre, jahrzehntelang unterhalten und grämen kann. Ein Mini-Hansa-Rostock 20 Jahre später.

Meine Reden muss niemand falsch verstehen,der sie nicht falsch verstehen will. Was ich sagen möchte ist, dass ich einfach nicht felsenfest an einen Erfolg gegen Wolfsburg glaube. Wirds am Ende der eine Punkt, den es braucht, stürme ich gerne alleine den Platz und schlage Salti im Mittelkreis vor Freude. Solange aber lasse ich den Fatalismus in und an mir fressen, um mir möglichst viel emotionalen Schutzreflex anzutrainieren

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