Der Basar öffnet

Die eine Seite:

Karim Matmour, Olivier Occean, Martin Lanig, Constant Djakpa, Martin Amedick, Heiko Butscher, Sonny Kittel und Vadim Demidov (ja, der kehrt zurück) teilen ein Schicksal: Sie alle werden bei Eintracht Frankfurt, mehr oder weniger verständlich keine Zukunft haben. Acht Profis, von denen viele auch für die nächste Saison noch gültige Verträge haben. Von denen aber niemand mehr spielen wird. Für wen wird es Angebote geben? Wer will wechseln, wenn es eines gibt? Und da Pirmin Schwegler, der Kapitän, wohl ebenfalls den Verein verlassen wird (drei Millionen Euro Ablöse stehen im Raum), dürften es neun Abgänge anno 2013 sein.

Die andere Seite:

Johannes Flum und Jan Rosenthal sind die bislang bekannten Neuverpflichtungen. Edgar Prib (Außenmittelfeldspieler von Fürth) soll ebenfalls auf dem Sprung zur Eintracht sein. Dass Marco Russ von Wolfsburg gekauft wird, darf ebenfalls angenommen werden. Wo also werden die Baustellen liegen, um das Team nicht nur in der Breite – das wäre mit den getätigten Transfers durchaus erreicht – zu verstärken, sondern auch darüber hinaus? Der Sturm wird ein Thema bleiben, Srdjan Lakics Ausleihe hin oder her. Dort war lange der Name Daniel Ginczek (Dortmund/St.Pauli) im Gespräch. Dieser scheint Nürnberg zu bevorzugen, was schade ist. Der überragende Torjäger der zweiten Bundesliga hätte einer sein können, zumal er in Bruno Hübners Transferschema passen würde/gepasst hätte. Im Mittelfeld scheint man angesichts der bereits getätigten Neuverpflichtungen ausreichend gut aufgestellt zu sein. Rosenthal als Meier-Ersatz bzw. Variante für das Dreiersystem hinter der Spitze, Flum als flexibel einsetzbarer Spieler á la Benny Köhler überall in Mittelfeld und Innenverteidigung, Prib als Konkurrenz für Inui und Aigner: Je nach dem ob Schwegler wechselt oder nicht, wäre da nur noch insofern Handlungsbedarf. In der Abwehr gibt es nur Außen Verbesserungsbedarf, dort aber dringend. Auf der Linksverteidigerposition wird jemand benötigt, der Bastian Oczipka mächtig Druck macht oder gleich zum Ersatzmann werden lässt. Das war die Schwachstelle, der Risikofaktor der Saison. Zumal, wenn Oczipka – und das war sei Dezember der Fall – auch offensiv nicht mehr funktioniert. Das hat mit Kraft/Kraftreserven alleine nichts zutun.
Im Tor muss man sich angesichts von Oka Nikolovs Vertragsverlängerung keine Sorgen machen, er hat eindrucksvoll seine Klasse bewiesen. Und mit Aykut Özer ist jetzt eine Nummer drei im Team, die nervös, aber immerhin erstmals im Kasten stand.

Fazit: Was / wen braucht es:

Im Sturm muss dringend ein neuer Mann her, im Mittelfeld – je nach Schweglers Entscheidung und ob Prib tatsächlich aus Fürth kommt – eventuell noch ein weiterer. In der Abwehr – wenn Russ gekauft wird – dringend noch jemand für die linke Außenbahn. Das macht, zusätzlich zu den bislang (Fast-)Verpflichteten, noch zwei bis drei Neuzugänge. Europa, bzw. die Qualifikationsrunde dafür, sollte ein starkes Argument für die Transferverhandlungen sein. Aber: In der von Bruno Hübner so beäugten zweiten Bundesliga gab es anno 2012/2013 außer Daniel Ginczek keinen gleichsam starken wie noch weiter entwicklungsfähigen Profi. Zumindest im Sturm nicht.

Naheliegende Kandidaten aus der zweiten und dritten Liga:

Leon Goretzka  (18) vom VfL Bochum fürs zentral defensive Mittelfeld —> Die halbe erste Liga soll ihn jagen, und Bochum hielt zudem die Klasse. Dürfte kaum möglich für die Eintracht sein, ihn zu locken.

Christian Clemens (21) von FC Köln für Außenbahn und offensives Zentrum im Mittelfeld –> Unter anderem Schalke ist an ihm dran, gilt zudem als sehr heimatverbunden. Wird wissen, dass Köln kommende Saison ganz dick im Aufstiegsrennen sein wird. Kaum vorstellbar, dass er zur Eintracht wechselt.

Andrew Wooten (23) von SV Sandhausen/FC Kaiserslautern für den Sturm —> Der FCK hat ein Überangebot an Stürmern, wenn Idrissou/Hoffer/Bunjaku an Bord bleiben. Wooten kann aber auch Außen spielen, hat dort auch durchaus  Chancen beim FCK. Steigt der FCK auf, ist das für die Eintracht kein unrealistischer Transfer. Bleibt der FCK zweitklassig, werden Stürmer den Klub vielleicht verlassen und Wooten hätte seinen Platz sicher.

Hakan Calhanoglu (19) von Karlsruher SC/Hamburger SV fürs zentrale Mittelfeld —> Hat bereits vor langem beim HSV unterschrieben, die ihn dringend benötigen werden. Keine Chance für die Eintracht als direkter Konkurrent der Hamburger, da etwas zu drehen.

—> Was bereits bei einem kurzen Blick über / in Liga zwei und drei auffällt: In der Offensive, zumal im Sturm fallen wenige Spieler aus der Reihe. Daniel Ginczek wäre einer gewesen, doch hat der sich für Nürnberg entschieden.

Innerdeutsche Kandidaten für den Sturm:

Sebastian Polter (22) vom VfL Wolfsburg für den Sturm –> Ausgeliehen an Nürnberg wird er nach Rückkehr beim nördlichen Investorenklub wenig Chancen haben. Hat noch bis 2014 Vertrag, wäre wohl unterhalb von Mondpreisen zu haben. Konnte sich allerdings selbst beim offensivschwachen Club nicht wirklich durchsetzten. Transfer zur Eintracht wäre zwar denkbar – aber qualitativ wünschenswert? Dickes Fragezeichen.

Teemu Pukki (23) von Schalke 04 für den Sturm —> Bei Schalke nur noch eine Nebenrolle, wollte man ihn schon zur Winterpause ziehen lassen. Vertrag bis 2014, könnte finanziell für die Eintracht machbar sein – zumal als Deal, falls Schwegler nach Gelsenkirchen wechselt.

Karim Bellarabi (23) von Bayer Leverkusen für das offensive Mittelfeld –> Bei Leverkusen phasenweise ins Team gespielt, aber seit längerem verletzt. Wurde schon in der Winterpause in Frankfurt gehandelt. Vertrag bis 2104 und wahrscheinlich auch finanziell machbar. Aber: Sein Heimatverein Braunschweig will ihn zurück und laut Zeitungslektüre offenbar die besten Chancen.

Didier Ya Konan (29) von Hannover 96 für den Sturm —> Trifft seit Jahren für Hannover, spielt auch mal im 4-2-3-1 offensiv Außen. Für 3 Millionen Euro soll er zu haben sein, Vertrag endet 2014 und die Niedersachsen haben bereits mit Artur Sobiech den Vertrag verlängert, so dass Ya Konan signalisiert wurde: du darfst wechseln. Für die Eintracht wäre das finanziell wie sportlich wohl der Königstransfer. Frage 1: Hat man nach den Ausgaben von ca. 4 Mio. + für Flum, Prib, Rosenthal überhaupt so viel Geld? (Mit Schwegler und dessen 3 Mio. Ablöse ja). Frage 2: Gleichalt wie Lakic, wären die Millionen keine Investition in Spieler, die den Verein in die Lage versetzen würden, in drei, vier Jahren noch Ablöse für sie zu bekommen.

Sven Schipplock (24) von Hoppenheim für den Sturm –> Bei Abstieg des Investorenklubs und Vertrag bis 2014 sollte er für die Eintracht zu bekommen sein. Seine Torquote ist stark (8 Scorerpunkte in 16 Spielen und nur 567 Einsatzminuten in einer Absteigersaison). Sollte man als Frankfurter im Auge behalten.

Darüber hinaus gibt es einen unüberschaubaren Pool an Spielern aus mir unbekannten Ligen. Dass irgendjemand, gerade ein Offensiver auch aus dem Ausland verpflichtet wird, ist durchaus denkbar. Im Kern wird aber in Deutschland nach Spielern gesucht werden; und mich würde es wundern, wenn nicht der eine oder andere aus der obenstehenden Liste auf dem Zettel Bruno Hübners stünde.

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