Das Klima

Schonmal konnten oder wollten einige Fans den Wert eines Spielers nicht anerkennen. Die Rede ist nicht von Alexander Meier, den nur noch verbohrte Ideologen etwas vorhalten können, sondern von Christoph Spycher. Seinerzeit Linksverteidiger und,  wie Beobachter stets zu erkennen vermochten, ein integraler Bestandteil der Mannschaft. Vor allem in Bezug auf das Wir-Gefühl und der Integration, der Vermittlung zwischen Veteranen und Neuankömmlingen.

Was wurde über den Mann gestöhnt! Zu alt (immer dieses 0-Argument!), nicht offensiv genug, zu unspektakulär. Dann gab der Verein – Michael Skibbe sei „Dank“ – ihn ab. Und rums, das Mannschaftsklima riss mittelfristig ebenso ein wie der sportliche Erfolg.

Nun geht also Heiko Butscher. Der Umgang mit ihm war fair, keine Frage. Er hatte die Chance, als Trainer einzusteigen in Frankfurt. Mit 32 Jahren ist das allerdings in der Tat wenig ratsam. Zwei, drei Jahre als Profifußballer sind da noch – leistungstechnisch – problemlos möglich. Das bewies er ja nicht zuletzt Ende der Hinrunde, als er souverän und stark die Siege mit dem Team einfuhr. Und in Liga 2 wird er zu den besten Innenverteidigern der Liga zählen.

Schade und traurig ist es für die Eintracht allemal, dass Butscher den Verein verlässt. Nicht nur wegen des Klassenclown-Images. Davon ausgehend, dass mit Pirmin Schwegler ein weiterer Integrations-Spieler den Klub verlässt, droht eine Lücke in einem oft unsichtbaren Feld: dem Teamgeist. Niemand, kein Fan weiß, wie das Klima im Team beeinflußt wird oder wer die entscheidenden Personen für den Zusammenhalt sind. Und doch darf man sich sorgen, dass sie mal so eben im Handstreich ersetzt werden. Monate nach dem Abgang eines Christoph Spycher, als es dann peu a peu und erstmals eng und ungemütlich wurde, wurden die Probleme offensichtlich. Im Erfolgsfall kann vieles gutgehen. Klappts mal nicht mehr mit dem Tore schießen und Siege holen, kommt das untere Tabellendrittel immer näher, ist dieser vermeintlich weiche Faktor Teamklima der entscheidende.

Hoffen wir das Beste – denn Grund zum Trauern will ich in diesen Tagen, Wochen der Freude eigentlich nicht haben. Gefühlt zum ersten Mal in (m)einem Menschenleben ist das in Bezug auf die Eintracht diesmal der Fall 😉

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