Das Marktgesetz

Mürbe kann einen der Profifußball wahrlich machen. Schaut man, was da in Freiburg passiert, wie ungeniert die Marktgesetze greifen, verliere ich wirklich den Spaß an diesem Zirkus. Die Eintracht rupft Jan Rosenthal – bei dem immerhin der Vertrag auslief – und Johannes Flum, andere kaufen einen Caliguri, Kruse, nun den Kapitän (Cedric Makiadi) und auch der junge Verteidiger Oliver Sorg wird offenbar wechseln (Schalke). Mal eben die halbe Stammmannschaft eines Vereins rausgekauft, weil sie zu gut gespielt hat.  Es gibt eine Strafe, weil gute Arbeit geleistet wird.

Jetzt kann man natürlich herkommen und argumentieren, dass Freiburg für einige Profis nicht wenig Geld erlösen wird. Aber geht es denn darum? Also dem Fan, dem Anhänger. Wenn mein Verein des Herzens mal so non chalant seine halbe Startelf durch finanziell potentere Klubs abgeworben bekommt, würde ich mich mit Ekel abwenden. Ist doch Heuchelei zu behaupten, man sehe so seine gute Arbeit anerkannt. Mag ja sein, dass das die offizielle (PR gesteuerte) Klubhaltung ist. Stichwort Ausbildungsverein. Aber will ich mir als Fan jedes zweite Jahr neue Namen im Dutzend merken müssen? Dass die Konstante schon lange passé ist – außer man Typen vom Schlag eines Oka Nikolov oder Alexander Meier – darf doch nicht als Rechtfertigung dafür dienen, glücklich über so eine Personalpolitik zu sein. Natürlich ist es famos, wen der SFC als Verein schon alles an Land zog und gewinnbringend veräußerte (Papis Cissé, anybody?). Da könnte sich die Eintracht so einiges abschauen in Sachen Professionalität, gerade was Hölzenbeine, Weber und Co. angeht. Dennoch halte ich es aus Fansicht für unglaublich frustrierend, wenn man weiß, dass gute Resultate quasi zwingend dazu führen, dass man personell bluten wird. Und offenbar reicht heute nicht mal mehr das Argument Europa (Stichworte Perspektive/Ambitionen), um Spieler vom Verbleib bei einem finanziell nicht gar so potenten Klub zu überzeugen. Lieber geht’s nach Mönchengladbach (Kruse), Wolfsburg (Caliguri), Bremen (Makiadi) und Frankfurt zur Uefa-Cup Quali (Rosenthal und Flum). Kurz: Allen Verlautbarungen zum Trotz geht es nur ums Geld. Kurzsichtig und kurzfristig die Taschen voll machen; anstatt fürstliches Gehalt dort zu verdienen, noch etwas fürstlicheres Gehalt dort zu beziehen.

Wenn Armin Veh sich mit Zähnen und Klauen gegen Verkäufe von zwei (!) Spielern wie Sebastian Jung und Sebastian Rode wehrt, wie dreckig muss es dann einem Christian Streich eigentlich gehen? Selbstverständlich kann es sich ein Klub wie Freiburg – das ist bei der Eintracht nicht anders – nicht leisten, verlockende Angebote auszuschlagen. Käme ein fixes Angebot über acht, neun Millionen Euro für Carlos Zambrano – in Frankfurt dürfte und würde man das nicht ausschlagen. Das saniert einen Mittelklasse Verein, finanziert ihm ein malades Jahr, vielleicht sogar einen Abstieg, im Handstreich. So viel Geld bekommt nämlich sportlich nicht mal ein Verein zusammen, der im Uefa-Cup (jaja, Europa League …) antritt und in der Gruppenphase spielt.

Ich weiß, dass ich jetzt mehr über die Breisgauer als über Eintracht Frankfurt geschrieben habe. Seht es mir nach. Ist halt der Anfang der Sauren-Gurken-Zeit 😉 Und bis zum ersten/nächsten Eintracht-Transfer muss auch mal Luft dafür sein, den Ärger über das Geschäft rauszulassen und sich solidarisch mit anderen, sympathischen Klubs zu zeigen.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge

Diskussion

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s