Monatsarchiv: Juni 2013

Der Pakt

Auffällig ist es schon, wie sehr der FC Kaiserslautern – seines Zeichens immer mal wieder Dauerrivale lokaler Natur – auf Eintrachtspieler steht. Gefühlt verpflichtete der FCK die halbe Frankfurter Aufstiegsmannschaft und legt nun mit Olivier Occean nach. Dass der zweite Liga (dominieren) kann, muss er nicht beweisen. Win-win-win-Geschäft nennt man das dann wohl. Vielleicht sollte man diesem Pakt eine gewisse Dauerhaftigkeit verleihen.

Ich hätte da noch zwei, drei andere Streichkandidaten, die Lautern gerne heuern darf. Einen Sonny Kittel dürfen sie etwa gerne versuchen ein Jahr lang auszubilden – und ihn dann behalten oder gestärkt nach Frankfurt zurückbringen. Dass er im Eintrachtdress nicht mehr viele Spiele absolvieren wird, die große Zukunftshoffnung, scheint absehbar. Oder spricht noch irgendjemand von Kittel als Konkurrent für Meier, Aigner, Inui, Celozzi, Rosenthal, Flum, gar Stendera?

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Der sechste Gang

Verzicht ist man in Frankfurt in Bezug auf Fußball ja durchaus gewöhnt, die Zeiten, in denen die Bäume nicht hoch genug wachsen konnten (80er,90er) sind zum Glück vorbei. Und doch erwartete wohl jeder im Nachklang der europäischen Qualifikation diesen einen Schimmer Glanz, den einen Transfer-Knaller, diesen Spieler, der das Team Gang sechs einlegen lassen könnte. Nun beginnt der Juli, letztgenannter Typus scheint meilenweit entfernt, und bei der Eintracht halten viele sogar eher den Atem an, dass der Kelch Joselu doch noch an Frankfurt vorbeigeht. Der Verlegenheitstransfer, der Stürmer Nummer drei bis vier, nur um überhaupt einen im Kader zu haben. Die Frage, was man mit so einem will – die Berater-, Transferrechte und Anwaltsposse ganz außen vor gelassen – muss gestellt werden. Wer die paar Auftritte des 6 Millionen Euro (!) teuren Stürmers verfolgt hat, wird sich vor allem an viel Festlaufen erinnern. Oder an gar nichts, was ja auch etwas aussagt. Wenn man schon in Hoffenheim wildert, wieso gräbt man dann nicht an Sven Schipplock? Oder wenigstens Eren Derdiyok, dem halt mal ein Aussetzerjahr gegönnt sei nach all den Buden und guten Leistungen in Leverkusen? Wieso hat man die D-Lösung im Auge, die immernoch viel zu teuer und kompliziert ist?

Die Eintracht steht vor einer knüppelharten Saison in der Bundesliga. Das hängt weniger mit dem strammen Anfangsprogramm zusammen, als vielmehr mit dem Mix aus gegnerischem Respekt und eigener, öffentlicher Anspruchshaltung. Oben drauf kommt die Europa League, sofern man sich für diese qualifiziert. Und gerade weil man ja mehr als nur ein Heim- und Auswärtsspiel Ende August erreichen möchte, weil man in der Bundesliga unter die ersten zehn, elf Mannschaften will, müssen da ein, zwei Neuverpflichtungen her die jenen sechsten Gang einlegen können.

Bisher trimmt man den Kader auf Status quo, stärkt vor allem die Bank, sorgt für eine 12 und 13 neben/hinter Stefano Celozzi (wobei etwa die Verpflichtung Stephan Schröcks wie ein Celozzi II anmutet). Das facht den Konkurrenzkampf auf Positionen an, wo bislang keiner existierte, speziell auf dem linken Flügel.  Das war und ist wichtig, Rosenthal und Flum sind gute Leute. Doch dass Armin Veh grummelt hat einen nachvollziehbaren Grund: Es fehlt ein entscheidender spielerischer Baustein, er wähnt sich abermals vor einer Saison, sieht sich in einer Saisonvorbereitung in der er improvisieren muss. Lucas Barrios wird sicher nirgendwo mehr 5,5 Millionen Euro Gehalt verlangen, vielleicht kickt er ja aber für 1,5 Millionen, wenn er quasi gesetzt wäre? Man hat einfach so das Gefühl, dass so etwas in Frankfurt nicht mal in Erwägung gezogen, sondern lieber mit kruden tschechischen und spanischen Berater-Anwalts-Vereinsbossmenschen um ebenfalls enorme Summen gezockt wird. Mit dem Unterschied, dass man die Wundertüte zu öffnen gedenkt.

Ich sags nochmal: Didier Ya Konan wäre zu haben, man wüsste, was und wen man bekommt. Günstig? Darüber kann man streiten. Ist das einer für den sechsten Gang? Jedenfalls eher als so manch anderer Name, der kursiert. Von allen unkreativen Transfers wäre das jedenfalls der Beste. Und jetzt lege ich mich in aller Redundanz wieder hin und warte auf Vollzug bei Joselu und irgendwelchen Wunderkindern, die uns den Martin Fenin machen 😉

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Kontraproduktiver Schwachsinn

Etwas Grundlegendes hat Armin Veh nicht verstanden. Auch in den 50ern hat der Mensch offenbar noch Lernbedarf. Anders ist nicht zu erklären, wieso er sich über das Bekanntwerden von möglichen Neuzugängen mokiert, „kontraproduktiv“ und „ein Schwachsinn“ sei das. Doch so wie er seinen Job auf dem Trainingsplatz macht, sehr gut macht, erfüllen andere Rädchen der (Fußball)Gesellschaft ihren Job. Ebenso gut, möchte ich anmerken. Keine Zeitung, kein Medium das den Namen verdient, ist ein Vasalle des jeweiligen Vereins, Politikers, Konzerns etc. über den er/es berichtet. Einzig der Leser ist der Fixstern, ihm/ihr das zu erzählen, was es (vermeintlich) zu erzählen gibt.

Spekulationen – außerhalb von kruden Internetportalen wie Spox etc. – existieren übrigens deshalb, weil es durchaus Anlässe dafür gibt. Liest man etwa aufmerksam die Frankfurter Rundschau, findet so mancher, fast jeder Internetname keinen Eingang in die Berichterstattung des Blatts. Im Nebensatz mal aufgegriffen, das vielleicht, aber mehr auch nicht. Recherche nennt man das. Was ist an all dem verwerflich? Es ist die Abbildung dessen, was geschieht mit Facetten dessen, was geschehen könnte. Würde jeder im Verein offen mit den Kollegen reden – was natürlich nicht passiert, nirgendwo – könnte man das ja im Veh´schen Sinne abbügeln: Nix dran, nicht finanzierbar, aus der Luft gegriffen – und dann eben doch verpflichten. Als ob es den möglichen Verhandlungspartner interessieren würde, wenn in Frankfurt ein Name aufploppt – jeder Klub weiß doch ganz genau, für wen er ein Angebot vorliegen hat, ebenso die Berater, die ohnehin das meiste streuen. Und das als Medienorgan nicht aufgreifen? Mal 09/11 unter den Tisch fallen lassen? Ist klar. Das derzeitige Gezeter, das ist alles nur künstliche Aufregung, Frust ob der Tatsache, dass man nicht so leicht mit den Großen kacken kann.

Möchte man es anders haben, seien Anzeigenblätter als Lektüre empfohlen. Da gibts dann kuschelweiche Wohlfühl(Presse)mitteilungen wo auch garantiert nichts drinsteht, was Armin Veh und Sinnesgenossen aufwühlen könnte.

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Ladies and gentleman, say hello to the Verlegenheits-Transfer!

Joselu und Stephan Schröck wechseln zur Eintracht, das meldet die Bild-Zeitung. Au Backe. Schnell mal die Karteikarten der Profifußballer durchwühlt und zwei Leute eingekauft, die auf die Schnelle die 100 Kilometer mitm Auto ausm Kraichgau nach Frankfurt tuckern können. Ist ja immerhin schon Trainingasauftakt gewesen. Noch zwei Kicker für die Breite. Von Spitze bleibt nix zu sehen. Und das Budget für den Qualitätssprung, der offenbar nur noch mit einem Neuzugang erreicht werden könnte, wird noch dünner. Vor allem die Umstände irritieren. Ein mächtiger angesäuerter Trainer muss befriedet werden, also holt man mal schnell die Nummer 3 und 4 auf der Einkaufsliste – ungefähr so fühlt sich das irgendwie an.

Ich gebe es zu: Angesichts dessen, was ich von diesen Spielern bislang gesehen habe, kehrt Ernüchterung ein. Muss ja nicht gleich der Traum von Lucas Barrios geträumt werden, aber Joselu? Und Stephan Schröck, der Karim Matmour in noch kleiner? Pheeeeew, da muss ich lange und tief drüber schlafen, um das wohlwollend bewerten zu können.

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Heute mal kein Transfergedöns

Da darbt er, der Eintrachtfan. Noch so oft kann man da die Kollegen anrufen, ob die einen Schnipsel neuer Informationen haben – hilft alles nichts, es herrscht Stille im Transferwald. Aber da er die Redundanz des Nichts leid ist, beschäftigt er sich derweil mit anderen Baustellen und Aussichten der Mannschaft, des Vereins.

Etwa die neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen und so manche witzige Klausel darin. Etwa die aktuell bejubelte Tatsache, dass die Zahl der Vereinsmitglieder um 4000 auf mehr als 21 000 in die Höhe schoss. Wie es die Pflicht der Presseabteilung ist, wird das alles Eintracht-Boom verkauft. Dass das zum Großteil nur dem Fakt geschuldet ist, dass mancher wenigstens noch den Scheinrabatt auf die Dauerkarte einstreichen, ein noch priveligierteres Vorkaufsrecht auf manches Top-Spiel sichern möchte – keine Silbe davon. Überhaupt treibt die Vereinspropaganda – das gilt für alle Unternehmen – schon seltsame Blüten. Da gibt es nie schlechte, nicht mal mäßige Neuigkeiten oder Nachrichten. Nur Jubel, Heiteitei. Die Ikone geht – und man jubelt ob der eigenen Generosität, dem verdienten Mann seinen Traum nicht kaputtgemacht zu haben. Wie soll das erst bei dem EintrachtTV-Ding werden? 24/7-Sonnenbestrahlung und Beschallung für willfährig gefräßige Zuschauer? Mir graut vor der Vorstellung. Der Sportjournalismus als solcher ist an Unterwürfigkeit, an Heldenverehrung ja schon kaum zu über- respektive zu unterbieten. Die Grenze zur PR ist da äußerst fließend. Aber dann reine Sport-PR eingebettet im Korpus des eigenen Vereins? Das ist so inzestoid wie es nur geht. Und es wird leider ein paar Tausend Seelen geben, die sich das nicht nur freillwig anschauen, sondern die all das verinnerlichen. Kritische Töne oder zumindest kritische Fragen? Iwo, die Eintracht hats gesagt, dann ist das schon so. Alles andere sind Nestbeschmutzer.

Ein Satz Heribert Bruchhagens ist mir sehr gut im Ohr, und der wird vermutlich nicht mal originär von ihm sein: Die größten Fehler werden in den Zeiten des Erfolgs begangen. Hoffen wir mal, dass sich mancher emotionsaufgetankter Fan von der Euphoriewelle nicht zu weit schwappen lässt; EintrachtTV wird’s jedenfalls nicht verhindern 😉

Und jetzt harre ich weiter aus ob des Nachrichtenstroms. Und sobald ich etwas höre, melde ich es hier im Blog. Wenn  der Redaktionsalltag – wovon auszugehen ist – micht bzw. die Eintracht-Geilheit nicht wieder lähmt.

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Warten auf Mr. Irgendwer

Noch zwei Tage bis zum Trainingsauftakt, den Wochen der Saisonvorbereitung der Eintracht. Jener Zeit in der diese ominösen Mechanismen einstudiert, das vielzitierte Fundament gelegt wird. Und aller Voraussicht nach muss man die Tiefbauarbetein ohne Stürmer angehen. Neben Srdjan Lakic, Leihgabe (!) aus Wolfsburg ist da niemand im Kader der in der Jobbeschreibung das Toreschießen als erste Qualifikation im Vertrag stehen hat. Umso bemerkenswerter, dass der Verein seit Wochen erfolglos an diesem Vaclav Kadlec gräbt. Wie das so läuft wenn jemand bei der Eintracht im Wort steht, zu stehen scheint, sollte der Verein mittlerweile gerafft haben: Patrick Helmes, Edgar Prib, nun Kadlec …

Es gibt finanzkräftigere,vor allem zahlungswilligere Vereine. Im Wettbieten, auf das man sich zurecht nicht einlassen darf, hat man keine Chance. Trotzdem stellt sich die Frage, ob es nicht doch noch den einen oder anderen geeigneten Kandidaten in- und außerhalb Deutschlands gebe.

Immer wieder jagt mich der Name Pierre Michel Lasogga von Hertha BSC. Oder jener Marko Livaja, der bei Inter Mailand kickt und beim U-20-Turnier spielt. Nicht, weil ich an realistische Verpflichtungs-Chancen glaube. Aber weil ich mich dagegen sperre zu glauben, Vaclav Kadlec sei der einzige – zumal die SGE ja offenbar zwei kaufen möchte –  Stürmer, der das Team noch einen Schritt voranbringen könnte. Um ehrlich zu sein bin ich sogar eher skeptisch, dass ein nichts desto trotz noch recht unbeschriebener Spieler vier, fünf Millionen Euro Ablöse rechtfertigt. Das sind Summen, die für Leute gezahlt werden, die sich schon ein paar Meriten verdient haben. Natürlich lesen sich die Werte, die Statistiken des Tschechen gut. Und sie wecken sicher Begehrlichkeiten? Aber diese siebenstelligen Beträge? In meinem Kopf tönt es jedenfalls täglich „phhheeeeeew“, wenn ich länger als zwei Sekunden über die Sinnhaftigkeit dieser Investiton nachdenke. Plus: Es scheint immer mehr so, dass sich der Verein aus Prag sperrt und den Preis treiben möchte – vielleicht, oder ziemlich sicher hat die Eintracht keinen Bieterkonkurrenten mehr. Was immer das in der Konsequenz bedeutet. Ich bleibe jedenfalls bei meinem Urteil, dass diese Auslands-Transfers, gerade wegen dieser Spielchen, riskant sind. Nicht nur finanziell, auch sportlich wie wir seit Martin Fenin wissen.

Bevor es manchem auf den Nägeln brennt: Nörgeln ist das ganze hier nicht. Ich möchte die Situation nur spiegeln, analysieren. Und gerade weil zuletzt immer wieder von zwei Stürmern gesprochen wurde, die man verpflichten will, bin ich etwas irritiert. Zumindest jene Nummer zwei müsste doch bald mal an Land gezogen sein, sollte man meinen. Derjenige soll dem Vernehmen nach ein erfahrener Nikos Liberopoulos-ähnlicher Typus sein. Leichter zu finden scheint so einer auch nicht zu sein, wenn man sich den Verlauf der vergangenen Wochen ansieht. Übrigens: Olivier Occean, Vadim Demidov, Martin Lanig, Constant Djakpa und Sonny Kittel sind ebenfalls noch im Kader, also nicht verkauft. Kosten, bringen kein Geld.

Bleibt die für mich nicht minder wichtige Frage um die linke defensive Seite und die offensive Außenbahn im Mittelfeld, auch vor allem links. Da zuckt ja spätestens seit dem geplatzen Prib-Wechsel nichts mehr. Das stimmt, trotz der beiden guten neuen Leute namens Jan Rosenthal und Johannes Flum, nicht sehr beruhigend. Zumal, und das wird derzeit ja noch etwas stiefmütterlich behandelt, das Geschäft Europa im Idealfall eine ganz andere und kraftraubende Mehrbelastung bringen würde. Fehlen da dann die Alternativen, und es geht ja nicht mehr um einen Nachkauf ab 31. August – könnten, nein, werden  sich die gelassenen Körner auch spürbar in der Bundesliga auswirken. Ich ergänze: Im Wissen, dass eine Wiederholung von Rang 6+ illusorisch ist und ein Mittelfeldplatz zwischen 8 und 12, 13 im Bereich des Bestmöglichen liegt.

Aber ein Argument sticht Vieles des Gesagten aus: Es ist Mitte, Ende Juni. Bis zum ersten ernsthaften Spiel sinds noch fünf, fünfeinhalb Wochen. Fürs Nervös werden ist es also arg früh. Es wäre nur halt schön (und nützlich) gewesen, zumindest die Dauerbaustelle Sturm bis zum Trainingsauftakt wenigstens zu 50 Prozent abgeschlossen zu haben.

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Übergangslösung

Also doch ein Junger, der spielen wird wollen. Felix Wiedwald, wie Kevin Trapp im Pokal gesperrt. Muss man nicht unbedingt verstehen. Beides nicht. Aber gut, der setzt sich aus Duisburg ablösefrei kommend für ein Jahr auf die Bank und wird 2014 dann für ein paar Euronen weiterziehen. Übergangslösung, die Ablöse erwirtschaften wird – ein grausames Geschäft, dieser Profifußball.

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