Heute mal kein Transfergedöns

Da darbt er, der Eintrachtfan. Noch so oft kann man da die Kollegen anrufen, ob die einen Schnipsel neuer Informationen haben – hilft alles nichts, es herrscht Stille im Transferwald. Aber da er die Redundanz des Nichts leid ist, beschäftigt er sich derweil mit anderen Baustellen und Aussichten der Mannschaft, des Vereins.

Etwa die neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen und so manche witzige Klausel darin. Etwa die aktuell bejubelte Tatsache, dass die Zahl der Vereinsmitglieder um 4000 auf mehr als 21 000 in die Höhe schoss. Wie es die Pflicht der Presseabteilung ist, wird das alles Eintracht-Boom verkauft. Dass das zum Großteil nur dem Fakt geschuldet ist, dass mancher wenigstens noch den Scheinrabatt auf die Dauerkarte einstreichen, ein noch priveligierteres Vorkaufsrecht auf manches Top-Spiel sichern möchte – keine Silbe davon. Überhaupt treibt die Vereinspropaganda – das gilt für alle Unternehmen – schon seltsame Blüten. Da gibt es nie schlechte, nicht mal mäßige Neuigkeiten oder Nachrichten. Nur Jubel, Heiteitei. Die Ikone geht – und man jubelt ob der eigenen Generosität, dem verdienten Mann seinen Traum nicht kaputtgemacht zu haben. Wie soll das erst bei dem EintrachtTV-Ding werden? 24/7-Sonnenbestrahlung und Beschallung für willfährig gefräßige Zuschauer? Mir graut vor der Vorstellung. Der Sportjournalismus als solcher ist an Unterwürfigkeit, an Heldenverehrung ja schon kaum zu über- respektive zu unterbieten. Die Grenze zur PR ist da äußerst fließend. Aber dann reine Sport-PR eingebettet im Korpus des eigenen Vereins? Das ist so inzestoid wie es nur geht. Und es wird leider ein paar Tausend Seelen geben, die sich das nicht nur freillwig anschauen, sondern die all das verinnerlichen. Kritische Töne oder zumindest kritische Fragen? Iwo, die Eintracht hats gesagt, dann ist das schon so. Alles andere sind Nestbeschmutzer.

Ein Satz Heribert Bruchhagens ist mir sehr gut im Ohr, und der wird vermutlich nicht mal originär von ihm sein: Die größten Fehler werden in den Zeiten des Erfolgs begangen. Hoffen wir mal, dass sich mancher emotionsaufgetankter Fan von der Euphoriewelle nicht zu weit schwappen lässt; EintrachtTV wird’s jedenfalls nicht verhindern 😉

Und jetzt harre ich weiter aus ob des Nachrichtenstroms. Und sobald ich etwas höre, melde ich es hier im Blog. Wenn  der Redaktionsalltag – wovon auszugehen ist – micht bzw. die Eintracht-Geilheit nicht wieder lähmt.

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