Der sechste Gang

Verzicht ist man in Frankfurt in Bezug auf Fußball ja durchaus gewöhnt, die Zeiten, in denen die Bäume nicht hoch genug wachsen konnten (80er,90er) sind zum Glück vorbei. Und doch erwartete wohl jeder im Nachklang der europäischen Qualifikation diesen einen Schimmer Glanz, den einen Transfer-Knaller, diesen Spieler, der das Team Gang sechs einlegen lassen könnte. Nun beginnt der Juli, letztgenannter Typus scheint meilenweit entfernt, und bei der Eintracht halten viele sogar eher den Atem an, dass der Kelch Joselu doch noch an Frankfurt vorbeigeht. Der Verlegenheitstransfer, der Stürmer Nummer drei bis vier, nur um überhaupt einen im Kader zu haben. Die Frage, was man mit so einem will – die Berater-, Transferrechte und Anwaltsposse ganz außen vor gelassen – muss gestellt werden. Wer die paar Auftritte des 6 Millionen Euro (!) teuren Stürmers verfolgt hat, wird sich vor allem an viel Festlaufen erinnern. Oder an gar nichts, was ja auch etwas aussagt. Wenn man schon in Hoffenheim wildert, wieso gräbt man dann nicht an Sven Schipplock? Oder wenigstens Eren Derdiyok, dem halt mal ein Aussetzerjahr gegönnt sei nach all den Buden und guten Leistungen in Leverkusen? Wieso hat man die D-Lösung im Auge, die immernoch viel zu teuer und kompliziert ist?

Die Eintracht steht vor einer knüppelharten Saison in der Bundesliga. Das hängt weniger mit dem strammen Anfangsprogramm zusammen, als vielmehr mit dem Mix aus gegnerischem Respekt und eigener, öffentlicher Anspruchshaltung. Oben drauf kommt die Europa League, sofern man sich für diese qualifiziert. Und gerade weil man ja mehr als nur ein Heim- und Auswärtsspiel Ende August erreichen möchte, weil man in der Bundesliga unter die ersten zehn, elf Mannschaften will, müssen da ein, zwei Neuverpflichtungen her die jenen sechsten Gang einlegen können.

Bisher trimmt man den Kader auf Status quo, stärkt vor allem die Bank, sorgt für eine 12 und 13 neben/hinter Stefano Celozzi (wobei etwa die Verpflichtung Stephan Schröcks wie ein Celozzi II anmutet). Das facht den Konkurrenzkampf auf Positionen an, wo bislang keiner existierte, speziell auf dem linken Flügel.  Das war und ist wichtig, Rosenthal und Flum sind gute Leute. Doch dass Armin Veh grummelt hat einen nachvollziehbaren Grund: Es fehlt ein entscheidender spielerischer Baustein, er wähnt sich abermals vor einer Saison, sieht sich in einer Saisonvorbereitung in der er improvisieren muss. Lucas Barrios wird sicher nirgendwo mehr 5,5 Millionen Euro Gehalt verlangen, vielleicht kickt er ja aber für 1,5 Millionen, wenn er quasi gesetzt wäre? Man hat einfach so das Gefühl, dass so etwas in Frankfurt nicht mal in Erwägung gezogen, sondern lieber mit kruden tschechischen und spanischen Berater-Anwalts-Vereinsbossmenschen um ebenfalls enorme Summen gezockt wird. Mit dem Unterschied, dass man die Wundertüte zu öffnen gedenkt.

Ich sags nochmal: Didier Ya Konan wäre zu haben, man wüsste, was und wen man bekommt. Günstig? Darüber kann man streiten. Ist das einer für den sechsten Gang? Jedenfalls eher als so manch anderer Name, der kursiert. Von allen unkreativen Transfers wäre das jedenfalls der Beste. Und jetzt lege ich mich in aller Redundanz wieder hin und warte auf Vollzug bei Joselu und irgendwelchen Wunderkindern, die uns den Martin Fenin machen 😉

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge

Diskussion

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s