Einzel-Verriss gegen Hertha BSC Berlin

Kevin Trapp: Zu zögerlich vor dem 0:1, beim fünften Gegentor als Bahnschranke – hielt ein, zwei Mal gut. Die Sahneform der Vorsaison ist weit weg, aber einem Torhüter kann man so einen Spielverlauf nicht anlasten.

Marco Russ: Kämpferische Körpersprache alleine reicht nicht. Wackelte bedenklich, war letztlich auch zu langsam – das teilte er allerdings mit seinen Teamkameraden, die allen Berlinern hinterher rannten.

Carlos Zambrano: Katastrophal. Hatte noch Glück, dass er nach einem Bodycheck nicht die Rote Karte sah und einen klaren Elfmeter nicht gegen sich gepfiffen bekam. Das war nah dran an der Note sechs.

Bastian Oczipka: Die Hoffnung lebte genau 17 Minuten – dann machte Bastian Oczipka das, was Bastian Oczipka eben so macht: Fehler. Anstatt am Mittelkreis den Konter der Berliner mit einem Foul – dazu hatte er drei Mal die Chance – zu unterbinden, gibt er Geleitschutz und lässt den entscheidenden Pass zum 1:0 zu. Über den Rest lohnt nicht zu schreiben, denn es ist so, wie es seit neun Monaten ständig ist.

Sebastian Jung: Unter den Blinden ein Einäugiger. Traf in der Offensive aber immer wieder die falschen Entscheidungen, löffelte Hereingaben in den 5er anstatt sie scharf zu schlagen – damit versemmelte er gute Ausgangspositionen. Defensiv, sofern man das bei sechs Gegentoren sagen kann, noch der Beste.

Pirmin Schwegler: Unsichtbar wäre ein Lob. Der Kapitän schien die Partie über sich ergehen zu lassen, von Zeichen setzen keine Spur. Weder spielerische noch kämpferische Akzente.

Sebastian Rode: Die Bayern sollten sich das 4:1 für Hertha nochmal genau anschauen. Ansonsten: Ja, er ist agil – aber was hilfts, wenn die Kugel im nächsten Moment wieder zwei Meter weit in Richtung Gegner springt?

Johannes Flum: Aktivster Spieler in der ersten Halbzeit, im Positiven wie im Negativen. Hatte den Ball oft, aber viel zu viele Ballverluste nach Pässen, das führte gar zum Gegentor. Gepaart mit der Verwarnung eine notwendige und nachvollziehbare Auswechslung.

Jan Rosenthal: Holte nicht nur den Elfmeter raus, versuchte auch sonst ein paar gute Sachen. War aktiv, anspielbar – die Auswechslung ist nur mit Systemopfer zu rechtfertigen.

Alexander Meier: In der Raute seit Jahren verschenkt. Ist dann nur Kopfballprellbock. Spielte trotzdem zwei starke Pässe auf Jung, der jeweils vertendelte. Der Elfmeter war eiskalt – doch sonst kam von ihm auch wenig.

Joselu: Soll auch mitgespielt haben, laut Spielberichtsbogen. Nach Rode-Pass zu zögerlich, da hatte er die Chance zum 2:2. Ansonsten im Abseits und bei Annahemfehlern sichtbar.

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Takashi Inui: Wird zwar als Anspielstation gesucht, kann aber mit der Kugel nichts mehr anfangen. Die Dribblings sind berechenbar geworden, die Pässe gehen regelmäßig nach hinten.

Stefan Aigner: Sorgte ein paar Minuten lang für Schwung, mit dem 1:3 war der Ofen (auch) bei ihm aus.

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Armin Veh: Böser Bauchplattscher, mit einer indiskutablen Vorstellung auf dem Spielfeld zerschellt. Sei es die Systemumstellung auf 4-4-2, das abermalige Ändern auf 4-2-3-1 oder die Einschätzung/Vorbereitung der Spieler: Zu keinem Zeitpunkt ließ das Team die Grundsätze des Fußballs erkennen. Beispiellose Arroganz, kein Funken Einsatz, noch weniger Laufbereitschaft, Zweikampfvermeidung und null Konzentration – die Quittung dafür ist ein 1:6 gegen einen Aufsteiger und die mehr als berechtigte Annahme, dass ein schwarzer August bevorsteht. 0 bis 1 Punkt aus vier Spielen – der letzte Platz scheint vorerst abonniert zu sein. Und wenn sich ein Team schon derart zerlegen lässt wie Frankfurt in Berlin, ist es töricht anzunehmen, dass sich diese Mannschaft mal eben aus einem derartigen Strudel wird befreien können. Vaclav Kadlec? Die Problemvielfalt ist mit dem, egal was er kann oder nicht, nicht zu lösen. Klar ist: Es sind viele Fehler gemacht worden zwischen Mai und August – und Illertissen war ein Warnschuss, den man in gewohnter Eintracht-Arroganz ignorierte. Im Gegensatz zu Hertha BSC, die im Pokal noch knapper durchkamen, daraus aber offenbar Lehren gezogen haben. Das nennt man dann Überlegenheit – offenbar eine überwältigende.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Einzel-Verriss gegen Hertha BSC Berlin

  1. ulli0306

    Zambrano „nah dran an Note 6″… Das war eine glatte 6!!!

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