Probe für die Liebe

Bastian Oczipka auf links, Stefano Celozzi oder Stefan Schröck auf rechts – gegen Arjen Robben beziehungsweise Franck Ribery. Da wird die Eintracht-Liebe am Samstagnachmittag auf eine harte Probe gestellt werden. Selbst wenn da gekratzt und gebissen wird: Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann ein Stellungsfehler passiert und es rappelt im Trapp´schen Netz, steigt mit dem Ausfall Sebastian Jungs deutlich. Jung, immerhin in Berlin der einzige mit so etwas wie Form, spielt defensiv nämlich meistens fehlerlos.

So wehleidig das auch klingen mag, irgendwie steht die Saison schon jetzt unter keinem guten Stern. Der Wechsel der Erfahrenen Heiko Butscher und Oka Nikolov. Der Kreuzbandriss des jungen, hoffnungsvollen, frechen Marc Stendera. Die Transferposse um Nicklas Bendtner und Vaclav Kadlec (Neuigkeiten? Nö, wieso?!). Das Gekrebse gegen FV Illertissen und das Debakel in der Hauptstadt gepaart mit den rätselhaften Blessuren von Pirmin Schwegler und Bamba Anderson sowie die Systemdebatte … Schaut man hin, erkennt man derzeit mehr Schatten als Licht – denn die bislang positiviste Nachricht, das der Kernkader trotz Offerten von Konkurrenten gehalten wurde, wiegt diese vielen kleinen bis mittelgroßen Negativnachrichten nicht auf. Klar, ein (Teil)erfolg gegen Bayern München könnte die Stimmung kippen lassen, die Zuversicht auf ein zumindest (abstiegs)problemloses Jahr zurückkehren lassen. Aber wenn, wovon auszugehen ist, am Ende eine Niederlage – sie wird vermutlich irgendwo zwischen 0:2 und 0:4 liegen – auf der Anzeigetafel steht, wird aus der Fassungslosigkeit nach dem Berlinspiel spürbare Angst. Aserbaidschan (das Spiel überträgt der HR am Donnerstag um 17.50 Uhr) wird im Fan-Kopf dann fast zur Nebensache.

Aber jetzt erstmal Bayern München. Die Dauerkarte, die 2 x 100 Kilometer Fahrtstrecke zum Stadion, die Zeit, die Anspannung – irgendwie fühlt es sich erstmals so wie vor drei Jahren an, das Gefühl ist zurück, als sich der Schädel Spieltag für Spieltag weiter senkte, die Lust auf den Kick schwand. Ich könnte ehrlich gesagt derzeit drauf verzichten, das Spiel, den drohenden Nackenschlag 2.0 live zu sehen. So gings mir selbst gegen die Bayern lange nicht mehr. Eine Niederlage erwartete ich häufig, aber mit einer Klatsche war meiner Meinung nach nie zu rechnen – das ist für mich im 31. Lebensjahr neu. Und doch werde ich, wie die anderen 46 000 Eintrachtfans mich der morgigen Aufgabe stellen. Der Aufgabe, zu leiden.

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