Einzelkritik vs. Bayern München

Kevin Trapp: Parierte zwei Mal überragend auf der Linie, hielt zudem einige (ungefährliche) Fernschüsse. Strahlte deutlich mehr Sicherheit aus als gegen Berlin, Formkurve steigt offenbar.

Carlos Zambrano: Stolpert von einem Problem ins nächste, auch, weil er sich weiterhin auf überflüssige Aktionen einlässt. Spielt den Ball zu spät, rennt sich in Gegenspielern fest wenn er mit Ball marschiert und hatte abermals Glück, dass ein Elfmeter gegen ihn nicht gepfiffen wurde (Handspiel)

Bamba Anderson: Wankte bisweilen sichtbar, vor allem mit dem Ball am Fuß. Schlug massenhaft Langhölzer auf Meier oder Flum – und ruinierte so den Spielaufbau in der ersten Halbzeit. So la la, mag man das Saisondebut nennen.

Bastian Oczipka: Rettete einmal in höchster Not vor dem einschussbereiten Müller, ansonsten fuhren dieser oder andere – der eingewechselte Robben etwa – mit ihm Schlitten. Steht schlecht zu den Gegenspielern und Kommt dann vom Tempo nicht hinterher. Offensiv kam nichts. Mit Inui auf der Seite ein Duo des Schreckens.

Stephan Schröck: Starkes Spiel, vertrat Sebastian Jung weitestgehend ideal. Im ersten Abschnitt noch mit Problemen gegen Ribery – ein Weltfußballer-Kandidat – , schaltete er diesen im zweiten Abschnitt aus und versuchte auch mehr nach vorne. Biss, rackerte und kannte als einer der wenigen Frankfurter keinen Respekt vorm Gegner. Bleibt zu hoffen, dass er auch auf links kann.

Sebastian Rode: Fegt übers Feld, ergattert manchen Ball und verliert ihn dann wieder. Kennt man so von ihm. Bemüht, emsig – Attribute, die er fast immer auf sich vereint. Und trotzdem bleibt das Gefühl, dass das zu wenig ist. Zumal für eine Zukunft im Trikot des gestrigen Gegners.

Pirmin Schwegler: Dünn, was der Kapitän zeigt. Spielt fast körperlos, trabt ohne Bindung über das Spielfeld. Ballkontakte? Kaum. Der Eindruck, dass er nicht fit, nicht gesund ist, drängt sich immer mehr auf. Die Auswechslung ist nur ein weiteres Indiz dafür.

Johannes Flum: Eine kleine Verbesserung im Vergleich zum verkorksten Herthaspiel, aber weiterhin mit viel zu hoher Fehlerquote. Defensiv wie offensiv ohne klare Linie, läuft der Musik zu oft hinterher.

Takashi Inui: Schlimm. Rennt bei Kontern zur Eckfahne anstatt zum Tor, läuft sich fest, schießt schwach und attackiert in der Defensive nur alibimäßig. Es macht keinen Sinn ihn spielen zu lassen, er schadet mittlerweile mehr als dass er hilft.

Stefan Aigner: Weitgehend blasse Vorstellung, rackerte zwar, aber konnte auch nichts Gefährliches einleiten. Im Gegenteil: Verzog zwei aussichtsreiche Hereingaben, ein Sonntagsschuss rauschte parallel zum Tor.

Alexander Meier: Um ein Tor und einen Elfmeter betrogen. War zwar immer dabei, wenn es mal nach vorne ging mit dem Team. Alles in allem aber ohne Bindung als einzige Sturmspitze, konnte sich kaum in Szene setzen und spielte zudem einige Pässe schlampig, das verhinderte manche gute Abschlusschance. Jedoch: 4-2-3-1 ist viel mehr sein System als das 4-4-2 der Vorwoche.

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Jan Rosenthal: Bewegte nicht wirklich etwas nachdem er in die Partie kam. Unauffällig. Jedoch mit einem guten, taktisch klugen Foul, das in der Vorwoche Oczipka hätte machen und das 0:1 verhindern sollen.

Stefano Celozzi: Unglückliche Viertelstunde, verlor zwei, drei Mal den Ball, konnte sich nicht durchsetzen und wusste sich nur mit Fouls zu helfen.

Srdjan Lakic: Mit ihm kam Feuer, kam Durschlagskraft. Er hätte zwei Mal fast getroffen, schmiss sich rein und animierte die Kollegen zum Mitmachen. Untermauerte seine Ansprüche auf einen Platz in der ersten Elf. So muss er keinen Kadlec fürchten. Joselu schon gar nicht.

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Armin Veh: Die Rückkehr zum 4-2-3-1 fruchtete. Das Team fühlte sich sichtbar sicherer in der Formation, bei allen Problemen, die nach wie vor bestehen. Ein Kern-Problem: Zu zaghaftes Nachrücken, die Lücken zwischen defensiven Außen, den Sechsern und der Offensive waren viel zu groß. Zwei Spieler pressten hin und wieder auf den Ball, tief in der Bayernhälfte. Die acht anderen standen kaum gestaffelt zwischen Mittelkreis und Mittellinie. Ergo wurde München letztlich nicht zu Fehlern gezwungen. Verwundbar waren sie – jedoch sorgte die Eintracht mit vielen schlampigen Abspielen und halbherzigen Aktionen (vor allem Inui) dafür, dass auch beste Ausgangspositionen dahin gingen. Ein Schritt ist mit diesem Spiel gemacht worden, aber angesichts vom Tabellenende und 1:7 Toren bei 0 Punkten sollte man sich hüten nun all zu euphorische Analysen zu verfassen. Vier Punkte müssen es aus dem August immernoch sein, andernfalls kommt der ganz große Frust erst noch in den Stadtwald.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Einzelkritik vs. Bayern München

  1. Herr Schnitzelmann

    …das erste Tor, was alle als zu unrecht Abseits werten war ein klares Handspiel von Meier… man sieht das sehr gut in der Zeitlupe, der Konter zum Schlus war hingegen ein ganz klarer Elfer, deutlicher kann man einen Elfer nicht verursachen, als den Gegener einfach wegzustoßen… der Schiri stand dazu auch noch äußerts gut um das zu sehen,… ich denke mal der hat halt einfach den Koffer schon vor dem Spiel geöffnet…

  2. …ich gehe auch mit unserer Eintracht durchaus kritisch um, aber Deine seit geraumer Zeit nur noch negative Darstellung geht mir langsam auf den S…!
    Findest Du denn gar keinen noch so kleinen positiven Aspekt ? Grundsätzlich schießt Du Dich immerwieder auf die selben Spieler ein.

    Ach so….da Du ja so trefflich alle Fehler (sogar die taktischen) analysierst…hättest Du durchaus das Zeug zum Trainer gehabt !

    Verstehe mich nicht falsch….auch ich war beim Berlin-Debakel vor Ort und war genauso enttäuscht wie die gesamte Eintracht-Gemeinde und fand selbst keine Erklärung !
    Daraufhin wollte ich ganz einfach gegen den übermächtigen Triple-Gewinner (ergebnisunabhängig) eine entsprechende Reaktion sehen….und, Du wirst es kaum glauben, i c h habe sie gesehen…und wäre nicht unserer Freund Gagelmann gewesen….aber lassen wir das…immerhin hatten wir die Bazis am Rande eines Punktverlustes. Ich behaupte, dass das nicht allzuviele hinbekommen werden.

    In irgendeinem Song heißt es „…..es war nicht alles schlecht !“

    Einträchtige Grüße
    LajosD.

    • Da musst du etwas falsch interpretiert haben. Ich gehöre zu denen, die das Bayernspiel durchaus als Schritt nach vorne und (wieder) eine Perspektive sehen. Nur verfalle ich noch nicht in Jubelstimmung, weil es neben einigen guten, engagierten Blitzlichtern (Halbzeit 2) auch einige Sachen gab, die schlecht waren (Halbzeit 1). Und dass es nunmal so oft dieselben Leute sind, die wackeln, ist nunmal wie es ist, daran ändern Sympathie und Antipathie nichts. Ich scheue mich nicht, die Dinge und Personen klar zu benennen – schon gar nicht seit jener Wohlfühl- und Einlullsaison, die dann richtig nach hinten losging.

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