Der Vorsprung des Igels

Die Woche ist gestartet. Und es ist nicht irgendeine. Es geht zum einen in Aserbaidschan um die Frage, ob Eintracht Frankfurt (nach) Europa kann. Den warnenden Stimmen zum Trotz: In Baku muss ein Sieg her, und drin ist der allemal. Kleiner machen als man ist, muss man sich nicht. Bundesliga, und da spielen wir ja nunmal, darf, nein muss diesen Anspruch formulieren.

Quasi ohne Regeneration folgt dann das Bundesligaspiel in Braunschweig. Da gilt angesichts des Fehlstarts, auch Warnungen zum Trotz, dasselbe: Drei Punkte müssen eingefahren werden, weil man einfach in der Position steckt, in der man steckt. Wie knackig das werden wird, konnte jeder beim Braunschweigspiel in Dortmund sehen. Die stehen auf den Knochen, verteidigigen ebenso robust wie gut gestaffelt und sortiert. Also das, was die Eintracht aus Frankfurt so gar nicht mag. Und gar nicht kann? Die Frage darf man ruhig stellen.

Und doch: Der Auftritt gegen Bayern München war in Ordnung, er bringt ein gewisses Grundvertrauen in die Mannschaft zurück. Da war einiges problematisch, aber auch einiges gelungen im Spiel, es ging ja schließlich gegen die weltbeste Vereinsmannschaft. Peter Gagelmann verhinderte den Punktgewinn, der maßgeblich die allgemeine Bewertung dieses Spiels beeinflußt hätte.

Die Schwachstellen und Fragezeichen bleiben dieselben – der linke Flügel, Pirmin Schwegler, der Sturm -, doch diese abzustellen, zu verbessern, dazu taugte das Spiel gegen den FCB nur bedingt. In Braunschweig wird sich Vieles (vor)entscheiden, zumindest werden aus Frage-, Ausrufezeiten. Die Qualität der Vorbereitung, die Transferpolitik, die Einstellung/der Wille sowie das Saisonziel Mittelfeld stehen zur Debatte. Man muss es weder gut noch schlecht mit der Eintracht meinen um diese Augustwoche als wegweisend zu bezeichnen. Diesmal geht es nicht um einen Platz hoch oder runter zwischen 5 und 6, nicht um einen schmelzenden Vorsprung auf Verfolger, sondern darum, ob der Hase den Igeln etwas vom Vorsprung abbeißen kann, oder ob er ewig hinterher zu hoppeln droht. Beide Szenarien sind denkbar. 50:50 – und mir sei gestattet zu sagen, dass ich angesichts dessen viel mehr auf das Wochenende als auf die Europa-League schaue. In die packen wir es schon irgendwie; for what it is worth.

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15 Kommentare

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15 Antworten zu “Der Vorsprung des Igels

  1. laberbacke

    Oje, das inui-gebashe. Würde der kleine auch noch stets richtige Entscheidungen treffen, wäre er längst bei einem besseren Verein.
    Finde ihn auch. Oft ärgerlich, aber wenigstens wird er so dermaßen ernst genommen, dass er auch mal 2 Gegenspieler bindet. Das schaffen bei uns die wenigsten.

    Wenn ihr meint er soll raus dann bitte ich um Vorschläge, wer es sonst machen soll. Schröck? Rosi? Kittel??? Mir fallen nicht viele ein.

    • Es geht ja nicht darum, dass er stets die richtige Entscheidung treffen soll oder gar muss. Das tun ja nicht mal Weltklasseleute. Ich verlange nicht mal, dass er ständig so abgeht wie im August/September 2012. Nur erwarte ich, dass er die verloren gegangenen Stärken irgendwie kompensiert. Und da kämen engagiertes Defensivverhalten, frühere Abspiele, strammere Schüsse etc. in Betracht. Aber ich sehe in keinem Punkt eine Verbesserung, deshalb sehe ich seine Aufstellung seit geraumer Zeit kritisch. Alternativen? Das kommt auf die Ausrichtung an. Ich sehe Schröck und Rosenthal als Möglichkeiten in einem 442, zumal Rosenthal als offensiv Ausgerichteter dann verstärkt in die Mitte ziehen könnte um zum Abschluss zu kommen; Meier würde dann hinter/neben Lakic spielen. Kittel ist außen vor, dessen Zug scheint leider abgefahren zu sein in Frankfurt.

      • laberbacke

        Also ich meine, gegen den FCB hat er doch einen gescheiten Schuss abgegeben. Über sein Defensivverhalten sowie frühere Abspiele könnte man diskutieren.

        Wir werden die Raute wohl nicht mehr spielen und das ist auch gut so. Zudem sollte man im Raute-Sturm mindestens einen Wirbelwind einsetzen, also Aigner oder Inui (oder beide, wie in der Rückrunde gesehen). Du musst in der Mannschaft einfach ein paar kreative Köpfe haben, die den Gegner vor Herausforderungen stellen.
        Meier mit Lakic widerspricht diesen Anforderungen.

        Schröck ist in der Offensive qualitativ bislang nun wahrlich nicht aufgefallen. Rosi kann zwar über die Außenbahnen kommen, ist aber vom Typ her am ehesten HS/Meier. Und solche Leute sind auf der Außenbahn verschenkt.

        Zusammenfassend muss man leider sagen, dass wir halt erstmal damit leben müssen, dass Inui wieder das ein oder Andere vergessen hat. Sollte dies länger anhalten, wäre ich ebenfalls dafür, dass er mal eine Denkpause bekommt. Die Möglichkeiten hierfür hast du ja bereits genannt.

  2. laberbacke

    Wie ich letztens meinte, ist kadlec für die gruppenphase spielberechtigt. Aber nicht für baku, beides laut fr.
    Kann mir das jemand erklären? Ist die meldefrist schon abgelaufen? Oder darf einer in der quali nicht für 2 teams spielen?

    • Staniii

      Genau so, Quali zählt als eigenständiger Wettbewerb und da hat er schon für Prag gespielt. Die Gruppenphase zählt dann wieder als neuer Wettbewerb wo er Spielberechtigt ist.

    • Laut Uefa-Statuten darf man in der Qualifikationsrunde nicht für zwei verschiedene Vereine auflaufen – die Gruppenphase gilt demnach als eine Art neuer Wettbewerb. Dort darf er dann wiederum spielen.

      • laberbacke

        bin gerade zu faul das von mir selbst zuletzt gepostete Dokument zu durchsuchen: ne Ahnung, wo das dort genau steht? Oder weißt das auch nur vom Hörensagen?

  3. Herr Schnitzlemann

    Hei LajosD, nach diesem Post weiß ich auch nicht, ob ich dich ernst nehmen soll. Oder hast du das Spiel gegen die Bayern mit dem Rücken zum Spielfeld gesessen? Inui ist der einzigi, der immer wieder meint, er müsse in 2 oder 3 Gegenspieler doof reinrennen und schwubs, ist der Ball auch schon wieder weg. Und Inui, der trabt langsam Richtung Mittellinie, wieso sollte man auch selber versuchen, einen verloreren Ball wieder zu gewinnen, pahh, das sollen mal schön die anderen machen! Zig mal hat er, als er auf dem Flügel steil angespielt wurde, den Ball schön über die Auslinie getragen, anstatt wenigstens einmal den Ball nach innen zu gegen. Seine Laufwege ohne Ball sind gelinde gesagt Spaziergänge im Rentnerstil und von Abseits scheint er auch noch nie gehört zu haben.
    Klasse Typ, der Inui, aber Tempo-Fussball scheint nicht so seine Stärke zu sein!

  4. hey..Schnitzelmann..ich weiss nicht, ob ich Dich, bzw Deinen Einwand ernst nehmen soll/kann/muss…Inui ist m.E. der Einzige in unserem gesamten Kader, der´s mal 1:1 versucht und deshalb strafraumgefährlich ist…
    …klar sind mir seine abschlussdefizite bekannt…auf alle Fälle möchte ich als Abwehrspieler nicht unbedingt sein Gegenspieler sein !
    LajosD.

    • Herr Schnitzlemann

      …ich wäre gern Inuis Abwehrspieler, leichter kommt man gegen keinen Bundesligaspieler an den Ball, er gibt ihn ja praktisch freiwillig ab!

    • Ich schalte mich mal mit meiner Meinung ein: LajosD. hat nicht unrecht, Inui ist so ziemlich der einzige Spieler der das Eins-gegen-Eins und damit das Risiko sucht, das Tempo anzieht. Das ist wichtig, bringt Dynamik rein. Es kann und sollte funktionieren. Das Problem, und da hat Schnitzelmann wiederum recht, ist das Wort „sollte“. Denn: seine Spielweise gelingt ihm nicht (mehr) effektiv. Das war in der Hinrunde 2012 – wie bei einigen – anders, da kamen diese Stärken zum tragen. Mittlerweile weiß jeder Gegenspieler, dass Inui das Dribbling suchen wird, ergo stellen / verteidigen sie ihn anders. Und dass man Inui auch mal schießen lassen kann, ist auch offentichtlich. Das alles wäre gar nicht so problematisch, wenn Inui sich im Laufe der vergangenen Monate umgesetllt oder wenigstens defensiv bissiger geworden wäre. Das ist es jedenfalls, was mir wöchentlich Schmerzen bereitet: Die Gesamtleistung passt nicht mehr. Wenn die Stärken nicht mehr zum tragen kommen, die Schwächen aber gleichbleiben (selbes Prinzip wie bei Bastian Oczipka), fällt die Rechtfertigung für eine Aufstellung schwer. Jedenfalls sehe ich seit geraumer Zeit keinen Grund mehr – abgesehen vom Mangel an Linksfüßen – die linke Seite unverändert auflaufen zu lassen. Philipp Lahm (ja, andere Gewichtsklasse) spielt(e) als Rechtsfuß auch links. Das kann gehen, gerade wenn die Flanken des Etatmäßigen auch längst nicht mehr so kommen, wie in den drei, vier Monaten von August bis November 2012.

      • Herr Schnitzelmann

        von mir aus kann man gerne mal Schröck auf der Position bringen… oder auch Celozzi oder Flum oder Rosenthal oder unsern neuen Heilsbringer, Fenin-Reloded, das Supertalent, den weißen Caio oder einfach nur Kadlec Hauptsache ist erstmal, dass Inui das nächste Spiel von draußen verfolgt!

      • Ich tippe auf ein 4-4-2 mit folgendem Personal: Trapp, Zambrano, Anderson, Oczipka, Jung/Schröck, Schwegler, Rode, Aigner/Rosenthal, Kadlec, Meier, Lakic

  5. Herr Schnitzelmann

    Ich hätte Inui schon in der Halbzeit drausen gelassen, das war ne einzige Frechheit was der spielte…

  6. d ´accord….ich bin wieder bei Dir, geht doch 😉
    LajosD.

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