Freilos für Agdam!

Der ausklingende August hat Erkenntnisse geliefert. Unsere Mannschaft neigt phasenweise zu Übermut – das war gegen diesen FC Aserbaidschan, der wahrlich nicht so graupig war wie man das erwarten konnte, zu sehen. Das Ballgeschiebe über 40, 50 Minuten mag man angesichts des Resultats, des Weiterkommens locker verzeihen. Doch wenn die Fernosteuropäer ihre Chance nach 25 Minuten über die linke Defensivseite der Eintracht nutzen (was eine 100%ige war), Trapps Patzer Konsequenzen hat und nach dem 2:1 der Aserbaidschaner aus 10 Metern nicht unglaublicherweise am langen Pfosten vorbeischießt, wird das – trotz aller Scheinsouveränität – noch ein richtig enges Höschen. Auch, weil mancher irgendwann die Konzentration merklich schleifen ließ. Stefano Celozzi etwa, auch Stefan Aigner tappte so manches Mal neben seine Schuhe. Selbst Kevin Trapp und die Innenverteidiger schienen vom Dauer-Ballgeschiebe sediert gewesen zu sein. Und Joselu als Einwechselspieler war zumindest eine lehrreiche Erfahrung. Ja, auch die Eintracht hätte durch Aigner noch ein Tor mehr machen können, machen müssen – aber sei es drum. Beruhigen wir uns damit, dass das Pferd eben nur so hoch hüpft wie es muss. Solange man nicht in Richtung Dortmund am Sonntag blickt, stellt sich eine angenehme, zufriedene innere Ruhe ein.

Ich wünsche Agdam jedenfalls, das sie am Freitag das Freilos in die Gruppenphase ziehen. Nicht der elende VfB Stuttgart, der dann nach dem Pokalfinale vergangene Saison ein weiteres Geschenk fürs internationale Geschäft bekommen würde.

Die Choreografie war übrigens fantastisch. Die Stimmung ein Indiz dafür, dass Eintracht Frankfurt eine Bereicherung für den Uefa-Cup, für Europa ist. Das war vielleicht nicht jene Extase die wir vom 34. Spieltag oder dem 3:3 gegen Dortmund vergangene Saison erlebt haben. Aber es war würdig, laut, abwechslungsreich – ein reiner Spaß für jeden Stadionbesucher. Werbung für unseren Verein des Herzens.

Eine Kritik möchte ich dann doch zum Spielerischen noch loswerden: Wieso das Team so lange den Ball hin und herschieben darf, vom Trainer nicht personell verändert und somit das Risiko der Erschöpfung / Verletzung bei Stammspielern eingegangen wird, ist mir schleierhaft. Alexander Meier scheint sich etwas ernsthafter verletzt zu haben, gegen Dortmund am Sonntag wird es wohl sehr eng was seinen Einsatz angeht. Vermeidbar, mehr als ärgerlich ist das gewesen. Durch eine konsequentere Spielweise, das Drängen auf ein 2:0 anstatt die Kugel kreiseln zu lassen, wäre so ein Malheur zu verhindern gewesen. Das Taktieren begünstigte den Spielverlauf ab Mitte der zweiten Halbzeit – und die Kräfte des Personals zu schonen wäre ja nach einem 2:0 bis zur 60. Minute möglich gewesen. Ach, wenn Fußball doch planbar wäre …

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Freilos für Agdam!

  1. Herr Schnitzelmann

    …hoffentlich war das Motto: „Nicht mehr Kraft verschwenden als nötig, denn am So. kommt der BVB!“…
    die Mannschaft sollte sich aber mittlerweile, da die Minimalzielsetzung Gruppenphase erreicht wurde u. auch in BL schon punkte stehen, etwas gefestigt haben… abwarten wies gegen die Bienen aussieht…

  2. Olli

    Bei diesem Spiel hat sehr viel nicht gepasst. Ein schnelles und verdientes Tor und der Rest der ersten Halbzeit war Agdam nicht mal mehr ein Trainingsgegner. Die konnten sich 10 Minuten den Ball zuschieben und haben jeglichen Respekt vorm Gegner verloren – das hat man nach der Halbzeit gemerkt.
    In der 2. HZ war bis zum 2:1 war unsere Abwehr nicht existent. Warum Veh die dieser Situation auf einmal die Doppel 6 mit einem Doppelwechsel auflöst ist mir schleierhaft. Der eingewechselte Russ hatte eine Fehlpassquote von 100% und konnte keinen Ball annehmen. Viele andere Spieler haben es ihm in der ersten 30 Minuten der 2. HZ nachgemacht. Zum Glück hat Trapp den Ball gehalten als sie auf einmal zu dritt alleine vor ihm standen (hat er oder Zambrano das in der ersten Halbzeit verdaddelt? Verstehen die sich nicht so wirklich? Reden die nicht miteinander? War ja nicht die erste Situation dieser Art).
    Und Inui … schießen kann er nicht – also musste er das Tor logischerweise mit dem Kopf machen. Mit dem 2:1 war das Spiel gelaufen – und das war auch verdammt gut so.
    Mit ner besseren Chancenverwertung hätte uns Agdam den Schwaben problemlos hinterherschicken können. Den ihre 200 Fans – die 90 Minuten durchgefeiert haben – hätten es verdient gehabt.
    Aber unsere Choreo und die Stimmung … das ist internationalem Niveau höchst würdig gewesen.

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