Der DFB-Kericht

Länderspielpause. Es gibt nix nervigeres. Gerade dann, wenn man sich (seit jeher) weniger als feuchten Kericht für das Hochglanz-Gespielsel der Nationalmannschaft interessiert. Wie soll denn Emotion aufkommen wenn Bürschlein kicken, die man in der Woche zuvor noch leidenschaftlich ausbuhte? Eintracht Frankfurt zählt, sonst nichts. Zumindest in puncto interessiertes Verfolgen.

Unabhängig von dem DFB-Gedöns nervt noch etwas anderes an diesen Unterbrechungen. Das nimmermüde Personalgeschacher. In Frankfurt wird nun der Vertrag von Alexander Meier durch die Gassen getrieben. Ausstiegsklausel im Winter ja oder nein, lautet die Frage die einen Tag lang die Internetgemeinde dazu veranlasste, darüber zu debattieren. Dabei ist das der völlig falsche Ansatz. Die Frage, wenn man schon über Vertragsgeschichten reden möchte, muss anders lauten. Und zwar: Wann legt der Verein dem Mann einen Rentenvertrag vor, in welchen er sich die Verdienstsumme selbst eintragen darf?

Doch wie ich Eintracht Frankfurt kenne, wird man sich – weil man sich ja nicht treiben lässt und Leihverträge eh das neue Leitbild sind – „zu gegebener Zeit in Ruhe zu Gesprächen verabreden“. Das heißt so viel wie: Wir warten und überlegen uns, ob wir mal einen Termin vereinbaren nachdem der Spieler schon andere Pläne geschmiedet hat.

Immerhin hat Alex Meier ja angekündigt, nach Vertragsende nochmal etwas Neues probieren zu wollen – und wer ihn kennt, weiß, dass die USA sein Ziel sind. Mit über 30 wäre das für ihn ein runder Schritt. Für die Eintracht käme ein Abgang einer Katastrophe gleich. Unersetzbar war, ist und bleibt er. Zumindest noch ein, zwei Jahre bis – eventuell – ein Marc Stendera in die Kindersarg-Schuhgröße der 14 wachsen könnte. Das Sonny Kittel (ja, den gibts noch!), hochgehandeltes Özil-Draxler-Reus-Götze-Talent, es nicht schaffen wird, ist mittlerweile wohl auch dem letzten klar. So oder so: Eintracht Frankfurt sollte sich sputen, Alexander Meier einen Vertrag anzubieten, der ihn a) noch jene zwei, drei Jahre bindet und b) ihm die Chance lässt ein Austrudeljahr irgendwo spielen zu können. Was die Vereinsperspektive angeht, da könnte man sich ja was einfallen lassen. Für Christoph Preuß haben sie ja auch irgendeine krude Stelle geschaffen von der keiner so recht weiß, welchen Zweck sie eigentlich erfüllt. Egal: Man darf als Arbeitgeber auch mal früh und entschlossen handeln, und wo wir jetzt schon die Resterampen der Bundesligisten abgegrast haben, können und sollten wir uns mal dem Star dieser, unserer Mannschaft zuwenden. Bruno Hübner, übernehmen Sie! Und bitte ohne Leihe, Klausel oder sonstigen Blödsinn.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Der DFB-Kericht

  1. Herr Schnitzelmann

    …sollte es wirklich so kommen, dass die mit Meiers Vertragsverlängerung zocken wollen und der Meier sich dann beleidigt vom Hof macht, dann versteh ich die Welt nicht mehr. Der war die letzten 10 Jahre die Lebensversicherung der Eintracht. Wenn man so nem Spieler nicht, wie du es so schön gesagt hast, einen Vertrag vorlegt, wo er nur noch den Verdienst u. die Laufzeit reinschreiben muss, dann weiß ich auch nicht. Vor allem ist er neben seiner sportlichen Leistung ein echter Symphatieträger UND, trotz allem, was er erreicht hat keiner von diesen zutätowierten Fatzkes, die täglich in der Bild ihre Tattoos erkären und ihre neue Freundin präsentieren und das tolle schnelle Auto und was weiß ich nicht noch alles, nur eben nix was mit Fussball zu tun hat…
    der Meier kann bedenkenlos als Vorbild in Sachen Fair-Play, Leistungs -u Einsatzwillen, Trainingsfleiß u. Ehrgeiz herangezogen werden!!!

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