Ein Sprung nach vorne

Die Bälle sind abgezählt. Diese Durchsage des Stadionsprechers, bezogen darauf, dass einige Zuschauer sich das Leder krallten wenn es in den Block flog, war vielleicht das Negativste an diesem Abend. Die Uefa wird wohl gerade noch das Geld und die Zahl asiatischer Kinderhände aufbringen können, um den Verlust von einem Dutzend Fußbällen auszugleichen. Diese Bürokraten, einfach grauenvoll!

Und sonst? Offenbach kickt in Baunatal, das haben wir schmunzelnd mitbekommen. Constanz Djakpa tritt Sahnefreistöße und die Truppe fiedelt mal eben Girondins Bordeaux aus dem Stadion. Defensiv nachlässig bis schlampig, vor allem nach dem 2:0, ansonsten rund und im Vorbeigehen dem Franzmann drei Dinger eingeschenkt. Drei Punkte, Spitzenreiter und eine denkbar mutmachende Ausgangsposition in Richtung Achtelfinale.

Bemerkenswert ist, dass Eintracht Frankfurt mittlerweile die Ausfälle von sogar mehreren Stammspielern mühelos wegsteckt. Pirmin Schwegler, Alexander Meier, Bastian Oczipka, zur Halbzeit Takashi Inui, später Sebastian Rode: Da fehlt die halbe Stammbelegschaft, und jucken könnte es die Mannschaft nicht weniger. Da fegt dann halt ein Marco Russ mit einer Selbstverständlichkeit durchs Mittelfeld, defensiv wie offensiv, das man den Hut zücken muss. Ein Constant Djakpa hat nach hinten und vorne seine Seite im Griff, knüppelt sogar Distanzschüsse in die Maschen. Und wenn dann Johannes Flum und Stefano Celozzi von der Bank kommen und etwa Sebastian Rode ersetzen, gehts einfach weiter in der Melodie. Das ist in Frankfurt lange, lange ungesehen gewesen: Ein Team, das in Spitze und Breite so gut besetzt ist. Das kaum Substanzverlust hat, wenn ein Leistungsträger ausfällt.

Und dann sind da noch die Frischblutkonserven namens Vaclav Kadlec und tranquillo Barnetta. Beide haben bei der SGE nochmal den Afterburner angeschmissen, sie bringen eine neue Qualitätsstufe ins Team. Kadlec entpuppt sich als steter Unruheherd im Sturmzentrum, wirkt viel agiler als seine Vorgänger aus den vergangenen Jahren. Der Schweizer Barnetta spielt wie ein abgezockter, einskalter Hund. Er, das sieht man in seinem ganzen Bewegungsablauf und der Körpersprache, hat alles schon gesehen. Diese Neuzugänge bringen die Eintracht nochmal ein gutes Stück voran, sind jene von mir in der Vorbereitung geforderten Qualittässprünge in der Spitze, nicht in der Breite.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Ein Sprung nach vorne

  1. Herr Schnitzelmann

    Ein echt schöner Sieg und wie ich finde so auch nicht zu erwahrten. Aber schon gegen Dortmund und Bremen hat man gezeigt, dass der zweite Anzug sitzt. Und gestern hat man mit einer geradezu routinierten Darbietung mal eben Bordeauxe besiegt. Wow, so macht das mit dem Fussballfansein wieder Spaß.
    Bemerkenswert war übrigens auch die positive Presse zu den Frankfurter Fans. Muss aber auch ne Gänsehaut-Atmosphäre gewesen sein… voll Hütte gutes Spiel super Stimmung… und ich sitzt daheim und schau ruckeligen Internetstream….pffff…
    Jetzt wünsch ich mir noch, dass wir auch endlich mal wieder den Club der Arbeitgeber, oder auch VfB Dusel genannt, besiegen, dann wäre alles, aber auch wirklich alles in Butter…

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