Einzelkritik vs. SC Freiburg

Kevin Trapp: Gut. Hielt schlussendlich ein glückliches Unentschieden fest. Vielleicht muss er konsequent bei Ecken raus, alles andere mündet ja quasi automatisch in Gegentoren.

Carlos Zambrano: Reibt sich in Zweikämpfen auch, daher war das Spiel wie für ihn gemacht. Gute Partie, darf sich aber seine Ausflüge über die Mittellinie sparen. Das geht fast immer in die Binsen.

Bamba Anderson: Bester Frankfurter, weil er alles abräumte. Der eine oder andere lange Ball zu viel, sonst auch im Aufbau in Ordnung.

Sebastian Jung: Fiel in einer schwachen Mannschaft noch ab. Sein Gegenspieler fuddelte ihn zeitweise schwindelig, auch am Gegentor war – foulverdächtig – beteiligt. Vorstöße gabs keine.

Constant Djakpa: Lieferte noch sein schwächstes Spiel in dieser Saison ab, was aber insgesamt okay war. Fällt im Vergleich zu Oczipka jedenfalls nicht ab. Trotzdem: Neben der Torvorbereitung stehen wilde Flanken und zwei, drei vermeidbare Schusseligkeiten.

Marco Russ: Kein Zugriff auf die Partie, war als einziger Sechser um seine Stärke – den Zweikampf – beraubt. Nach vorne waren die Wege für ihn zu weit.

Takashi Inui: Spielte er mit? Eine gute Offensivszene, sonst durch ein, zwei Ballverluste aufgefallen. Blass.

Tranquillo Barnetta: Die Ecken, die in seinen ersten beiden Spielen gut kamen, sind im Nu zu einem Frevel geworden. Aus dem Spiel heraus solala. In so einer Partie hätte das Team seine Erfahrung mal gebraucht, da ließ er einiges an Ruhe und Ordnung vermissen.

Sebastian Rode: Holte Bälle, verlor Bälle, trieb ihn nach vorne, ließ ihn verspringen – also alles wie immer. Seine Schüsse sind ein Ärgernis, vergab eine 100%ige mit einem üblen Versuch aus 16 Metern. Brachte aber wenigstens hin und wieder Tempo rein.

Stefan Aigner: Ist genauso wenig wie Alex Meier ein Stürmer, das weiß auch jeder. Keine Bindung zum Spiel, fehlte als Anspielstation außen. Unsichtbar.

Vaclav Kadlec: Grotesker Auftritt. Bekam zwei, drei Geschenke und vergab jeweils frei vorm Tor. Das war richtig schwach.

————-

Srdjan Lakic: Eine Kopfballchance, da macht er das beste draus. Sollte Bälle vorne halten und verteilen, das gelang ihm exakt zwei Mal – und dann kam mal eine Kombination zustande. Insgesamt zu wenig, aber ein Fingerzeig, dass wenn schon zwei Stürmer, dann auch zwei echte Stürmer.

Johannes Flum: Mit ihm kam eine gewisse Stabilität, jedenfalls drängte das Team mit ihm die Freiburger mal zeitweise in deren Hälfte. Die Gelbe Karte war ein Witz, der Platzverweis ein Treppenwitz.

Armin Veh:Ein erduselter Punkt, spielerisch ganz ganz wenig, eine notorische Standardschwäche hinten wie vorne, eine nicht nachvollziehbare Systemumstellung mit Russ als einzigem Sechser – all das mündet nach Berlin und Hamburg das dritte Spiel ohne wesentlichen Ertrag. Die Eintracht rennt der Musik in der Bundesliga nicht nur hinterher, sie muss ihre Lauscher jetzt mal ganz weit aufsperren und die Töne von unten hören. Denn jetzt, wo der Herbst angebrochen ist und die vermeintlichen Konkurrenten gespielt sind, steht man auf einem gefährlichen Tabellenplatz. Gegen wen, so drastisch muss man das mal formulieren, wollen sie denn drei Punkte holen wenn nicht gegen Trümmertruppen wie Hamburg oder Freiburg? Gegen die einen schaufelt man sich sein Grab, weil man den Deckel nicht draufschraubt, gegen die anderen verhält man sich wie das Kaninchen vor der Schlange und hat überdies nicht die Klasse, eine der drei 100%igen in den ersten zehn Minuten zu netzen. Von der Idiotie der Standards spreche ich an dieser Stelle noch nicht. Das alles ist jefenfalls zu wenig. Es fehlen vorneweg drei, vier Punkte. Mindestens. Eher sogar sechs. Und das ist nicht wenig. In Richtung 20 Punkte muss man sich auch erstmal mogeln.

Und es scheint dann eben doch so zu sein, dass es ohne Alexander Meier nicht geht da vorne. Nichts gelang dem Team auf dem Weg in Richtung Strafraum des Gegners – und Abschlüsse sucht man nach der 15. Minute beinahe vergeblich. Dazu wird auch immer besser sichtbar, wie, wo und warum Pirmin Schwegler dem Team fehlt. Als derjenige, der eine Ordnung auf dem Platz herstellt, der den Ball mal halten und den einfachen Pass (flach!) spielen kann. Bei allem Kämpferherz, bei aller Emanzipation: Sebastian Rode ist dazu nicht in der Lage, ihm fehlt die Ruhe – und damit steht und fällt vieles. Marco Russ, so ehrbar sein Einsatz ist, ist zumal als einziger Sechser überfordert. Johannes Flum ist ebenfalls noch mit sich selbst beschäftigt. Und Martin Lanig? Der ist außen vor, ebenso jener ominöse Marvin Bakalorz. Die Essenz: Niemand von den Alternativen kann das Spiel sortieren, die Rädchen greifen überall hin, nur nicht ineinander. Erschwert wird das alles durch die Entscheidung, Stefan Aigner in diesem Spiel qua Position auszuschalten.
Armin Veh muss sich eigentlich gar nicht so viel einfallen lassen. Konsequent am 4-2-3-1 festhalten, nicht mit den Positionen der Spieler herumexperimentieren. Wenn er mit 2 Spitzen spielen will, dann gibt es dafür das Personal. Da muss man niemanden verkappt hinstellen. Bei den Standards, da muss er dringend ran. Das Abwehrverhalten ist grausam bei diesen hohen Bällen und vorne gelingt dem Team gar nichts mehr bei Hereingaben. Das, die Standard-Anfälligkeit ist das einzig wirklich auffälllig Schlechte aktuell.

Advertisements

4 Kommentare

Eingeordnet unter Beiträge

4 Antworten zu “Einzelkritik vs. SC Freiburg

  1. also….es steht außer Frage, dass wir punkten müssen, um da unten raus zu kommen…huch…was eine tolle Erkenntnis (keine Angst….werden wir auch) ….
    Du brauchst dich auch nicht vom EL-Glanz blenden lassen…ich jedenfalls freue mich über unsere bisherigen souveränen EL-Auftritte….schwache Gruppe hin oder her !?!?
    Im Nachhinein ist gut urteilen…..mein Gott…nix gegen kreative Kritik ….aber immerwieder das Haar in der Suppe suchen…mein Gott….freu´ Dich doch ganz einfach mal über diese jetzige EINTRACHT….ich kenne andere Zeiten !
    Gute N8…

    • Um das Missverständnis aufzuklären: Ich freue mich enorm über diese Eintracht. Darüber, dass nach vielen vielen Jahren wieder eine Mannschaft, ein Verein auf den Beinen steht der sich zumindest gut in der Bundesliga behaupten kann. Langfristig. Aber eben weil ich mich so freue und weil ich erkenne, dass die mehr können als ein zurechtgeduselter 13. Platz nach acht Spieltagen, hadere ich mit Auftritten wie gegen Hamburg, Freiburg und Co. Ergebnis UND Auftreten haben mir da nicht gepasst. Ich erinnere mich nämlich auch an schlimme Zeiten, da sprach man auch wochenlang davon dass es doch ganz gut aussehe und man schon noch punkten werde – dann rauschten wir plötzlich runter ins Tal der Tränen. Ich bin da eben ein gebranntes Kind und schreie im Zweifel eben schneller und lauter VORSICHT sobald ich da was wittere. Dass wir alle am Ende nur das Beste für unsere Eintracht wollen, versteht sich doch von selbst. Jeder so, wie es sein Weltbild zulässt.

  2. …..habe jetzt deine „Einzelkritik“ gelesen…ist ja ganz schön lang ausgefallen (Du wirst wahrscheinlich wissen warum)….ich weiß nicht was man dazu sagen soll…ich kann jedenfalls Dein Statement diesbezüglich nicht mehr Ernst nehmen !
    Ich zitiere Dich : „Die Essenz: Niemand von den Alternativen kann das Spiel sortieren, die Rädchen greifen überall hin nur nicht ineinander“ …. mein Gott, sind wir CL-Teilnehmer ?
    Ich bin mit dem PUnkt in Freiburg auch nicht zufrieden, aaaber von den letzten 11 Pflichtspielen kein einziges verloren zu haben…ist nix ?
    …ach so, in Nikosia war ich vor Ort…und war so was von zufrieden….

    • Sag mir konkret, was dir an der Kritik nicht passt. Ich habs mir jetzt zum x-ten mal durchgelesen und erkenne nicht, wo ein übertriebenes Anspruchsdenken drin stecken sollte. Meine Message ist doch knapp und klar: Man muss mal anfangen, Spiele zu gewinnen. Gerade gegen die Kellerkinder, wenn man selbst keines sein möchte.

      Zur Europa League: Ich weiß nur, dass – aller Freude und bei allem Stolz über die Teilnahme und die Spiele – diese sich bislang doch als wirklich mager in puncto Qualität entpuppt. Hilft doch nichts, die Augen davor zu verschließen. Bordeaux war megadünn, das bestätigt das Tel-Aviv-Ergebnis abermals. Nikosia konnte phasenweise mit- oder gegenhalten – am Ende wars aber auch problemlos gegen die. Wie es auch gegen Tel Aviv werden wird. Und vermutlich auch in 1,2 Spielen der EL-Rückrunde. Nur ändert das nichts daran, dass keine diese Mannschaften es mit der Klasse eines Tabellenletzten, Tabellenvorletzten oder 16. 15. etc. der 1. Bundesliga aufnehmen kann.

      Ich habe nicht vor, mich vom EL-Glanz blenden zu lassen und irgendwann im Dezember verwundert vor der Tabelle und einer Ausbeute von 17, 18 Punkten zu stehen. Ich habe mit keiner Silbe gesagt, dass alles miserabel ist und wir gar nichts können. Ist doch klar benannt, wo ich die Schwächen sehe. Was daran nun wieder zur Polemik verleitet, ist mir schleierhaft.

Diskussion

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s