Die Sache mit der Kritik

Wenn Ansichten aufeinanderprallen, führt das oft zu Reibereien. Der ewige Kampf Optimisten vs. Pessimisten. Wenn man etwa der Meinung (oder eben nicht) ist, dass der Tabellendreizehnte Eintracht Frankfurt mit zwei Siegen (Braunschweig, Bremen) und drei Unentschieden (Stuttgart, Hamburg, Freiburg) sowie drei Niederlagen (Berlin, München, Dortmund) nach acht Spieltagen gut das erste Saisonviertel bestritten hat,handelt es sich um so einen Konflikt. Glas halb leer, Glas halb voll – die alte Frage der Weltwahrnehmung.

Die Message in diesem Blog ist knapp und klar: Irgendwann muss man mit dem Siegen anfangen, vor allem gegen die Kellerkinder, wenn man selbst keines sein möchte. Und das ist ja der Anspruch des Vereins, der Mannschaft. Das ist die Messlatte. Ja, mit einem Sieg – etwa gegen Nürnberg in zwei Wochen – kann man klettern. Nur muss mans dann eben auch mal tun. Gutes Aussehen, die Optik der Spiele reicht dafür nicht. Wenn vier Spielzüge sitzen und die Pille am Ende nicht im Tor landet, dafür aber im eigenen (bevorzugt nach Eckbällen oder Freistößen), regelt eben die Macht des Faktischen die Tabelle. Wenn dann in der Europa League ein souveräner Auftritt den nächsten ablöst, ist das ein schönes Beiwerk zum Alltag. Doch darf man sich gerne daran erinnern, wer da so in der Gruppe spielt. Ein Bordeaux, das nicht mal im Ansatz das ist, was es mal war. Nikosia und Tel Aviv – da darf man ruhig die These wagen, dass jeder mittelklassige Bundesligist die vergleichsweise mühelos im Griff haben wird. Was ja auch geschehen ist bislang.

Es fehlt der Eintracht – die uns seit geraumer Zeit in einem Maße begeistert, das wir alle nicht mehr kannten – nicht viel um anstatt einen, drei Punkte zu holen. Aber es fehlt eben etwas. Und das darf man benennen. Man sollte es sogar. Als gebrannte Kinder, die lange zufrieden sind, lange das jeweils nächste Spiel zur Trendwende geredet haben und wieder zu reden drohen, sollten wir im Zweifelsfall mal früher gewarnt sein und die Dinge kritischer sehen – ohne, dass man jedes Negativerlebnis gleich zum drohenden Untergang herbeibrüllt.

Am Ende des Tages haben alle Eintrachtfans dasselbe Ziel, denselben Wunsch: Erfolg, wie minimal oder maximal der auch immer aussehen möchte. Die Wege dahin, der Umgang mit der Realität, mit dem Ist-Zustand mag unterschiedlich sein. Aber es gibt keinen Grund, die verschiedenen Herangehensweisen pauschal abzuurteilen. Ich für meinen Teil stehe zu dem, was ich geschrieben habe: Mir ist die Ausbeute jetzt zu gering, ich fürchte um das Verharren in unglückseligen Tabellenregionen. Andere mögen das anders sehen – ihr gutes, schon weil Diskussionen angregendes Recht – aber die schreiben eben nicht diesen Blog.

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