Alles ist relativ

Dass von 34 Fußballspielen 34 unterschiedlich verlaufen, jedes anders ist und meistens anders endet, weiß jeder. Und daher kann man jede Partie auch für sich nehmen, sie untersuchen, chirugisch sezieren. Schnell kommt man dann zum Schluss, dass man selbst a) ja so schlecht gar nicht war, b) die anderen auch gar nicht so schlecht waren und c) ein Unentschieden die logische Konsequenz ist. Am Ende ist dann alles, ist jedes Ergebnis, jede Leistung relativ. Im Endeffekt: Yo mei, ist halt alles ausgeglichen und eng beieinander. Yo mei, sind wir halt 15. / 16. / 17.  geworden. Yo mei, hätte jedem passieren können.

Kann man so sehen und falsch ist diese Analyse überdies nicht. Sicher können die anderen elf Menschen auch gegen den Ball treten, die wissen ebenfalls wie man das so macht mit dem Zweikämpfen, mit dem Schießen und Erfolg haben wollen. Das ist jedoch alles egal, denn derzeit reicht der Blick auf die Eintracht alleine um zu sehen, dass es falsch ist (nur) von einer Ergebniskrise zu sprechen. Was gegen Stuttgart, zumal angesichts steigender Form – auch spielerisch – noch in Ordnung war, lief gegen Hamburg bereits durch viel lari-fari-Ballgeschiebe im zweiten Durchgang in die falsche Richtung. In Freiburg konnte man froh und dankbar über einen Punkt sein, nachdem man a) seine einzigen drei Chancen kläglich vergab und b) dank Kevin Trapp dem Dauerdruck geradeso standhielt. Diese Spirale gipfelte nun in einem Spiel gegen Nürnberg, in dem man nicht mehr 50 (HSV), nicht mehr 75 (SCF) sondern 90 Prozent Grausamkeitskick auf den Rasen arbeitete. Da kam von der Eintracht nichts, gar nichts mehr.

Wer Form/Leistungsvermögen als eine Kurve versteht, erkennt innerhalb der Wellenbewegungen durchaus ein Kontinuum. Denn selten ist es so, dass eine Mannschaft in dieser Woche top, in der nächsten Woche flop spielt – mit den dazugehörigen Ergebnissen. Hoch und runter bewegt es sich – doof bis fatal ist das dann, wenn man seinen Negativlauf gegen exakt jene Gegner hinlegt, die man laut Selbstverständnis und Zielvorgabe schlagen muss, gegen die man sich das Gros der Punkte verspricht um sturmlos übers Meer zu segeln. Und das, die Abwärtsspirale zu dieser Zeit, ist offenbar eingetreten. Nach Jubel, weil man so Spiele wenigstens nicht verloren hat, sollte keinem zumute sein. Bei der Dreipunktregel wirken sich Unentschieden, zumal gegen die direkte Konkurrenz, zumal zuhause, wie Niederlagen aus. Fakt ist, dass Eintracht Frankfurt nur sechs Punkte aus den Spielen gegen die letzten Vier der Tabelle geholt hat. Darunter waren zwei Heimspiele. Interessant wird zu sehen sein, wie viele Verfechter der „aber wir spielen doch so gut“-Theorie anhängig bleiben, jetzt, da man sich dieses Spiel antun musste.

Mönchengladbach, Wolfsburg, Hannover, Schalke, Mainz, Leverkusen, Hoffenheim und Augsburg folgen als Gegner bis zum 20. Dezember. Mindestens zehn, eher zwölf bis 15 Zähler muss die Eintracht holen um a) erstmal dem Abstiegskampf zu entgehen und b) in jenes gesicherte, aber eben schnell durchlässige Mittelfeld zu schippern wo sie nach 34. Spieltagen stehen will. Gegen welches der obenstehenden Teams das allerdings gelingen soll? Das wird dann mit der Formkurve zusammenhängen. Und die sollte schleunigst wieder nach oben gehen, in Richtung Siegesergebnisse. Angefangen mit dem Aufstellen einer B-Mannschaft – von Lanig über Celozzi bis zu Lakic/Joselu – gegen Tel Aviv. Die Zweitligisten in der Europa League rauben nur Kraft und Konzentration.

Auf geht´s, Eintracht schießt ein Tor … oder mal zwei bis drei, dann klappts vielleicht auch in der Bundesliga mal mit Siegen.

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