Monatsarchiv: November 2013

Deaströses Durchatmen

Deaströs. Miserabel. Zwei Vokabeln, die auf dasselbe hindeuten und wiedergeben, wie furchtbar der Aufrtritt von Eintracht Frankfurt in Bordeaux in 85 von 90 Minuten gewesen ist. Vier Torschüsse in 90 Minuten, dafür Kevin Trapp mit drei klasse Paraden. Marc-Oliver Kempf – Jugend hin oder her – als Sicherheitsrisiko, Joselu mit einem denkwürdigen Badeschlappenauftritt, dazu viele weitere ohne jeden Fuß in der Tür. Insgesamt: Kein Offensivspiel, dafür defensiv wackelig. Befreiungsschlag-Festival anstatt Kurzpassspiel, Fouls statt gewonnene Laufduelle, hinterher laufen statt Ballbesitz.

Am Ende: Duselsieg mit spätem Tor. Sowas würde gegen eine Mannschaft, die im Abschluss nicht so dünn ist wie der Franzmannn zur Hoffnung auf die Trendwende, den geplatzten Knoten gereichen. Aber so? Nein, gegen Hannover wäre so eine, oder so eine ähnliche Leistung gleichbedeutend mit Niederlage. Und zwar keiner knappen. Aber das ist ein anderes Spiel.

Das Positive, das bleibt und eminent wichtig ist (Kopf und so): Der Sieg, kein Gegentor, das Weiterkommen, Klasse-Kevin, die Einwechselungen von Schröck, Lanig und Lakic sowie viel Spielpraxis für Schwegler. Ein kurzes Durchatmen – aber gewonnen, im Abstiegskampf, ist durch diese Partie nichts. Partystimmung in orange hin oder her. Weiter, immer weiter jetzt!

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Silvester beim Franzmann

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Na, hat doch nicht lange gedauert! Da feiert der handzahme Hessische Rundfunk die Eintracht-Fans noch fürs friedliche Umherziehen in Bordeaux, und sobald es dunkel wird, leuchten die ersten Pyros rot am Horizont. NOCH außerhalb des Stadions. Gerüchteweise sollen ja Dutzende Kilogramm Brennware mit nach Frankreich gekommen sein. Muss man ja loswerden, das Zeug, nur der Holländer nimmt sein mitgebrachtes warmes Wasser zurück nach Hause. Pyros und Bengalos, das gehört schließlich zum Fußball – sagen Leute, die beim Halbzeitspiel den Ball keine 40 Meter zentral in Richtung Mittelkreis getreten bekommen.

Forza und so.

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Tropfen im Sorgenpool

12 000 Fans, die bis nach Westfrankreich reisen. Das muss man sich mal überlegen, wahnsinn. Dagegen wirken selbst die 10 000 Mönchengladbacher, die nach Rom – eine sicherlich noch attraktivere Stadt als Reiseziel, zumal für einen Kurzurlaub – düsten. Endlich mal ein positiver Rekord, den Eintracht Frankfurt, den die Fans aufstellen.

Nach Bengalo-Ärger, Pyro-Idiotie, Raketen-Randale und Co. jetzt vielleicht einfach mal ein beeindruckendes Statement durch Präsenz, durch Gesang, durch Stimmgewalt. Das wäre es doch! Was für ein Imagegewinn könnte man aus all dem ziehen. Selbst die Tristesse in der Bundesliga könnte übertüncht werden. Wenngleich viele Stimmen zu vernehmen sind, die sagen: Es wird so nicht kommen. Irgendwem werde Pyrotechnik wie von Geisterhand in Flammen aufgehen, irgendeiner mit oranger Mütze werde schon sprichwörtlich dei Stimmung anheizen. DFB-(rechts)freier Raum, da könne man mal Gas geben.

Vorverurteilungen kann man sich schenken. Und doch: Die Befürchtung, dass es eben doch wieder knallt („gehört zum Fußball dazu“), existiert. Aber das sollte aktuell wirklich das geringste Tröpfchen im SGE-Sorgenpool sein. Sonntag, Hannover ist wichtig.

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Lebendig in den Abstiegskampf

Es ist ja in Ordnung und nachvollziebar nach dem Schalkespiel etwas zuversichtlicher zu sein, da war immerhin irgendwann mal 20 Minuten lang pulsierendes Leben im Team von Eintracht Frankfurt. Doch faktisch verbessert hat sich die Situation keinen Milimeter, im Gegenteil, es ist schlimmer geworden. Freiburg ist mittlerweile Punktgleich (11 ! Punkte nach 13 Spielen) und Konkurrenz auf den Rängen vor 15 punktet dreifach, zieht davon. Im Abstiegskampf erlitt die Eintracht einen neuerlichen Rückschlag, ist der Zielvorgabe von mindestens sechs bis acht Punkten bis zum 17. Spieltag kaum näher gekommen.

Die Formel ist klar, seit Wochen schon: Es geht nur noch um Siege, egal gegen wen. Man hat so viele Partien gegen die vermeintlichen Schwächeren verbaselt, so dass man sich in die Position manövriert hat, massiv gegen die Top-Teams zu punkten. Verlierst du Punkte gegen Nürnberg, Freiburg, das damals mausetote Hamburg etc., muss als Kompensation halt was Zählbares gegen Truppen wie Schalke, Gladbach etc. her. Da ist man ja streng genommen noch nicht mal bei der Riege der Top-Teams, die beginnt wohl erst mit und ab Leverkusen, welche man ja bald noch spielt/spielen muss.

Und es ist egal, wie man diese Punkte, diese Siege holt. Miserabel spielen, dreckig spielen – es geht nur ums Gewinnen. Mit guter B-Note absteigen bedeutet auch absteigen, die Optik spendet also wenig Trost.

Da hilft es leider gerade mal gar nicht, dass Armin Veh den einzig zuverlässigen Mann in diesem Team, Alex Meier, rüffelt. Der Kerl will seine Gesundheit eben nicht noch mehr strapazieren, wie und wo das  endet, sah man ja erst vor wenigen Wochen. Fitspritzen – das ist auch so eine Unart. Klar, man darf von Fußball-Millionären durchaus erwarten auch mal bisschen was zu investieren, nicht nur pro Tag zwei Stunden Training runterzuspulen und PR-Termine wahrzunehmen. Aber es kann doch keine Option sein, bei einem 30+ Jährigen die Vorbelastungen wegzudrücken, zu ignorieren, gar zu verschlimmern und am Ende die Langzeitverletzung regelrecht zu befeuern. Was hilft ein AM14 denn mit 66 Prozent? Spritze hin, Spritze her: Im Kopf, von dem Veh ja so gerne fabuliert in diesen Wochen, wird ein angeschlagener Spieler ganz anders auftreten als ein fitter. Zweikämpfe werden, bewusst und unbewusst lascher geführt um kein Aufbrechen, kein Aufkommen von Schmerzen zu riskieren. Ein absolut unnötiges Ding von Armin Veh, diese Kritik an Meier. Eine Baustelle, die so überflüssig ist, wie es nur geht. Stichtwort Vertragsverhandlung: Der Meier wird sich sehr gut überlegen, ob es nicht an der Zeit ist diese Truppe mal zu verlassen. Wie oft will der noch gegen den Abstieg die Knochen hinhalten, als einziger regelmäßig treffen und vorbereiten müssen? Ist bestimmt nicht furchtbar hilfreich, wenn der Trainer dann noch einen auf Oppositionsführer macht.

Unterdessen prescht Heribert Bruchhagen beim Thema Veh-Vertragsverlängerung voran. Das ist reichlich absurd. Solange nicht anhand der Punkte und des Tabellenstands klar ist, dass der Trainer die ihm zwar attestierte gute Arbeit in Resultate ummünzen kann/konnte, darf man ihm doch nicht die Belohungswurst vor die Schnauze halten. Es ist schließlich nicht so, dass aktuell auch nur ein Mindestmaß erreicht oder gar Unmenschliches erwartet werden würde. Etwas, das Veh kürzlich ja völlig daneben-interpretierte in dem er die Erwartungshaltung geißelte. Es gibt doch kaum einen in schwarz-rot, der überhaupt von Europa 2.0 zu schwätzen wagte. Mittelfeld, gepaart mit ein paar Ausflügen über die Landesgrenzen, das war die Maßgabe, der Konsens überall. Jetzt „verlangt“ man eine Ausbeute von 16 bis 18 Punkten nach 17 Bundesligaspielen. Wenn das überzogene Erwartungen sind, dann kann man sich gleich zum mentalen und verbalen Schweigegelübde verdonnern.

Das sportlich akutere Problem ist nun erstmal die Innenverteidigung. Bamba Anderson angeschlagen, aber wohl für Hannover – die zu Hause so ziemlich 100 Prozent ihrer Punkte holen – fit. In Europa wirds dann wohl das Duo Zambrano/Kempf (18 Jahre) oder Zambrano/Flum richten. Letzteres ist wahrscheinlicher, da der gegen Schalke (bis auf die entscheidende Szene vor dem 3:3) nicht ganz so schlechte Martin Lanig dann weiter im defensiven Mittelfeld bleiben könnte. Ein Takashi Inui, gar ein Pirmin Schwegler würden im Laufe der Partie, je nach Verlauf dieser, Spielpraxis sammeln können.

12 000 Fans, viele in orange werden in Bordeaux auf den Rängen stehen und sitzen. Das ist eine bemerkenswerte, eine unglaubliche Zahl. Sie beweist, dass trotz aller Tristesse in Frankfurt ein Fußballfunke, ein Flämmchen noch züngelt. Das Team, der Trainer, der Verein muss das nutzen, niemand darf dieses noch (!) lodernde Feuer durch immerwährendes Abstiegsgekämpfe ersticken. Leider droht genau das, nach dem 13. Spieltag noch mehr als zuvor. Und Europa, tja, das kann jetzt nur als Stimmungsaufheller herhalten. Sonntag, Hannover ist wichtig. Das wird brutal genug, da die a) auch Krise haben und b) zu Hause wie gesagt einfach nicht verlieren; was in Manko c) resultiert: Der Eintracht helfen nur Siege.

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Wende mit Wolken

Orgasmen der Zufriedenheit sind rund um das Stadion sowie im Internet zu vernehmen gewesen nach dem 3:3 im Heimspiel gegen Schalke 04. Viele wollen einen Aufwärtstrend, zumindest den Anfang davon erkannt haben. Das kann man so sehen. Solange man nicht einige finstere Schatten übersieht, ein ganzer Teppich davon zog nämlich übers Waldstadion.

Was etwa mit und nach dem 0:1 geschah, war gruselig. Da war eine Mannschat im Nu tot. Folglich fiel das 0:2. Und wenn es ganz schlimm läuft, geht man mit einem zugeschraubten Sargdeckel 0:3 in die Pause (etwa Julian Draxlers Gewaltroller frei vor Trapp). Vergessen, dass man selber ein, zwei Tore machen kann, nein, muss. Ein Tranquillo Barnetta etwa darf, nein , muss mehr aus dem Abpraller nach Flums Pfostenschuss machen. Sebastian Jung darf, nein muss alle drei Diagonalbälle in den 16er besser annehmen und verwerten. In den ersten zehn, zwölf Minuten – darauf war das Eintrachtspiel ausgelegt – wollte, musste man mit Macht das Führungstor erzielen. Nix wars. Mit Abklingen der ersten Drangphase, zwei, drei Minuten vor dem 0:1, begann dann das Fehlpassfestival. Allen voran das von Johannes Flum, der einen neuerlichen Offenbarungseid lieferte. In beide Richtungen diesmal allerdings: Bei zwei Gegentoren und dem Quasi-Genickbruch maßgeblich im Fokus, später an allen gefährlichen Eintracht- und auch den Torszenen wesentlich beteiligt.

Wo wir noch ein vorletztes mal bei den Schatten in der Partie sind: Das 1:2 für die Eintracht darf so niemals fallen, Torwartfehler Timo Hildebrand, zweifach. Erstens wegen miesem Stellungsspiel des Keepers, zweitens klatscht er dem klärenden Uchida den Ball vom Kopf ins Tor.Und dann gab es da noch die Kreisliga-Szene mit Martin Lanig und Jefferson Farfan. Niemals darf Lanig den Peruaner 10, 20 Meter vom Flügel auf die Außen laufen lassen, ihm hinterher starksen, sondern muss ihm von hinten in die Beine fahren, ihm selbige stellen – irgendetwas rustikales, ja, dreckiges. Gelbe Karte – so what?! Stattdessen ermöglicht er das spätere Pingpong-Tor. Und das sind sie dann, die Gegentore, die man zwar alle erklären, die man alle in ihrer Entstehung relativieren kann in dem man die Fehlerkette aufzeigt und entschuldigt. Unterm Strich ist´s aber einfach sch**** und darf nicht passieren, eben weil es Folgen hat – fürs Spiel, für die Tabelle. Da hilft alles roboterhafte, kühle analysieren nichts.

Zu den positiven Seiten: Joselu lautet der Name des Gold-Gewinners in Frankfurt, und das nicht wegen seiner zwei Tore. Er war präsent, lief, ackerte und verdingte sich phasenweise sogar als Außenverteidiger. Da war vieles gut, auch das Kombintionsspiel passte öfter als man das zuletzt in der Offensive sah – obgleich sein Nebenmann Vaclav Kadlec darunter zu leiden schien, dem nichts gelang, der völlig unsichtbar neben dem Spanier war. Der oben gescholtene Martin Lanig darf sich trotz des folgenschweren Patzers als Sieger unter den Spielern fühlen, da er seinen Job passabel erledigte und sich sichtbar reinhing. Marco Russ und Carlos Zambrano lieferten eine starke Partie, hielten Assi-Prince Boateng völlig in Schach.

Und doch bleibt nur die bittere Erkenntnis: Besser rotzig gespielt und gewonnen, als besser gespielt und (gefühlt und wieder) Punkte verloren – das ist dieser Tage schlicht die nützlichere, die entscheidende Formel. Zu oft geschehen Fehler, die so nicht geschehen dürfen. Das Polster, das man sich erarbeitet, reicht nicht bei den permanenten Einbrüchen ab der 75. Minute.

Letztlich ist dann am Samstagnachmittag nur eine Frage beantwortet worden, über deren Stellenwert sich jeder selbst seine Gedanken machen muss. Und zwar die, on Armin Veh die Mannschaft noch erreicht, dass er in ihr etwas auslösen kann. Nur Ja kann darauf die Antwort lauten. Anders ist der fulminante Aufrtitt zwischen der 50. und 75. Minute nicht zu erklären, auch die Anfangsphase, die ersten zehn, zwölf Minuten in denen eigentlich ein Tor für die SGE fallen muss (siehe oben).

Ob Kondition oder Kopf Schuld sind an den mittlerweile wahrlich nicht zufälligen, nicht pech-bedingten Spät-Gegentoren, bleibt indes ungeklärt. Fakt ist, dass die Mannschaft abermals in der Schlussviertelstunde (nein, nicht 85.+ Minute) sichtbar abbaute. Sie stand im Nu tiefer – natürlich auch bedingt durch die Führung -, Schalke hatte minütlich mehr Ballbesitz, der Druck wuchs, mit dem fast logischen Ergebnis, dem Pingpong-Roller zum 3:3. Dass Marco Russ am Ende seine Gesundheit riskiert (und sich den Muskelfaserris abholt) und das Remis rettet, dass es also gut und gerne noch übler hätte ausgehen können, darf man bei aller Erleichterung über den vermeintlichen spielerischen (Positiv-)Umschwung nicht vergessen.

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;-)

Optimismus!

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Das nächste Parolen-Kapitel heißt Zuversicht

Die Zuversicht ist (wieder) da. So schreibt es der Hessische Rundfunk. Und von Spielerseite liest man Sätze wie „jetzt Serie starten“, „können locker mithalten“, „entscheidende vier Wochen bis Weihnachten“.

Tja. Niemand im Eintracht-Kreis würde Einspruch erheben, wenns jetzt mal beginnt mit dem Punkten. Ist ja noch nicht all zu viel bei herumgekommen seit August, böse Zungen sagen: seit Frühjahr 2013. Das man mithalten könne – zumal locker – darf aber angesichts von Punktausbeute, Tabellenstand und gezeigten Leistungen bezweifelt weden. Eine Feststellung ist jedenfalls absolut richtig: Entscheidend sind die vier Wochen. Und zwar insofern als dass es noch zwischen sechs und acht Punkten bedarf um halbwegs besinnlich Weihnachten feiern zu können.

Dumm nur, das man nicht gegen Knäckebrot spielt am Samstag. Es geht gegen Schalke 04, die zwar nicht unbedingt die Stabilität in Trikots, aber in vielen Belangen besser sind als Frankfurt. Alleine Proletenkicker Kevin-Prince Boateng wird dafür sorgen, dass zwischen defensivem Mittelfeld und Viererkette nur all zu oft Alarm herrscht. Da wirds schon mehr bedürfen als der Hoffnung auf Kevin Trapp in Welttorhüterform, denn vorne wirds mal wieder Zeit für zwei, drei Tore.

Schaffen müssen wird das eine Zahnfleischmannschaft, eine Truppe voller Halbfitter in einem Team wo es mit dem Fitnessstand so famos nicht steht. Und ehe man sich versieht keimt bei manchem Hoffnung auf, die Sonny Kittels, Marc-Oliver Kempfs oder Luca Waldschmidts dieser Welt könnten den neuen, den benötigten Impuls geben. Tja. Schön wäre es. Aber es werden dann eben doch Bastian Oczipka, Takashi Inui, Johannes Flum und Co. richten müssen. Sollten speziell diese Spieler mal weniger mit sich auf dem Feld beschäftigt zu sein, könnte es ja was werden. Einzig der Glaube fehlt.

Das mit der Zuversicht, was eben dann doch natürlicherweise wie eine Durchhalteparole klingt, könnte nämlich leider flux dafür sorgen, dass es mit der Depri-Stimmung noch etwas weiter in den Keller geht. Metaphorisch natürlich, das mit dem Keller.

Prognose? Ich bin ja bekanntlich Optimist . . .

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