Ein Verein braucht unsere Hilfe

Jemand eine Idee, wie der Fußballversuch Frankfurter Prägung jetzt weitergehen soll? Die vergangenen zwei Tage musste man sich ja schon mit Systemen – nennen wir sie 4-2-3-1, 4-4-2, Raute, Tannebaum etc. – und mit Namen wie Martin Lanig, Sonny Kittel, Marvin Bakalorz und Stephan Schröck  beschäftigen. Getreu dem Motto: Formationstechnisch was Altes, Personell was Neues ausprobieren.

Würde es was helfen? Zweifel sind angebracht, läuft es doch seit Wochen nur in eine Richtung, unabhängig davon, wer spielt und wo er spielt. Der Auftritt gegen den VfL Wolfsburg war, so grotesk das klingt, nicht mal der schlechteste in dieser Saison. Gegen Mönchengladbach und Freiburg war vieles in puncto Spielanlage noch weit dunkler. Auch die Partie gegen Nürnberg gestaltete die Eintracht schwächer als gegen den Investorentrupp aus der Autostadt. Den Nackenschlägen in den letzten fünf Minuten, siehe Hamburg, gingen bislang immer spielerische und konditionelle Einbrüche voraus, ab der 65. / 70. Minute ist der SGE-Stöpsel gezogen, Druck und Chancen der Gegner häufen sich. Das wenn überhaupt existente und durch minimale Torschuss-Anzahl erarbeitete Polster, geht dahin.

Die Eintracht hat sich in eine vertrackte Situaiton manövriert. Wochenlang feierte die Vereins-PR die Ausgeglichenheit, die Breite des Kaders, die neuen Möglichkeiten. Und nun vernimmt man, dass dieses Mehr an Möglichkeiten schon nach 17 Spielen in drei Monaten Tribut zollen muss, das Müdigkeit und Co. einsetzen. Dass die zurecht vorher prognostizierte schwere Saison nicht etwa Ausbleiben des erneuten Coups, sondern Abstiegskampf mit Mannschaften wie Braunschweig, Nürnberg, Freiburg und Augsburg bedeutet. Kurz: Die SGE tritt gegen Teams an, die trotz allem personell und geistig auf dieses Unterfangen geeicht sind, die – im Falle von Augsburg – sogar ihre Kraft daraus ziehen, immer kräftig rudern zu müssen. Und mitten drin taucht die Ballschiebetruppe des BV Barcelona Münchfurt auf und ballbesitzt sich bestenfalls zu mitunter glücklichen Unentschieden.

Von Europa(trümmern) und Ergebniskrise hat man sich wochenlang einlullen lassen, das ist auch eine Form von (internationalem) Genuss. Weniger gut schmecken die 10 Punkte nach einem Drittel der Saison. Gegen fast alle aus dem unteren Tabellendrittel hat man bereits gespielt. Es bleiben Mainz, Hannover, Leverkusen, Schalke, Hoffenheim und Augsburg bis die Hinrunde vorbei ist. 18 Punkte sind noch zu vergeben, würde man alle holen, wäre man trotz aller Malaise auf Top-Vorjahresniveau. Holt man die Hälfte, hätte man eine ausreichende Basis im Kampf um den Klassenerhalt. Holt man ein Drittel, sieht es düster aus. Wird es ein Viertel oder weniger, gehen die einen Lichter aus, die anderen, farbigen an. Das ist die Ausgangslage. Für Anregungen, wie man zumindest acht, neun Punkte ergattern kann,  dürfte angesichts der Äußerungen nach dem Spiel und im ZDF-Sportstudio selbst Trainer Armin Veh dankbar sein.

Was ich Ahnungsloser zu seinen Händen schicken würde, wäre eventuell so etwas: Jan Rosenthal ist – die Verletzungspause mal ignoriert – nach meinem Dafürhalten die einzig auch qualitativ taugliche Alternative für irgendeine spielerische Reform. In der Konsequenz wäre das ein System 4-3-2-1 / 4-1-2-2-1 mit Rode als Sechser, Barnetta und Aigner auf den Außen, Meier und Rosenthal als Halbstürmer und Kadlec im Sturmzentrum. Alternativ, falls Rosenthal fitnesstechnisch noch zu weit weg sein sollte, ein 4-2-3-1 mit Rode und Barnetta als Sechser, Aigner, Inui und Meier im Mittelfeld und Kadlec im Sturm. Die derzeit wohl wahrscheinlichste Formation für das nächste Bundesliga(!)spiel.

Haut das – egal mit wem oder welchem System – gegen Mainz ebenfalls nicht hin, dann …

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Ein Verein braucht unsere Hilfe

  1. Hungerdunger

    Wie wär´s mit einem 3 – 6 – 1 – System mit folgender Verteilung gg. Mainz:
    Trapp

    Anderson Russ Djakpa

    Schröck Rode
    Inui Barnetta Meier Aigner

    Kadlec

    Einfach die Gegner ( und vielleicht auch die eigenen Spieler ) mal mit etwas Neuem überraschen !!
    Neues System, neues Denken, neues Selbstvertrauen…??!
    Das Mittelfeld ist weitaus wichtiger als die Abwehr, und bei fast allen Gegentoren waren die Räume zwischen den Mannschaftsteilen zu groß.
    Ich denke jedenfalls, daß unsere das spielen können.
    Ich würde es gerne mal sehen…..

  2. Herr Schnitzelmann

    tja ich will nicht altklug erscheinen, aber mir war irgendwie völlig klar, dass wir diese Saison dankbar sein können, wenn es 3 Vereine gibt, die einfach nur schlechter sind als wir.
    zum einen, weil die Gegner sich sehr gut auf unsere Spielweise eingestellt haben, zum anderen, weil die Spielweise nicht mehr so dynamisch ist, wie noch zu Beginn letzter Saison, und weil man sich auch nicht wirklich verstärkt hat, sondern eben lediglich den Kader verbreitert hat.
    Aber die Abhängikeit von Meier ist nach wie vor gegeben. Er ist der Einzige, (außer Kadlec) der trifft und das ist dann einfach zu ausrechenbar für jeden Gegner.

    Ich würde auch gar nicht groß am System was ändern, sondern einfach wieder versuchen, zur alten Stärke zurückzukommen. Schnell und dynamischen Fussball, mit dem drang nach vorne. Aber das was da im Moment abgeliefert wird ist Angsthastenfussball und so kommt man halt nicht über Platz 15 hinaus.

    Ich hab bspweise gestern das Spiel der Augsburger live im Stadion gesehen, da war von verunsicherung keine Spur, die haben (nach 3 Niederlagen in Folge) Mainz einfach überrannt und mit viel Kraft das Spiel entschieden.
    Mir kommt es, wenn ich die SGE sehe immer so vor, als wenn sich unsere Kicker irgendwie zu Schade sind, zum kämpfen, als wenn sie wirklich glaubten, dass sie spielerisch etwas besseres wären u. schon allein deshalb ein Spiel gewinnen können u. müssen.
    Das dem nicht so ist, sollte aber irgendwie mal in die Köpfe der Spieler.
    Und dort sollte es dann auch länger als nur 1, 2 Spiele drin bleiben.

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