Wende mit Wolken

Orgasmen der Zufriedenheit sind rund um das Stadion sowie im Internet zu vernehmen gewesen nach dem 3:3 im Heimspiel gegen Schalke 04. Viele wollen einen Aufwärtstrend, zumindest den Anfang davon erkannt haben. Das kann man so sehen. Solange man nicht einige finstere Schatten übersieht, ein ganzer Teppich davon zog nämlich übers Waldstadion.

Was etwa mit und nach dem 0:1 geschah, war gruselig. Da war eine Mannschat im Nu tot. Folglich fiel das 0:2. Und wenn es ganz schlimm läuft, geht man mit einem zugeschraubten Sargdeckel 0:3 in die Pause (etwa Julian Draxlers Gewaltroller frei vor Trapp). Vergessen, dass man selber ein, zwei Tore machen kann, nein, muss. Ein Tranquillo Barnetta etwa darf, nein , muss mehr aus dem Abpraller nach Flums Pfostenschuss machen. Sebastian Jung darf, nein muss alle drei Diagonalbälle in den 16er besser annehmen und verwerten. In den ersten zehn, zwölf Minuten – darauf war das Eintrachtspiel ausgelegt – wollte, musste man mit Macht das Führungstor erzielen. Nix wars. Mit Abklingen der ersten Drangphase, zwei, drei Minuten vor dem 0:1, begann dann das Fehlpassfestival. Allen voran das von Johannes Flum, der einen neuerlichen Offenbarungseid lieferte. In beide Richtungen diesmal allerdings: Bei zwei Gegentoren und dem Quasi-Genickbruch maßgeblich im Fokus, später an allen gefährlichen Eintracht- und auch den Torszenen wesentlich beteiligt.

Wo wir noch ein vorletztes mal bei den Schatten in der Partie sind: Das 1:2 für die Eintracht darf so niemals fallen, Torwartfehler Timo Hildebrand, zweifach. Erstens wegen miesem Stellungsspiel des Keepers, zweitens klatscht er dem klärenden Uchida den Ball vom Kopf ins Tor.Und dann gab es da noch die Kreisliga-Szene mit Martin Lanig und Jefferson Farfan. Niemals darf Lanig den Peruaner 10, 20 Meter vom Flügel auf die Außen laufen lassen, ihm hinterher starksen, sondern muss ihm von hinten in die Beine fahren, ihm selbige stellen – irgendetwas rustikales, ja, dreckiges. Gelbe Karte – so what?! Stattdessen ermöglicht er das spätere Pingpong-Tor. Und das sind sie dann, die Gegentore, die man zwar alle erklären, die man alle in ihrer Entstehung relativieren kann in dem man die Fehlerkette aufzeigt und entschuldigt. Unterm Strich ist´s aber einfach sch**** und darf nicht passieren, eben weil es Folgen hat – fürs Spiel, für die Tabelle. Da hilft alles roboterhafte, kühle analysieren nichts.

Zu den positiven Seiten: Joselu lautet der Name des Gold-Gewinners in Frankfurt, und das nicht wegen seiner zwei Tore. Er war präsent, lief, ackerte und verdingte sich phasenweise sogar als Außenverteidiger. Da war vieles gut, auch das Kombintionsspiel passte öfter als man das zuletzt in der Offensive sah – obgleich sein Nebenmann Vaclav Kadlec darunter zu leiden schien, dem nichts gelang, der völlig unsichtbar neben dem Spanier war. Der oben gescholtene Martin Lanig darf sich trotz des folgenschweren Patzers als Sieger unter den Spielern fühlen, da er seinen Job passabel erledigte und sich sichtbar reinhing. Marco Russ und Carlos Zambrano lieferten eine starke Partie, hielten Assi-Prince Boateng völlig in Schach.

Und doch bleibt nur die bittere Erkenntnis: Besser rotzig gespielt und gewonnen, als besser gespielt und (gefühlt und wieder) Punkte verloren – das ist dieser Tage schlicht die nützlichere, die entscheidende Formel. Zu oft geschehen Fehler, die so nicht geschehen dürfen. Das Polster, das man sich erarbeitet, reicht nicht bei den permanenten Einbrüchen ab der 75. Minute.

Letztlich ist dann am Samstagnachmittag nur eine Frage beantwortet worden, über deren Stellenwert sich jeder selbst seine Gedanken machen muss. Und zwar die, on Armin Veh die Mannschaft noch erreicht, dass er in ihr etwas auslösen kann. Nur Ja kann darauf die Antwort lauten. Anders ist der fulminante Aufrtitt zwischen der 50. und 75. Minute nicht zu erklären, auch die Anfangsphase, die ersten zehn, zwölf Minuten in denen eigentlich ein Tor für die SGE fallen muss (siehe oben).

Ob Kondition oder Kopf Schuld sind an den mittlerweile wahrlich nicht zufälligen, nicht pech-bedingten Spät-Gegentoren, bleibt indes ungeklärt. Fakt ist, dass die Mannschaft abermals in der Schlussviertelstunde (nein, nicht 85.+ Minute) sichtbar abbaute. Sie stand im Nu tiefer – natürlich auch bedingt durch die Führung -, Schalke hatte minütlich mehr Ballbesitz, der Druck wuchs, mit dem fast logischen Ergebnis, dem Pingpong-Roller zum 3:3. Dass Marco Russ am Ende seine Gesundheit riskiert (und sich den Muskelfaserris abholt) und das Remis rettet, dass es also gut und gerne noch übler hätte ausgehen können, darf man bei aller Erleichterung über den vermeintlichen spielerischen (Positiv-)Umschwung nicht vergessen.

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