Sichere Siege

So, und worüber reden wir diese Woche? Die Themenlage wird allmählich dünn, sicher redundant. Woche für Woche kann man per kopieren/einfügen den Tenor der jeweils vergangenen Geschehnisse auf digitales Papier bannen. Wobei, das stimmt nicht ganz. Die Zustandsbeschreibung des Torso Eintracht Frankfurt wird im Sieben-Tages-Takt desaströser. „Glückwunsch, da ist eine Entwicklung zu erkennen“, böte sich als Optimistensatz an.

Elf Punkte aus 13 Spielen – und die Hübneresken kalkulieren noch mit Siegen (die zählen je drei Punkte) gegen Hoffenheim und Augsburg. Die Fußballhure (18,99 Euro) schießt pro Spiel 100 Mal aufs Tor und trifft so häufig wie Bayern und Dortmund in selbiges. Für die felsenfeste SGE-Defensive also ein leichtes. Und die TSG (18,99 Euro) fängt sich so viele Treffer wie kein anderes Team. Für die geballe Offensivpower der Eintracht, mit ihren 100 Torschüssen pro Spiel, ein noch leichteres. Dazu das alles noch zu Hause! Heimmacht Eintracht Frankfurt. Gegen Sinsheim stehen die Zeichen also ganz eindeutig auf zweistelligem Sieg. 10:9 wenigstens.

Augsburg, nun gut, die schlägt man halt aus Gewohnheit. Weils halt Augsburg ist und die irgendwie nach Tabellenkeller müffeln. Zumal man ja auch vergangene Saison mit zehn Einbeinigen und einem Arm-Amputierten auflief und die bayerischen Schwaben in Grund und Boden dominierte. Von deren spielerischen Entwicklung, dem Kampfgeist und der gewonnenen Klasse im Hier und Jetzt müssen wir erst gar nicht reden. Ist ja nur Augsburg.

Ruhiger, unaufgeregter könnte es momentan in der Komfortzone Frankfurt dieser Tage jedenfalls nicht sein. Eine Trainerdiskussion wird, wenn überhaupt und auch nur leise, in irgendwelchen Internetforen geführt. Analysen ob der offensichtlich kruden und misslungenen Transferpolitik Bruno Hübners sind noch nirgendwo aufgetaucht, keine Frankfurter Rundschau, keine Neue Presse (Medienpartner), kein Hessischer Rundfunk (hihihi) und die Bild darf nicht, braucht für die Weihnachtszeit noch ein paar lauwarme Homestories.

Amüsant ist es indes zu beobachten, wie diese Kopfprobleme (konditionell ist ja bekanntlich alles tutti) angegangen werden. Da wird nicht etwa mit Profis zusammen gearbeitet, ein Mentaltrainer zugezogen. Es regiert das Prinzip Hoffnung. Und bald ist zum Glück ja wieder eine dieser nächsten Wochen, wo alles besser wird. Aber nur, wenn es vorher schön ruhig und kuschelig gewesen ist. Klappt das nämlich nicht – och menno – sind die Miesmacher dafür verantwortlich („Schwachmaten“, wie Kollege Ingo Durstewitz von der FR sie nennt). Diejenigen etwa, die sich seit Jahresbeginn 2013 bis Jahresende 2013 im Stadion die Seele aus dem Leib kreischen und ihre Zeit, ihr Geld und ihre Nerven aufs Spiel setzen um mitzuerleben, wie die positive Energie von den Rängen (Pfiffe gab es seit Monaten nicht mehr, Dauersingsang hin oder her) unten auf dem Rasen vergewaltigt wird.

Auch wenns zur Advents- und Weihnachtszeit kulinarisch nicht passt, aber bald werden sie wohl wieder Pizza essen gehen in Frankfurt. Sollten sich aber eine ruhige Pizzeria suchen. Nebengeräusche tun in den Ohren der Frankfurter nämlich weh – und wessen Kopf schon brummt, dem kann man das wirklich nicht zumuten.

Ich geh dann mal wieder zehn Stunden schaffen. Oder gebe ich mir ein paar freie Tage, um die Belastung von 300 Arbeitstagen wegzustecken?

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Sichere Siege

  1. Herr Schnitzelmann

    es wäre ja auch okay, wenn die Ergebnise eingefahren würde, so wie sie es im Moment werden, wenn man auf dem Platz wenigstens sehen würde, dass sich da eine Mannschaft wehrt, aber nicht mal mehr das ist der Fall, man kann nicht oder will einfach nicht…

  2. ???????
    Björn, schon mal nachgedacht, dass nur der FC Bähh und die Biene Maja 5 – 6 Stammspieler kompensieren können ? (traue ich dir zu) . Ich habe mir mal überlegt, ob selbst der aktuelle Bayernjäger, die Pillendreher, das könnten….hm…nach Durchsicht des Kaders….eher nicht ! Tja, und wir sollen das mir nichts dir nichts können ? Mein Gott, wie ist das alles krud und misslungen…ja und ich bleibe dabei…wir werden alle sterben !?!?
    Wie kann man nur so……ach was, hatten wir schon…..

    • Ich weiß das mit der Kompensationsfähigkeit durchaus. Nur liegt deiner Einschätzung eine (aus meiner Sicht) Fehlannahme zugrunde. Nämlich die, dass es mit der A-Elf merklich besser gelaufen sei. Dem widerspreche ich. Zugegeben, die beiden Siege gegen die Trümmertruppen kamen mit einer nominell besser besetzten Mannschaft zustande, ergo die Hälfte unserer Punkte. Doch spielerische Ebbe herrschte schon damals und dort. Die aktuelle Mannschaft steht der A-Elf spielerisch in kaum etwas nach. Torungefahr, defensive Wackler, kein Umschaltspuiel im defensiven Mittelfeld, Flügelspiel kommt nicht vor etc. So, wie die Mannschaft aktuell auftritt, sieht das schon seit Wochen, seit Monaten aus. Egal mit welchem Personal.

      Mit Bamba Anderson und Alex Meier fallen streng genommen nur zwei Stammkräfte aus, die in Form und somit Sützten waren. Marco Russ wurde vor seiner Verletztung belächelt und verrissen, Stefan Aigner wurde von den meisten als nicht in der Spur, als Bankkandidat gesehen, Stefano Celozzi spielt so oder so eine Nebenrolle, Marc Stendera erübrigt sich sowieso. Es ist geheuchelt jetzt so zu tun, als breche einem mit den Genannten das Fundament der Formstarken weg. Zwei richtig Wichtige sind es, ja – und die können wir wohl nicht im Ansatz ersetzen. Und wenn das Konsens ist, dann darf man das mal Bruno Hübner, darf man ihn nach den Transfersinnigkeiten fragen.

      Und selbst wenn es so wäre, das alles und jede Stütze kaputt ist: Wie lange ist es eigentlich her, dass in Frankfurt mal ein Ersatzmann einen Stammspieler verdrängt hat, seine Chance durch Ausfall des anderen genutzt hat? Auch wenns irgendwie Humbug ist: Man darf ja nicht mal hoffen, dass so ein Luca Waldschmidt, diese Wille, Hiens oder was weiß ich wer aus der II. oder der Jugend was kann. Gefühlt wachsen in allen BuLi-Vereinen irgendwelche Unerwarteten in die Kader, setzten sich durch und fest – und bei uns gibts dann einen einzigen Marc-Oliver Kempf, der wahrhaftig wackelt wie Pudding (und nein, das ist kein Vorwurf an ihn)

      Ich möchte nur der Vollständigkeit halber darauf hinweisen, dass ich den sportlichen Verfall hier sehr früh erkannt und dokumentiert habe. Ich glaube nicht, dass ich – bei aller berechtigten Kritik – der richtige Adressat für sarkastische „Wir werden alle sterben“-Rhetorik bin.

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