Die B-Elf pflegt das Kontinuum

Hat mans also zuende gebracht, das Spiel gegen Nikosia, die Gruppenphase der Europa Liga. Schröck (und des Gegners Torhüter) sowie C.DJ sei Dank mit einem auch auf dem Tableau positiven Ergebnis. Man kann nicht sagen, dass sie gegen Apoel schlecht gespielt haben, die Eintracht-Mannen. Da war vieles in Ordnung, konzentriert, gewollt. Bis zum 16er hatte man keine Probleme, dann mangelte es an guten Flanken (23 gabs alleine im ersten Abschnitt, doch keine Chance sprang dabei heraus) oder am letzten Pass in den Strafraum – und wenn das mal passierte (etwa Schröck und Rosenthal) macht ein Inui halt das, was ein Inuiso so macht: Lässig Kullerbälle an den Torwart rollen. Kurzum trat man so auf, wie man das nun seit Monaten kennt. Im Endeffekt vorne harmlos und hinten immer mal für einen Bolzen gut – mit einer Phase von 10, 15 Drangminuten, in denen diesmal eben auch was Zählbares heraussprang.

Das Erschreckende an diesem Spiel ist dann auch genau das, und zwar, dass diese B-Elf keinen Deut schlechter spielte als jene Akteure, die das Glanzlicht der SGE sein soll(t)en. Wäre das mit den Rodes, Oczipkas, Jungs etc. anders, besser gelaufen? Man darf daran zweifeln. Und das bringt uns zum Thema Qualität: Spitze, Breite – man könnte sagen, da ist ein dicker Balken Breite vorhanden in Frankfurt, ohne jede Spitze. Es fällt im Endeffekt kaum auf, wer spielt oder nicht spielt (Alexander Meier – der einzige mit hoher, konstant hoher Qualität – ausgenommen). Das ist ja letztlich auch ein Grund für die Ratlosigkeit, die Tristesse und die Sprengkraft der Entwicklung, die eingereten ist: Alle Spieler sind schonmal gebracht worden, jeder hatte die Chance etwas zu zeigen, einen Stammspieler zu verdrängen. Nicht nur gestern im internationalen Geschäft. Geschah bislang nicht, und im Spiel gegen Nikosia hat sich – bei allem Prädikat „okay“, das man geben muss – niemand in einem Maße aufgedrängt, das man an ihm nicht vorbei käme bzw. dass er an jemandem vorbei drängen würde.

Stephan Schröck, der aufgrund seiner zweikämpferischen Bissfestigkeit den Eindruck von Leistungsschub vermittelt, sticht heraus. Der macht und tut, ackert, flankt, teilt aus und steckt ein. Aber für wen in der Stammelf sollte und wollte man ihn bringen? Für einen zugegeben formschwachsen Sebastian Jung? Nein. Für Schwegler oder Rode? Auch nicht denkbar. Für Kadlec, der mittlerweile auf den rechten Flügel gestellt wird, oder einen bräsigen Barnetta? Am ehesten für Letzteren, der nicht mal gegen die Zyprioten (!) herausstechen konnte (ebenso wenig wie Johannes Flum).

Könnte Schröck doch links … Da brennt es lichterloh. Ob für Inui, für Ozcipka oder Djakpa. Die Not auf diesen Positionen ist riesig. Vielleicht sollte man es halt einfach mal wagen, Schröck auf die Linksverteidigerposition zu stellen. Mit der Maßgabe, sich Ausflüge nach vorne zu sparen, einfach hinten in der Kette gut und bissig zu stehen. Dann käme es auf den schwächeren Fuß auch nicht so krass an. Was soll denn noch schiefgehen, fragt man sich. Man ist ja mit äußerst wenig zufrieden als Frankfurt-Fan. Wobei ja Constant Djakpa, vogelwild wie er manches wieder löste, immerhin zum zweiten Mal bereits per Freistoß traf, eine Duftmarke hinterließ, die man von der Nummer 6, Bastian Oczipka seit einem Jahr (!) nicht mehr gerochen hat.

Fazit des Heimspiels gegen Nikosia? Siehe oben: Lange Bräsig, verwalterisch, mäßig gefährlich und latent anfällig gegen ein Team auf Hessenliga-Niveau. Dann, kurz vor dem 1:0 (bzw. nach dem von Wiedwald per Glanzparade verhinderten 0:1) das Ganghochschalten. Dann flutschte es, Kombinationen waren zu erkennen. Ausblick auf die Bundesliga, auf Leverkusen: nicht existent. Das es übel werden könnte, übel enden wird – also mit dem nächsten salto nullo – war vorher klar. Da hätten sie Nikosia auch 34:0 aus dem Stadtwald schießen können.

PS: Sonderlob für Felix Wiedwald im Tor! Nicht nur hat er das eine Ding klasse rausgeholt und maßgeblich das Sieg-Fundament gelegt, auch sonst war das sehr überzeugend.

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