Henne. Ei. Stimmung.

Es ist schwierig und nichts weiter als Mutmaßung, aber ob es Zufall ist, dass die Gewalt sich in Frankfurt dann wieder Bahn bricht, sobald es sportlich mies läuft? Die Attacke auf die Fans von APOEL Nikosia am Donnerstag – auch Frauen waren unter den Attackierten – ist jedenfalls abermals ein Beispiel dafür, wie empathiefrei, dumm und unerzogen Teile der Eintracht-Anhängerschaft sind. Es geht bei der Kritik an solchen Aktionen nicht um den Imageschaden für Verein oder Stadt, nicht um Sünden einer Jugend(sub)kultur. Man muss ja nicht mal die Moralkeule schwingen oder von „sowas hätte es damals nicht gegeben“ schwadronieren. Es reicht, zu sagen, dass so etwas schlicht und ergreifend nicht geht.

Und aus diesem Grund ist es ein Unding, dass der Verein Eintracht Frankfurt (stets) wie auf Knopfdruck reagiert und per reflexartiger Verlautbarung kundtut, dass solche Randalinskis keine Fans seien. Ob diese Amateure es irgendwann mal begreifen, dass genau diese Sippe für sich das Label des Edel-Fan in Anspruch nimmt und es Typen aus diesem Dunstkreis sind, die in den Stadien martialische Banner aufhängen, in den Blöcken dauersingsangen, durch den Wald ans Gleisdreieck marschieren und Gästefans, die bisweilen genauso nass sind, aufmischen etc.? Mich persönlich würde ja wirklich mal interessieren, wie viele von diesen Truppenteilen etwa in Bordeaux etc. an vorderster Front dabei waren. Das würde entweder Klischees bestätigen oder aber zur allgemeinen Erhellung, zur Beseitung von Resentiments beitragen – so oder so wäre es ein Gewinn.

Es kann doch einem keiner erzählen, dass man seine Pappenheimer nicht kennt. Jedenfalls nicht, wenn die Fanbetreuung, die ja so oft gehätschelt wird, so erfolgreich ist wie sie sich das gerne auch selbst auf die Fahnen schreibt. Gut, zwischen IM Stadion und AUßERHALB liegen schon rein rechtlich Welten und Zuständigkeiten. Dennoch bleibt das ganze am Adler kleben, an der Stadt und ihrem Ruf, vor allem aber an der SGE-Gemeinde mit all ihren Facetten. Man muss nicht die Mehrheit bezichtigen, jeden unter Generalverdacht stellen – aber diese testosterongebombten, bildungs- und empathiefernen Elemente liefern den Law-and-Order-Fanatikern Wasser auf die Mühlen. Jeden Monat etwas mehr, mit jedem Pyro, jeder Leuchspur, jeder Schlägerei auf Rastplätzen oder vor Hotels: Auf lange Sicht werden die ACAB-Brüller, ob der neuerliche Angriff (nach gefühlt langer [Erfolgs]Pause) jetzt AUF oder AUßERHALB des Vereinsgeländes war, das herbei, was sie schon seit Jahren wittern und anprangern: die totale Kontrolle, den gläsernen Fan. Dann werden sie sich hinstellen und jauchzen: „Seht ihr, wir haben recht, die sind die Schlimmen“. Es wäre die Abrundung eines verqueren Denkens, das sich am Donnerstag abermals in dumpfes und falsches Handeln niederschlug.

PS: Das gilt auch, wenn es sich da um Rechte aus der APOEL-Szene gehandelt haben sollte. So schäbig es auch wäre, dieser Gesinnung anzuhängen.

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